Grid Legends im Test: Das könnt ihr doch besser, Codemasters! (mit Video)
Test
Grid Legends hat zwar viele interessante Ideen, bleibt aber zeitgleich ein unoriginelles und enttäuschendes Racing-Abenteuer. Unser Test!
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Dafür ist ein relevantes Spielelement in Grid Legends, dass unsere gegnerischen Teams nicht frei von menschlichen Fehlern sind. Das könnte zwar durchaus Spannung hereinbringen und gilt oftmals bei Fans neben einem realistischen Schadensmodell als herbeigesehntes Element im Racing-Genre, wenn aber beinahe in jeder Kurve ein gegnerisches Fahrzeug gegen die Leitplanke prallt, dann verliert auch das seinen eigentlichen Reiz.
Wir hatten tatsächlich mehrere Rennen, bei denen sich beinahe die gesamte Top 5 selbst ausgeschalten hat. Auch wichtig zu erwähnen ist dabei, dass es sich oftmals nicht einfach nur um Kollisionen gehandelt hat, sondern um ziemlich peinliche Fahrfehler in simplen Streckenabschnitten, die solch ein Verhalten nur wenig rechtfertigen. Selbst unsere eigene Rückspulfunktion kann die Fahrerinnen und Fahrer nicht vor einem Crash retten, die machen nämlich immer wieder und wieder den gleichen Fehler. Das stört natürlich zusätzlich und beißt am Realismus. In einer der größten und prestigeträchtigsten Motorsportmeisterschaften, wie Codemasters uns das alles verkaufen möchte, ist das fast schon lächerlich und ziemlich störend.
Miserables Balancing und ein Haufen Langeweile
Zusätzlich zu den vielen Problemen gestaltet sich auch das Schwierigkeitssystem von Codemasters als ziemlich wackelig. Die Grundeinstellungen sind viel zu einfach, selbst schwierigere Stufen sind oftmals viel zu simpel. Außerdem wechseln die Anforderungen an uns mit jedem Event, wodurch man sich bei fast jedem Rennen erneut im Optionsmenü wiederfindet. Grid Legends hat natürlich noch mehr zu bieten. Nach dem für viele eher ernüchternden Grid-Teil aus dem Jahr 2019, bei dem der fehlende Inhalt das größte Problem darstellte, möchte man besonders für ein umfangreiches Spielepaket sorgen. Wenn das aber alles einfach nicht rund ist und an vielen Kinderkrankheiten leidet, dann ist selbst ein großer Umfang kein wirklicher Kaufgrund.
Quelle: PC Games
Zig Profis auf Abwegen: In der Profi-Liga Grid scheint Autofahren keine weit verbreitete Stärke zu sein. Unfälle und unvorhersehbare Ausfälle sind im Motorsport natürlich ein spannendes Element, wenn man das aber übertreibt, dann wird es schnell lächerlich.
Wer die Geschichte abgearbeitet hat - Glückwunsch dazu! -, der kann sich voll und ganz auf die umfangreiche doch recht langweilige Kampagne stürzen. Hierbei gibt es unzählige Rennveranstaltungen, die sich auf Elektroautos, GT-Wägen oder spezielle Events bezieht. Frische Ideen oder interessante Ansätze sucht man hier nämlich vergebens. Darüber hinaus wird man vielfach dazu gezwungen, alte Events noch einmal zu spielen, um spezielle Auto-Upgrades freizuschalten. Wer große Abwechslung sucht oder gar eine spannende Herausforderung, der ist vermutlich bei der Konkurrenz weitaus besser aufgehoben.
Quelle: PC Games
Trucks gegen Minis: Ein nettes Feature von Grid Legends ist die Möglichkeit, Events für Online-Spiele zu erstellen. So kann man beispielsweise Rampen und Booster mit einem Stadtkurs sowie Minis und Trucks verbinden.
Online steht für oho!
