Wir haben Peter Molyneux getroffen und mit ihm über Godus gesprochen. In seiner vollmundigen Art Videospiele vorzustellen, erklärt er uns, dass er mit Godus all seine Fehler aus der Vergangenheit ausbügelt und das größte Spiel aller Zeiten baut. Klingt krass? Ist es auch. Mehrere Monate reine Spielzeit soll Godus dauern und trotzdem entspannen. Ist das alles PR-Sprech oder wirklich Wahrheit? Wir haben den Macher gefragt.
Zehn Minuten stehen wir vor der Tür einer Suite in einem Luxushotel neben der Gamescom. Zehn Minuten klopfen wir an seine Tür. Aber er macht einfach nicht auf. Anrufe nach Deutschland und England helfen nicht weiter. Gerade als das Kamerateam zurück zur Messe gehen will, kommt er uns entgegen: Der PR-Mann, der Peter Molyneux in Deutschland begleitet und seine Termine organisiert. Er öffnet die Tür und – Überraschung! – Peter sitzt drin. Er entschuldigt sich vielmals, er konnte nicht aufmachen. Während dem Interview stelle ich fest: Weil auf seinem iPad Plants vs. Zombies lief.
Quelle: 22Cans
Godus in der Vorschau: Peter Molyneux' neues Treaumprojekt (3)
Egal, das Treffen mit Molyneux fühlt sich vertraut an. Jeder im Team hat ihn bereits mehrfach getroffen, wir wissen, wie gern er redet. Also lassen wir ihn reden. Doch Molyneux scheint sich verändert zu haben, seit er von Microsoft weg ist. Ein Rest von Liebe verbindet ihn wohl trotzdem mit seinem ehemaligen Arbeitgeber, das verrät er uns, aber er ist aggressiver geworden. Sagt Dinge wie "die Sim City Entwickler haben viel falsch gemacht – diese Bastarde!" Und dann sagt er den Satz, auf den jeder im Raum gewartet hat. "Ich mache jetzt das Spiel, das ich schon immer machen wollte." Das beste Spiel sozusagen. Aller Zeiten! Wir wollten wissen, was das denn genau ist.
Wer Godus selber spielen will, kann ab dem 13. September 2013 die Beta am PC ausprobieren. Sie wird via Steam verfügbar sein.
Die eierlegende Wollmilchsau: Godus
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Godus in der Vorschau: Peter Molyneux' neues Treaumprojekt (6)
Godus ist nicht nur eine Art Best-of: Peter Molyneux, sondern ein Best-of: Videospiele der letzten 25 Jahre. Ein bisschen Göttersimulation wie in Populous und Black & White trifft auf Echtzeitstrategie wie in Age of Empires und Bausimulation wie Sim City, Klickhölle wie in The Simpson: Tap Out und Rollenspiel wie in Fable. Und Minecraft. Ganz viel Minecraft.
Die Spielwelt von Godus beschreibt Molyneux als einen automatisch generierten Planeten von der Größe Jupiters. Eine Zahl will er nicht nenne, stattdessen wiederholt er immer wieder: Jupiter. Wir haben das recherchiert. Jupiter hat einen Äquatordurchmesser von 143.000 Kilometern. Er ist der größte Planet unseres Sonnensystems. In Jupiter passen 1321,3 Erden rein. Das ist nicht eine ambitionierte Größe – das ist unvorstellbar groß, selbst für ein Molyneux-Spiel. Größenwahnisnnig geht es weiter: Molyneux erklärt uns, dass ihm Simulation immens wichtig ist. Jede Kleinigkeit in der Welt von Godus soll individuell simuliert werden. Wer beispielsweise ein Flussbett verändert, beeinflusst damit die Strömungsgeschwindigtkeit und kann durch Terraforming sogar die Gezeiten beeinflussen. Das haben schon die Sim City Entwickler gesagt, aber etwas anderes getan...
