Erneute Umsetzung eines Square-Klassikers und wieder kann das ursprüngliche Konzept trotz Schwächen begeistern.
Dennoch das klassische SNES Rollenspiel
Final Fantasy V Advance
Die Auseinandersetzungen mit der wilden Natur und den Feinden erfolgt auch hier per Zufall. Wieder einmal wird man auf seiner Reise durch die Fantasywelt schnell und vielfach in einen Hinterhalt gelockt und muss sich zur Wehr setzen. Die Häufigkeit der Zufallskämpfe nagt ein wenig an den Nerven, ist aber auch stellenweiße für den Levelaufstieg bitter nötig. Denn so mancher Bossgegner hat es ordentlich in sich und wer sich nicht auf den Kampf vorbereitet, wird ein bitteres Ende nehmen. Die Schergen gestalten sich abermals äußerst mannigfaltig. Von kleinem Getier, über große Vogelviecher, Geister und Zombies bis zu mächtigen Steingolem, hünenhaften Zauberern reicht das Repertoire an Scheußlichkeiten. Jedes Getier hat seine Stärken und Schwächen, welche ihr erst einmal herausfinden müsst, was am einfachsten mit Analysezaubern geht. Dass dem feurigen Atem schnell durch Eis die Luft ausgeht, dürfte aber jedem klar sein. Wieder einmal erwartet euch in der GBA Umsetzung eines "Final Fantasy" Klassikers eine umfangreiche Fibel aller bisher getroffenen Kreaturen. Ihr seht dort nicht nur ein passendes Abbild sowie die Anzahl an niedergeschlagene Kreaturen der selben Art, sondern könnt auch alle Attribute angefangen bei der Stärke bis hin zu max. Trefferpunkten und Schwächen ausgiebig studieren.
Final Fantasy V Advance
Für den Ausgleich im Bezug auf die etlichen Kämpfe durchwandert ihr die Welt mit zahlreichen Städten und Dörfern, unterhaltet euch mit den Einwohnern und erfahrt dabei den neuesten Tratsch, kauft nötige Heilmittel und Rüstungsgegenstände ein und arrangiert Treffen mit den wichtigsten Personen des Spiels, um die Story voran zu treiben. Auch "Final Fantasy V Advance" bietet ein klassisches Spielkonzept der alten Schule. Die riesige Oberwelt wird aus einer Vogelperspektive bewundert, wobei die typisch gezeichneten Grafiken für einige Details wie Blumen, fließendes Wasser oder ähnliches sorgen. Die putzigen Figuren wandern spärlich animiert über den Bildschirm, während sie in den Kämpfen dann doch mal etwas agiler wirken. Erreicht ihr den Ausgang eines Dungeons oder geht aus der Stadt, wird auf die Weltkarte gewechselt. Details rücken in weite Ferne und die Berge werden nur noch mit kleinen Symbolen dargestellt. Die Mode-7 Ansicht gaukelt eine 3D Optik vor, welche damals revolutionär war und heute zumindest schön anzusehen ist. Hier wandert ihr schnell von einem Ort zum anderen und durchstreift ganze Kontinente. Schneller und sicherer kommt man aber auf dem Rücken des Chocobo Boko, mit dem Piratenschiff von Faris oder in einem Luftschiff voran - All diese Reisemöglichkeiten stehen im späteren Verlauf des Spieles zur Verfügung.
Final Fantasy V Advance
Insgesamt wirkt der Titel optisch aber leicht antiquiert und angestaubt, auch wenn dies den Spielspaß nicht wirklich trüben kann. Gerade in den Kämpfen fallen die wirklich schön gezeichneten Hintergrundbilder, aber auch komplett fehlende Animationen der feindlichen Schergen auf. Effektreich wird es meist erst, sobald die Magier ihr Zauberinferno ablassen. Manche Beschwörung lässt den Bildschirm in allen Farben erstrahlen, Spiele wie "Golden Sun" zeigten aber schon zu Beginn der GBA Ära, dass in dem kleinen Handheld deutlich mehr drin steckt. Der musikalische Teil wiederum gehört mitunter zum Besten, was man in diesem Bereich zu hören bekommt. Viele bekannte Melodien und Klassiker umsäuseln zwar in einer ständigen Wiederholungsschleife, aber mit einer gewissen Harmonie euren Gehörgang. Die Soundfiles wurden sogar noch ein wenig überarbeitet und auf das System optimiert.
Abschließende Worte
Final Fantasy V Advance
Ähnlich der Umsetzung des vierten Teils auf dem GBA ruhte man sich nicht auf den Lorbeeren aus. Mit "Final Fantasy V Advance" steht eine etwas erweiterte Variante des SNES-Klassiker in den Händlerregalen. Viele Verbesserungen und Erweiterungen müssen aber mit der Lupe gesucht werden und nur hart gesottene Fans werden alle Feinheiten auch wirklich feststellen. Die umfangreiche Monsterfibel sowie das Soundtuning wurden schon angesprochen, hinzu kommt eine für den GBA durchaus sinnvolle Schnellspeicher-Funktion. Mittels dieser lässt sich das Spiel fast zu jeder Zeit abspeichern und beenden. Nach erneutem Start wird dieser Spielstand aber gelöscht, so dass ein Erreichen eines Speicherpunktes nach wie vor die bessere Variante ist. Ansonsten hat sich SquarEnix darum bemüht, die Charaktere und Kampfarenen optisch etwas aufzupäppeln. Neuerungen zeigen sich aber auch im Gameplay: Ihr könnt einige neue Berufe auskundschaften, während ein zusätzlicher Dungeon für einen erweiterten Spielumfang spricht. Rundum wurde der Klassiker sinnvoll erweitert, bietet aber sein ureigenes Spielgefühl.