Die beste Figur macht Grid Legends tatsächlich im Multiplayer-Modus. So ist es uns beispielsweise möglich Fahrzeuge, Strecken und Spielmodi auf wilde Art und Weise zu kombinieren. Wer also schlicht auf ein sehr arcadiges Rennspiel steht, das sich schön und einfach mit Freunden spielen lässt, der könnte wenigstens in diesem Bereich viel Freude finden. Ob das aber ausreicht, muss jede Person für sich selbst entscheiden.
Womit wir zum Arcade-Fahrgefühl, der Gestaltung der Strecken und der allgemeinen grafischen Ausstrahlung kommen. Wer viel Freude daran findet, einen Kurs schrittweise zu perfektionieren und immer bessere Bremspunkte zu finden, der ist in Grid Legends so deplatziert wie ein Traktor in einem F1-Rennen. Auf die Bremse drücken muss man nämlich nur selten, meist reicht durch das driftlastige Fahrgefühl der über 100 Rennwägen schlicht ein ruhiges Händchen beim Einlenken und jede Menge Vollgas.
Das hat natürlich auch einen Markt und sicherlich werden Leute das alten Grid-Titeln oder Racing-Konkurrenten vorziehen, man sollte aber klar wissen, worauf man sich einlässt. Grid Legends ist ein Vollbut-Arcade-Racer, der sich voll und ganz an den Spiele-Mainstream richten möchte. Dabei traut man sich aber nicht wie beispielsweise Forza Horizon 5, wirklich clevere Spielideen einzubauen.
Trotz schönem Licht grafisch von gestern
Bei den Strecken kann man Codemasters kaum Vorwürfe machen. Ob eigens erdachte Strecken wie die Berglandstrecke Strada Alpina, berühmte Kurse wie Brands Hatch und Suzuka oder Metropol-Rennen in London, Barcelona oder Shanghai, Fans bekommen viel Abwechslung und hübsche Spielorte, die besonders von der neuen Belichtung seitens Codemasters profitieren. Im gleichen Atemzug muss man aber auch die enttäuschende Grafik von Grid Legends hervorheben - egal ob auf PS5 oder Xbox One.
Quelle: PC Games
Neues Licht, alte Schatten: Zwar macht die nagelneue Belichtungs-Engine von Codemasters eine schicke Figur, doch auch die hilft nicht hinweg über die vielen grafischen Enttäuschungen - besonders auf der PS4 und Xbox One.
Die vielen Fahrzeuge sehen plastisch aus und erinnern uns mehr an Spielzeug-Autos. Darüber hinaus ist zwar jedes Rennspiel mit erwähnenswertem Schadensmodell eigentlich lobend hervorzuheben, wenn das alles aber mehr an Konfettiregen erinnert als an beinharten Rennsport, dann geht zum einen das Gefühl für Geschwindigkeit verloren, zum anderen sieht das alles einfach doof aus. Die Witterungsbedingungen, allen voran der neu eingeführte Schnee, wirken unrealistisch und die allgemeine Ausstrahlung wirkt im Vergleich mit Forza Horizon 5 oder Gran Turismo 7 so, als wäre Grid Legends schon vor dem eigentlichen Release ein paar Jährchen im Hintertreffen.
Quelle: PC Games
GRID Legends im Test: Das könnt ihr doch besser, Codemasters! (5)
Das klingt jetzt alles natürlich sehr hart, aber wir wollen natürlich ehrlich sein: Grid Legends schafft es in keinem Bereich, wirklich nennenswerte Fortschritte zu verbuchen und dreht sich stattdessen mit vielen spannenden Ansätzen, die ziemlich schlecht umgesetzt wurden, im Kreis. Was man dem Titel zugutehalten muss: Man hat einiges versucht mit dem insgesamt fünften Teil der Reihe. Am Ende bleibt Grid aber genau da, wo es schon eine ganze Weile zu verstauben droht: Am Straßenrand.
Fazit und Wertung
Meinung
Der neue Codemasters-Racer Grid Legends erschien am 25. Februar 2022 für PC, Xbox Series X, PS5, Xbox One und Playstation 4. Findet ihr, wir sind zu streng mit der allerersten Kooperation zwischen EA Sports und Codemasters? Was haltet ihr vom starken Arcade-Ansatz? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.
