Gho, Gho, Ghost-Gadget & Fazit

Test Peter Grubmair

Tom Clancy steht in der Spielergemeinde für knallharte Militäraction ungeachtet der Vorgehensweise. Während wir es im Rainbow Six-Franchise mit einem reinrassigen Team-Shooter zu tun haben und in Person von Sam Fisher auf unserem Schleich-Abenteuern meist auf uns alleine gestellt sind, kam der Ghost Recon Serie immer das Los des Taktik-Shooters zu. Doch nun haben sich die Parameter deutlich verschoben.

Gho, Gho, Ghost-Gadget

Ghost Recon: Future Soldier (15) Quelle: Ubisoft Ghost Recon: Future Soldier (15) Kommen wir nun also zum Aspekt der das neue Spiel auf den Namen "Future Soldier" hören lässt: Die Ausrüstung. Basierend auf aktuell eingesetztem sowie auf dem Prüf- bzw. Entwicklungsstand befindlichem Equipment des US-Militärs sind die Ghosts optimal für den Kampfeinsatz in jeder Landschaftsregion bestens gerüstet. Wichtigstes Element ist dabei die aktuelle Einsatz-Kleidung, welche mit einer aktiven Tarnung ausgestattet ist und euch so bei langsamer Fortbewegung mit der Umwelt verschmelzen lässt. Mit der Umwelt verschmelzen ist ebenfalls das Stichwort wenn wir uns das HUD näher ansehen. Ein vor das Auge geschnalltes Visier projiziert über augmented reality steten Informations-Feed in unser Umfeld. Auf äußerst stylische Weise werden Daten über Feinde, Gebäude und andere Objekte in naher und ferner Umgebung mitten in die Landschaft geworfen. Eben dieser coole Mix aus extrem futuristischem Intel und einer völlig wandelbaren Welt um uns herum macht viel des Mittendrin-Gefühls aus. Ständig ploppen kryptische Buchstaben, Graphen und Linien in der Umwelt auf, bis wir auch über das letzte Staubkorn in der Umgebung bestens informiert sind – fett! Wird die Sicht mal schlecht, haben wir stets die Wahl zwischen Röntgen- bzw. Wärmesicht um auch unter schwierigsten Bedingungen stets den vollen Durchblick zu haben.

Ghost Recon: Future Soldier (27) Quelle: Ubisoft Ghost Recon: Future Soldier (27) Da ein Ghost nicht mit leeren Händen zu einer potenziellen Gun-Party kommt ist so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche, weshalb wir uns vorher eine ordentliche Ausrüstung zusammenstellen sollten. Hier treffen wir nun auch endlich im eigenen Heim auf den heiß erwarteten Gunsmith-Modus, in welchem Waffen nicht einfach nur ausgewählt, sondern gleich detailliert bearbeitet werden können. Anhand von erledigten Missionen und zugehörigen Herausforderungen schalten wir uns jede Menge Waffenteile frei, welche vom Magazin über Abzug, Lauf, Visier, Schaft bis hin zum Zweibein reichen. Die Modifikationsmöglichkeiten gehen, zieht man die Anzahl der Ausstattungsalternativen, Lackierungen und Waffentypen in Betracht, beinahe ins Uferlose. Aufgrund dieser Individualgewalt geht allerdings auch der Effekt einer stark in eine bestimmte Richtung tendierenden Waffeneinstellung ein wenig flöten, sodass der Gunsmith-Modus mehr zur netten Spielerei wird und man meist nur Veränderungen im Detail vornimmt. Abgerundet wird das von uns mitgeschleppte Arsenal von Granaten jeglicher Art, Ortungssensoren und Aufklärungsdrohnen.

