Goin' Downtown im Gamezone-Test

Test BigJim

McCorly hat bei den Frauen kein glückliches Händchen. Entweder sie brechen zusammen oder sie springen ihm aus dem Fenster.

Downtown City Man

Goin' Downtown Goin' Downtown "Goin' Downtown" umfasst insgesamt acht Kapitel und führt den Spieler, hier fortan in der Rolle des ermittelnden Cops Jake, quer durch Downtown, der südlichen Ecke New Yorks. In den nächsten Spielstunden erwarten uns ein gutes Dutzend unterschiedlicher Schauplätze, die sich über den großflächigen Stadtbezirk verteilen. So begleiten wir den Polizisten unter anderem in ein Rotlichtviertel, eine Bar, die Universität, eine Fabrikhalle, das Polizeilabor, ein chinesisches Einkaufszentrum, das obligatorische Polizeirevier und zum sogenannten Plant Tower, dem Ort einer - wie sich später herausstellen soll - ominösen Sex-Party. Dabei hält es uns für gewöhnlich nicht sehr lange an einem Ort. Der Szenen- bzw. Schauplatzwechsel vollzieht sich in "Going' Downtown" recht flott. Als sehr hilfreich erweist sich in dem Zusammenhang auch eine Übersichtskarte, auf der sich Jake, der meist mit seinem Motorrad unterwegs ist, bei Bedarf per Doppelklick in Sekundenschnelle von einen Ort zum anderen bewegen lässt. Nervige und zeitaufwendige Laufereien, wie sie einst in "Syberia" gelegentlich für Unmut sorgten, bleiben dem Spieler also erspart.

Goin' Downtown Goin' Downtown So abwechselungsreich und interessant wie die Lokalitäten sind auch die überaus glaubwürdig in Szene gesetzten Nebencharaktere, auf die Jake während seiner Reise trifft. Da gibt es beispielsweise einen bulligen Nachtclubbesitzer namens Franzy, den etwas zwielichten Sanitäter Danny, den ständig stotternden Laboranten Simon, einen jugendlichen Technik-Freak, der tierische Freude an seinem Roboterhündchen hat, den üblen Zuhälter-Typen Khan oder die Dirne Kate, eine Arbeitskollegin und Vertraute von Rose. Die meisten Figuren wurden durch bekannte Sprecher vertont. Und so gibt es ein Wiedersehen bzw. Wiederhören mit den uns vertrauten deutschen Stimmen von George Clooney, Nicole Kidman, Jennifer Lopez, Will Smith oder Antonio Banderas. Das hebt den akustischen Gesamteindruck deutlich, auch wenn die Comic-ähnlichen Figuren nicht immer lippensynchron plaudern und die futuristischen Synthesizer-Klänge, die als Hintergrundmusik etwas lustlos vor sich hindudeln, auf Dauer nicht restlos zu überzeugen vermögen.

Science Fiction-Krimi im Comic-Outfit

Goin' Downtown Goin' Downtown Szenarisch weist "Goin' Downtown" Ähnlichkeiten mit dem Point&Click-Adventure "The Moment of Silence" (2004) auf. Anders als damals bei TMoS geht es jetzt aber weniger um Verschwörungstheorien inmitten eines fiktionalen Staates orwell'scher Prägung, sondern um die Lösung einer eher klassisch gestalteten Kriminalgeschichte. In gewisser Hinsicht könnte man Jake McCorly als eine Art Sherlock Holmes der Zukunft bezeichnen. Orginell, obschon keineswegs spektakulär, ist die Grafik. Die Optik erinnert ein ganz klein wenig an den Ego-Shooter "XIII". Alles ist im Cel Shading-Stil gehalten. Entsprechend wirkt die Spielwelt etwas künstlich und sparsam animiert (Figuren im Hintergrund z.B. werden nur schemenhaft in Form von Konturen dargestellt), was uns aber - selbst wenn man weniger auf das Zeichentrick-Outfit steht - irgendwie passend erscheint. Denn das "coole" Ambiente fängt das düstere Science Fiction-Szenario recht treffsicher ein. Wer möchte, kann übrigens via Optionsmenü alternativ zum Untertitel Sprechblasen hinzuschalten. Dies lässt den Comic-Look noch stilechter rüberkommen und ruft Erinnerungen an alte Silberpfeil-, Batman- oder Hulk-Hefte wach.

