Fallout: London: Bugfest oder Meisterwerk? Die Mega-Mod im großen Check (Update)

Special Felix Schütz
Fallout: London: Bugfest oder Meisterwerk? Die Mega-Mod im großen Check (Update)
Quelle: Mobygames, Team Folon, PC Games

Unglaublich ambitioniert und total verbuggt? Wir haben die gehypte XXL-Mod für Fallout 4 intensiv gespielt und klären, was euch in Fallout: London erwartet, warum sich der Download wirklich lohnt - und ob ihr vielleicht noch warten solltet.

Fallout, das ist eine Erfolgsgeschichte. Aber eben auch eine, die für Gesprächsstoff sorgt. Egal ob Fallout 4, New Vegas oder Fallout 76 - sie alle bekamen bei Release ordentlich ihr Fett weg. Und trotzdem werden sie bis heute von zahllosen Fans rauf und runter gespielt! Das haben sie natürlich auch einer genialen Modding-Community zu verdanken, die Bethesdas Spiele schon seit Jahren mit großartigen Fan-Kreationen versorgt. Gerade Fallout 4 wurde mit hochwertigen Mods regelrecht überschüttet. Doch nichts war bislang so größenwahnsinnig wie Fallout: London.

Und nun ist es geschafft: Das gigantische Fan-Projekt ist nach fünf Jahren Entwicklung und einer strapaziösen Verschiebung tatsächlich fertig. Das heißt: Ihr könnt euch die Total Conversion seit dem 25. Juli direkt über Good Old Games runterladen, völlig kostenlos. Alles, was ihr dazu braucht, ist eine PC-Version von Fallout 4 mit allen DLCs, ganz egal ob bei Steam oder GOG gekauft - und dann seid ihr auch schon startklar. (Probleme mit der Installation? Schaut mal hier vorbei!)

Update: Es gibt mittlerweile einen ersten Patch für Fallout: London, der zahlreiche Questbugs und andere Fehler (u.a. mit kaputten Bierdeckeln) beseitigt. Hier findet ihr alle Infos, die kompletten Patch-Notes und eine kurze Anleitung, wie man das Update richtig installiert.

Fallout: London: Eindrücke aus unserem Test

Mod save the king!

Obwohl Bethesda niemals an der Mod beteiligt war, haben sich die Entwickler bei Team Folon unglaublich viel vorgenommen. Fallout: London bietet ein nagelneues Spielerlebnis, das sich in Sachen Umfang sogar mit Vollpreistiteln messen kann. Es ist außerdem das erste Fallout überhaupt, das außerhalb der USA angesiedelt ist, denn hier erkundet ihr das postnukleare London in all seinen schaurigen Facetten. Euch erwarten eine weitläufige, detaillierte Spielwelt, neue Waffen, neue Gegner, neue Quests, neue Geschichten, neue Easter Eggs, vollständige Sprachausgabe und so weiter und so weiter. Sowas bringen höchstens noch Ausnahmeprojekte wie Enderal auf die Waage.

Ursprünglich sollte Fallout: London schon im März erscheinen. Doch das offizielle Next-Gen-Update für Fallout 4 machte der Mod so zu schaffen, dass man bei Team Folon die Notbremse zog, der Termin verschob sich auf Juli. Außerdem war Fallout: London mittlerweile zu einem regelrechten Datenberg angewachsen, ein Vertrieb über Nexusmods darum nicht mehr möglich. Zum Glück sind aber die Profis von Good Old Games eingesprungen, um Fallout: London unters Volk zu bringen, nun sogar mit praktischem Installer, der Fallout 4 gleich auf die nötige Version zurückpatcht.

Trotzdem fielen die ersten Reaktionen eher ernüchternd aus. Die Mod ist riesig und gut, darüber sind sich alle einig. Doch die Technik macht Probleme: Viele Fallout-Fans berichten von Abstürzen, langen Ladezeiten und nervigen Bugs. Aber trifft das wirklich auf alle zu?

First things first

Wir haben knapp 40 Stunden in Fallout: London verbracht. Die technischen Probleme können wir teilweise bestätigen - und trotzdem spielen wir es mittlerweile ohne größere Ausfälle. Wir haben nämlich kurz nach Release mit zwei Mods nachgebessert. Da wäre einmal Buffout 4, eine bewährte Mod, die eine ganze Reihe von Engine-Bugs 4 fixt. (Praktisch: Seit dem ersten Patch ist Buffout 4 standardmäßig eingebaut!) Die Mod ist seit dem ersten Patch auch standardmäßig eingebaut ist). Dazu nutzen wir noch Load Accelerator, um die Ladezeiten drastisch zu verkürzen - die kleine Mod ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, läuft bei uns bislang aber einwandfrei. Außerdem ganz wichtig: Im Grafikmenü die "Weapon Debris"-Effekte abschalten! Die sorgen nämlich schon seit Jahren für Abstürze in Fallout 4, weil Bethesda den Bug nie gepatcht hat.

Und siehe da: Nachdem wir diese einfachen Schritte erledigt hatten, lief das Spiel bei uns ganz anständig. Nicht perfekt, aber auf jeden Fall gut genug, um richtig in das Erlebnis einzutauchen. Und das lohnt sich, denn Fallout: London hat viel zu bieten!

Nicht verpassen:

God save the mod! Wird Fallout: London dem Hype gerecht? Quelle: PC Games

Neues Spiel, altes Spielgefühl

Unter der Haube steckt immer noch Fallout 4 (jetzt kaufen / 18,99 € ), und das merkt man auch, egal ob bei Waffen, Menüs, Animationen oder KI. Trotzdem fühlt sich Fallout: London wie ein neues, aufwendig produziertes Spiel an, das sogar erstaunlich gut ins Fallout-Universum passt.

Der Einstieg ist leider noch ein bisschen lahm, kein Vergleich zu Fallout 3 oder 4, die uns sofort ins Geschehen ziehen. Hier erwacht man lediglich in einem unterirdischen Geheimlabor, wo erst mal überhaupt nichts Spannendes passiert. Zum Glück tretet ihr aber gleich die Flucht an und landet so schnell im postnuklearen London. Dort wollt ihr eigentlich nur herausfinden, wer ihr seid und wo ihr herkommt. Doch mit Zeit werdet ihr in größere Ereignisse reingezogen, die am Ende dramatische Auswirkungen auf die gesamte Stadt haben.

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