Der Spieler steuert dabei als Gott eine Gruppe Gläubiger durch die komplette Menschheitsgeschichte. Die Siedlung beginnt mit zwei Figuren – Adam und Eva sozusagen – und entwickelt sich durch die Steinzeit über das Mittelalter bis ins postmoderne Weltraum-Zeitalter. Dazwischen organisiert man seine Gläubigen, kümmert sich selbst um profane Dinge wie Abwasser-Probleme und Versorgung und sammelt ihren Glauben ein, der einem als Göttermacht dient. Darin klickt man dutzendfach auf dem Bildschirm umher, ein bisschen wie in den Free2Play-Spielen The Simpson: Tap Out oder Plants vs. Zombies auf Facebook. Warum? Weil es so entspannend ist, erzählt Molyneux, der das tatsächlich für gelungenes und gutes Game-Design hält. Natürlich kann man sich das Leben auch einfacher machen, indem Glaubenszentren errichtet, die den Glauben einer Region dann sammeln. So muss man nur einmal klicken und nicht jedes Haus abgrasen.
So kann sich Godus verändern
Größer, länger, weiter – und Always Online
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Godus in der Vorschau: Peter Molyneux' neues Treaumprojekt (8)
Während andere Spiele nach 4 Stunden (großer Shoutout an Call of Duty!) enden und selbst Strategieschinken wie Sim City oder Total War nach 10 bis 100 Stunden vorbei sind, dauert Godus unwahrscheinlich viel länger. Mehrere Wochen reine Spielzeit soll das Spiel verschlingen, das übrigens immer mit dem Internet verbunden sein muss. So lange dauert es, bis die Zivilisation sich in die Neuzeit, ja sogar darüber hinaus, entwickelt. Und irgendwann, so Molyneux, hat man sein Spielgebiet so weit ausgedehnt, dass man auf andere Spieler trifft.
Hier kommt die Multiplayer-Komponente ins Spiel. Plötzlich streiten sich zwei Götter um ihre Schäfchen, werden vielleicht sogar Krieg führen. Je nachdem wie weit entwickelt eine Zivilisation ist, versteht sie sich darauf besser, hat vielleicht schon Kriegsgerät wie Panzer oder Flugzeuge entwickelt, oder greift noch ganz klassisch auf Stöcke, Schwerter und Bögen zurück. Wie in Black & White greifen Götter auch aktiv in den Kampf ein. Sie schicken vielleicht ein Erdbeben oder Meteoritenschläge, außerdem können sie mit "Gottes Finger" auch feindliche Soldaten zerquetschen.
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Godus in der Vorschau: Peter Molyneux' neues Treaumprojekt (10)
Weil das immer passieren kann und Godus eine persistente Online-Welt darstellt, ist der Titel plattformübergreifend. Schon bald nach dem Start im September für PC und Mac wird eine Mobile App für iPhone und iPad verfügbar. Später sollen dann Android folgen und sogar eine Veröffentlichung auf Konsolen kann sich Molyneux vorstellen. Kinect hat er irgendwie ja mitgestaltet und dank Project Milo Erfahrungen damit gesammelt. Das kann sich der gestandene Game-Designer auch gut für Godus vorstellen. Jedoch weniger als Hampel-Steuerung, sondern mehr als Ergänzung. Selbst er hat eingesehen: Spieler wollen beim Gaming nicht vor ihrem Fernseher stehen und Verrenkungen machen. Stattdessen suchen sie Ruhe. Auch wenn das bedeutet, stundenlang auf Kugeln zu tippen, die Glauben symbolisieren sollen. Gleichzeitig stehen in den Messehallen, die vielleicht 50 Meter Luftlinie entfernt sind, Menschen sechs Stunden an, um Watch_Dogs zu spielen. Eine verrückte Welt, diese Videospiele.
Curiosity-Gewinner ist der Götter-Gott
Die fantastische Belohnung für den "Gewinner" von Curiosity ist übrigens eine Ehrenrolle in Godus. Er übernimmt die Rolle als Gottvater und kann Regeln für alle anderen Spieler leicht anpassen. Richtig vermasseln kann er das Spiel natürlich nicht, das stellt Molyneux sicher, aber beispielsweise das Wetter global verändern und die Vorraussetzungen für Glauben verschieben. Ein halbes Jahr lang bekommt er außerdem einen Teil der Einnahmen, die durch Godus generiert werden. Nach dieser Fristkönnen ihn andere Spieler herausfordern. Wenn er verliert, übernimmt ein anderer seinen Posten und kassiert die Kohle.
