Fallout: London: Bugfest oder Meisterwerk? Die Mega-Mod im großen Check

Special Felix Schütz
Fallout: London: Bugfest oder Meisterwerk? Die Mega-Mod im großen Check
Quelle: Mobygames, Team Folon, PC Games

Unglaublich ambitioniert und total verbuggt? Wir haben die gehypte XXL-Mod für Fallout 4 intensiv gespielt und klären, was euch in Fallout: London erwartet, warum sich der Download wirklich lohnt - und ob ihr vielleicht noch warten solltet.

Unterwegs schnappt ihr noch euren Taschencomputer, der muss in Fallout schließlich mit. Diesmal gibt's aber keinen typischen Pip-Boy, sondern das britische Modell, ein sogenannter Atta-Boy. Der schaut zwar anders aus, tut aber exakt das gleiche. Das gilt leider auch für die Menüführung - wer gehofft hat, die Entwickler würden hier gleich eine ordentliche UI-Mod einbauen, guckt leider in die Röhre. Das Inventar steuert sich also genau so wie in Fallout 4.

God save the mod! Wird Fallout: London dem Hype gerecht? Quelle: PC Games

Beeindruckende Welt mit Schönheitsfehlern

Spätestens wenn wir die Open World betreten, ist sowas aber schnell wieder vergessen, denn da müssen wir erst mal staunen: Die Spielwelt ist nicht nur verdammt weitläufig, sie bietet auch ganz schön was fürs Auge. Da stiefelt man durch richtig stimmungsvolle Gassen und Ruinen, die vom Taxi über die Werbetafeln bis hin zum knallroten Touristenbus wunderbar zum Schauplatz passen.

God save the mod! Wird Fallout: London dem Hype gerecht? Quelle: PC Games Man erkundet Wahrzeichen wie die London Bridge, besucht das Imperial War Museum, Westminster, Newham, Greenwich - und natürlich seid ihr auch öfter mal in Londons ikonischen U-Bahn-Systemen unterwegs. Die Schauplätze wirken über weite Strecken hochwertig produziert und ausgesprochen stimmungsvoll - das hier ist nicht Boston mit ein paar ausgetauschten Texturen, es ist unverwechselbar London!

God save the mod! Wird Fallout: London dem Hype gerecht? Quelle: PC Games Fairerweise müssen wir aber auch sagen, dass die Spielwelt nicht konstant auf hohem Niveau bleibt. Es gibt schon ein paar Ecken, die eher karg texturiert wirken oder noch etwas unfertig rüberkommen. Ab und zu stolpern wir auch über Orte, die zu sauber und klinisch wirken, in denen NPCs sinnlos auf und ab laufen oder einfach nur herumstehen. Das hätte Bethesda sicher hübscher hinbekommen, doch bei einer kostenlosen Fan-Modifikation kann man ruhig mal ein, zwei Äuglein zudrücken. Nicht vergessen: Selbst die Spielwelt von Fallout: New Vegas plagen ganz ähnliche Probleme - und das stammt immerhin von einem Profi-Team wie Obsidian.

Mind the gap

Auch viele Innenräume sind wirklich toll gestaltet und platzen förmlich vor Details. Allerdings schießen die Leveldesigner hin und wieder auch übers Ziel hinaus, dann geraten manche Locations arg unübersichtlich. Vor lauter Details erkennt man da oft einfach nicht, wohin man eigentlich gehen muss. Uns sind auch mehrere Innenbereiche aufgefallen, in denen die Gänge sehr eng und verwinkelt angeordnet sind, inklusive Türen, die scheinbar willkürlich verteilt wurden und gar nicht nutzbar sind - da fällt die Suche nach dem Ausgang oft schwerer, als sie eigentlich müsste.

God save the mod! Wird Fallout: London dem Hype gerecht? Quelle: PC Games Es gibt aber auch ziemlich coole Indoor-Bereiche wie zum Beispiel die Bank of London. In der haben wir uns zwar nach ein paar Schlüsseln dumm und dämlich gesucht, da sie bis zu dem ersten Patch leider keine Questmarker hatten. Doch dafür ist die Bank auch richtig schick gestaltet, mit jeder Menge Umgebungsdetails und kleinen Story-Elementen, clever platzierten Gegnern, wertvollem Loot und allem drum und dran. Da macht das Erkunden richtig Spaß! Was uns auch immer wieder positiv auffällt: In Fallout: London gibt es deutlich weniger verschlossene Kisten und gesperrte Computer, dadurch müsst ihr auch seltener die dazugehörigen Minispiele meistern.

God save the mod! Wird Fallout: London dem Hype gerecht? Quelle: PC Games Hat man die Bank erst mal von Gegnern befreit, kann man sogar den riesigen Tresorraum öffnen, wo sich einer von mehreren brandneuen Begleitern befindet, die ihr im Spiel anheuern könnt. Die Charaktere sind sympathisch und fügen sich gut in die Welt ein, außerdem kämpfen sie brav mit oder schleppen überschüssiges Zeug für euch. Das Begleitersystem funktioniert genau wie in Fallout 4, eigentlich schade - da hätten wir uns zum Beispiel eher ein Ringmenü wie in Fallout: New Vegas gewünscht, mit dem wir genauere Kommandos geben können. (Immerhin: Es gibt nun ein Ringmenü für Waffen!)

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Neu trifft alt

Dafür haben die Mod-Entwickler an anderer Stelle nachgebessert. Zum Beispiel dürft ihr erstmals an Leitern rauf- und runterklettern, sogar NPCs können sie nutzen. Das ist keine bahnbrechende Neuerung, aber sie erlaubt den Leveldesignern etwas mehr Freiheiten.

Auch das unbeliebte Dialogsystem aus Fallout 4 wurde ersetzt und erinnert jetzt stärker an New Vegas, das heißt: Eure Spielfigur ist stumm und dafür könnt ihr nun wieder klassisch aus ganzen Antwortsätzen wählen. Außerdem gibt es nun mehr Skill-Checks in den Gesprächen, das heißt, ihr müsst für einige Antworten bestimmte Attribute hochgelevelt haben, sonst schlägt der Überzeugungsversuch fehl.

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