Ghost Recon: Future Soldier (39) Ghost Recon: Future Soldier (39) Die Bewegungssteuerungen von Xbox und PS3 haben in dieser Bastelstube ihren einzigen Auftritt im Spiel. Während man mit Move ein von der Wii gewohntes Bedienungsgefühl mit mehr Präzision bekommt, hat Kinect mitsamt exakter Spracherkennung und Bewegungsbedienung à la Minority Report schon mehr Show-Potenzial. Wenn man zum ersten Mal beide Hände von innen nach außen bewegt und damit die Waffe komplett auseinander nimmt schafft es Ghost Recon vollends einen Aha-Moment zu kreieren. Mehr als diesen Moment gibt es allerdings nicht. Zwar können wir mit Move und Kinect auf den Schießplatz gehen und dort mit ordentlich Gehampel die neue Waffe ausprobieren, ob dieses "Show and Shine"-Feature großen Anklang findet können wir uns Beileibe nicht vorstellen.

Technik der Zukunft

Ghost Recon: Future Soldier (36) Ghost Recon: Future Soldier (36) Auf technischer Ebene sind nicht nur die Ghosts selbst mehr als ausreichend ausgestattet. In Zusammenarbeit mit S.E.A.Ls und Rangern wurde deutlich an den Bewegungsanimationen gearbeitet. Das Endergebnis sind vier einwandfrei animierte Soldaten, deren Sprints sowie Deckungsarbeiten höchst authentisch über den Bildschirm laufen. Die Spielgrafik hat zwar im Bezug auf den Detailgrad nicht allerhöchstes Niveau, jedoch wirkt das Spiel in sich stimmig und homogen, weswegen dieser Kritikpunkt zu verschmerzen ist. Verspätet ladende und zeitweise grob und matschig anmutende Texturen sollen jedoch nicht unter den Tisch gekehrt werden. Das zur Inszenierung maßgeblich beitragende Effektfeuerwerk sollte hingegen lobend erwähnt werden. Ob wir nun in Mitten von aufgescheuchten Zivilisten Bösewicht von Gutmensch unterscheiden müssen, drei Helikopter zeitgleich über unseren Köpfen ihre Kreise ziehen oder wir in Diamant-Formation einen VIP eskortieren sollen, auf dem Bildschirm ist immer eine gehörige Portion Action mit jeder Menge Dynamik zu bestaunen. Steter Begleiter ist der selbst in der Xbox-Version mit einer Zwangsinstallation daherkommende Sound. Neben einem imposanten Soundtrack sind es vor allem die Effektgeräusche die das Wohnzimmer zum Beben bringen. Schüsse preschen mit vollem Karacho aus den Membranen, Explosionen fetzen nicht nur im Spiel so einiges hinfort und die Synchronisation bringt ausreichend Pathos mit.

Multiplayer

Ghost Recon: Future Soldier (58) Ghost Recon: Future Soldier (58) Der bereits vor Release mit einer Betaphase getestete Multiplayer-Part des Spiels umfasst neben dem Guerilla genannten Horde-Modus insgesamt vier Spielmodi, welche üblichen Genre-Standards entsprechen. Während in Saboteur eine Bombe platziert werden soll, müssen in Köder, Konflikt und Belagerung bestimmte Missionsziele erreicht, Angriffe abgewehrt und besonders geschickt im Team agiert werden. Infolge erfolgreicher Runden wird neues Equipment für eure Spielcharaktere freigeschaltet. Da vor jeder Runde ähnlich einem Battlefield eine bestimmte Klasse ausgewählt werden kann und diese im Vorfeld ausgestattet werden kann, zeigt die Motivationskurve hier deutlich nach oben.

Wertung zu Ghost Recon: Future Soldier (X360)

Wertung:

85 /10
Pro & Contra
Abwechslungsreiche HandlungsorteJede Menge Gadgets4-Spieler KoopGunsmith mit KinectIntelligente KITeam-GefühlHorde-ModusSound-BrettSchöne GrafikeffekteFette InszenierungIntuitive SteuerungStimmiger Spielfluss
Grafikgerüst etwas altTexturschwächeMove zu gewohntFlache StorySchwierigkeitsgrad zu schwach für die KI
  1. Seite 1 Vier Soldaten für ein Halleluja
  2. Seite 2 Gho, Gho, Ghost-Gadget & Fazit
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