Goin' Downtown Goin' Downtown "Goin' Downtown" spielt sich sehr linear. Zwar lassen sich immer mehrere Fragen stellen, die bei den Befragten unterschiedliche Antworten und Reaktionen auslösen. Doch hat all das keine nennenswerten Auswirkungen auf den Spielverlauf. Dafür gibt es einen anderen Gameplay-bestimmden Aspekt: den Tag- und Nachtwechsel. Von Wichtigkeit ist das insofern, als sich bestimmte Orte nur tagsüber bzw. nachts betreten lassen. Beispiel: Jake benötigt die Unterstützung seiner Kollegin Isabel, mit der er sich jedoch kurz zuvor übel verkracht hat, so dass die Dame für ihn nicht mehr ansprechbar ist. Was liegt also näher, als Isabel einen Strauß Blumen zur Versöhnung zu schenken. Dummerweise arbeitet die Polizistin immer auf Nachtschicht. Der Laden aber, wo wir die Blumen kaufen können, hat nur am Tage geöffnet. Also wechseln wir zu später Abendstunde mittels Mausklick auf die Tagzeit, erwerben dann die Blumen, schalten anschließend wieder um auf den Nachtmodus und finden uns so spät am Abend in Isabels Büro wieder, wo wir ihr den Blumenstrauß überreichen und sie - nunmehr zufrieden - als Gegenleistung eine Einladung von uns annimmt. Die Tag-/Nachtwechsel-Funktion steht nicht immer zur Verfügung. Aber wenn sie benötigt wird, hat der Spieler auch Zugriff darauf und kann sie beliebig oft einsetzen.

Pflegeleicht-unterhaltsames, aber auch recht kurzes Spielvergnügen

Goin' Downtown Goin' Downtown "Goin' Towntown" spricht - allein schon wegen der interessanten Story - wohl alle Fans typischer Point&Click-Adventures an. In Sachen Rätseldesign und Bedienkomfort, der erstaunlich hoch ausfällt, dürften sich Einsteiger und Genre-Anfänger aber besonders freuen. Denn die Rätsel sind absolut logisch, die Anzahl und die Anwendungsmöglichkeiten der eingesammelten Gegenstände stets überschaubar und die verfügbaren Hilfefunktionen so umfangreich, dass man gegebenenfalls immer noch auf die tatkräftige Unterstützung des Computers zurückgreifen kann. So führt Jake immer ein Tagebuch mit sich, in welchem die bereits erledigten den noch zu erledigenden Aufgaben gegenübergestellt werden. Aktivierbar ist zudem auch eine dreistufige Ingame-Hilfe, die weitere wichtige Hinweise zur Lösung evtl. bestehender Probleme bietet. Sehr gut wurde auch die Spielsteuerung umgesetzt. Per "H"-Taste lassen sich im Nu alle Hotspots auf dem Monitor anzeigen (spart nervige Sucherei), mit "G" werden nur Gegenstände, mit Tastendruck "E" ausschließlich Exits angezeigt. Auch das Inventar lässt sich mit Leichtigkeit abrufen. Eine Bewegung mit dem Mauszeiger auf den unteren Bildrand genügt. Wie bei dieser Art von Spielen üblich, verändert sich der Mauszeiger in Abhängigkeit von der jeweils gerade durchführbaren Aktion in ein entsprechendes Symbol (Dialoge führen, Objekt untersuchen, Ausgangs-Anzeige usw.).

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk