Ghost Recon: Future Soldier im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Tom Clancy steht in der Spielergemeinde für knallharte Militäraction ungeachtet der Vorgehensweise. Während wir es im Rainbow Six-Franchise mit einem reinrassigen Team-Shooter zu tun haben und in Person von Sam Fisher auf unserem Schleich-Abenteuern meist auf uns alleine gestellt sind, kam der Ghost Recon Serie immer das Los des Taktik-Shooters zu. Doch nun haben sich die Parameter deutlich verschoben.

Tom Clancy steht in der Spielergemeinde für knallharte Militäraction ungeachtet der Vorgehensweise. Während wir es im Rainbow Six-Franchise mit einem reinrassigen Team-Shooter zu tun haben und in Person von Sam Fisher auf unserem Schleich-Abenteuern meist auf uns alleine gestellt sind, kam der Ghost Recon Serie immer das Los des Taktik-Shooters zu. Doch nun scheinen sich die Parameter deutlich verschoben zu haben. Ein neues Rainbox Six ist nicht in Sicht, also lässt man bei Ubisoft dem Taktik-Shooter ein wenig mehr Action und Krawall injizieren und fertig ist das neue Ghost Recon: Future Soldier. Wie taugt das neue Gameplay und zählt am Ende wirklich nur die Technik?

Die Geister die ich rief...

Ghost Recon: Future Soldier (5) Quelle: Ubisoft Ghost Recon: Future Soldier (5) Die Rahmengeschichte rund um den neuesten Einsatz der Ghosts ist, will man dem geneigten Leser nicht gleich jegliche Spannung nehmen, schnell erzählt. Zu Beginn der Kampagne erleben wir hautnah mit, wie ein Ghost-Team während eines Einsatzes in Nicaragua einer Napalm-Bombe zum Opfer fällt. Wie sich herausstellt war diese Bombe ursprünglich für den Grenzübergang zwischen Nord- und Südamerika vorgesehen. Das Ghost Team bestehend aus Ghost Lead, Kozak, 30K und dem von euch gesteuerten Pepper wird daraufhin in die weite Welt entsandt um sowohl die Herkunft der Bombe aufzudecken, als auch die verantwortlichen Köpfe dahinter rollen zu lassen. Die Jagd nach immer mehr Informationen, welche sich wie ein komplexes Puzzle Stück für Stück zu einem erschreckenden Gesamtbild formen lässt, schickt euch vom afrikanischen Kontinent samt Wüste über Pakistan bis hin in die verschneiten Areale Russlands und Norwegens.

Ghost Recon: Future Soldier (6) Ghost Recon: Future Soldier (6) Highlight des Spiels ist das Storytelling obgleich der vielen verschiedenen Schauplätze beileibe nicht. Zwar erhalten wir vor jedem Einsatz ein waschechtes Militärbriefing, mehr als generische und schon x-fach erlebte Reden des Kommandanten sind aber leider nicht drin. Dafür machen die Schauplätze schon deutlich mehr her. Egal ob ihr nun durch Sand- oder Schneestürme stapft, euch in tropisch angehauchten Gebieten durch Hecken kämpft oder euch im Stadtdschungel zwischen Autowracks und Häusern einen Weg zur nächsten Zielmarkierung bahnen müsst, werdet ihr von der Optik und der Präsentation der Gebiete zu keinem Zeitpunkt enttäuscht. Stimmungsvolle Licht- und Schatteneffekte, eine stimmige Farbgebung, detailliert ausgearbeitete Szenarien und ein durchdachter Levelaufbau bieten die optimale Basis für das neueste Ghost-Erlebnis. Hinzu kommt, dass das Spiel eine sehr feinfühlige Balance zwischen Schleicheinlagen, fetten Shoot-Outs, cineastischen Rettungsszenen und Ruhemomenten vollkommener Stille erzeugen kann, die wirklich konkurrenzfähig ist.

Vier Soldaten für ein Halleluja

Ghost Recon: Future Soldier (10) Ghost Recon: Future Soldier (10) Wie oben bereits erwähnt, erleben wir das Geschehen aus der Sicht von Pepper, einem weitestgehend stummen Ghost, der schlicht und ergreifend seinen Job erledigt ohne viele Fragen zu stellen. Zwar besitzt das Ghost-Squad einen offiziellen Ghost Leader, dieser ist jedoch immer nur für die Kommunikation mit dem Hauptquartier und das spontane Briefing im Einsatzgebiet zuständig. Spielen wir alleine mit der KI in einem Team, sind wir für die taktische Führung des Teams zuständig. Diese ist auch bitter nötig, denn die Ghosts operieren stets als Team und bestehen nicht aus dem Zusammenschluss vierer Hobby-Rambos unter einer hochstilisierten Squad-Bezeichnung. Diesem Team-Aspekt widerfährt im neuesten Ableger eine Modifikation in Richtung Action, was dafür sorgt, dass wir nur noch rudimentäre Befehle an unsere Kollegen richten können. Anstatt sie wie in den Vorgängern üblich mit taktischen Befehlen von Deckung zu Deckung zu schicken und eigentlich immer über mehrere Spielfiguren ein wachendes Auge haben zu müssen, sind die KI-Brüder im Geiste eigenständig funktionierende Glieder der Elitekette. Unsere Hauptaufgabe ist es lediglich ihnen mitzuteilen, wann sie sich auf einen Gegner konzentrieren oder ihn auf Kommando ausschalten sollen. Für Zweites markieren wir entdeckte Gegner mit der rechten Schultertaste und warten bis sich die Ghosts in Position gebracht haben. Dabei haben wir zumindest in Überzahl die Wahl ob wir selbst den Abzug betätigen oder die Arbeit lieber von den Kollegen verrichten lassen. Ändern sich die Verhältnisse zu einem (Un-)Gleichgewicht in Sachen Personenstärke, werden wir freilich ebenfalls zur Tat gebeten. So angenehm das autarke Agieren der Teammates ist, so einfach lässt es die Kampagne werden. Im Grunde könnte man einen Großteil des Spiels einfach von der KI erledigen lassen – und das in jedem der drei Schwierigkeitsgrade.

Ein vollkommen anderes Spielerlebnis entsteht auf der anderen Seite mit bis zu vier menschlichen Mitstreitern, denn die komplette Kampagne ist stets zu viert im Koop-Modus bestreitbar. Hier zählt es sich detailliert abzusprechen, exakt zu positionieren und stets ein Auge auf die gesamte Gruppe zu haben. Echtes Squadfeeling ist hier jedoch in jeder Sekunde in voller Pracht vorhanden und lässt vier Freunde zu einer verschworenen Eliteeinheit werden.

  1. Seite 1 Vier Soldaten für ein Halleluja
  2. Seite 2 Gho, Gho, Ghost-Gadget & Fazit
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