Goin' Downtown im Gamezone-Test

Test BigJim

McCorly hat bei den Frauen kein glückliches Händchen. Entweder sie brechen zusammen oder sie springen ihm aus dem Fenster.

Goin' Downtown Goin' Downtown Der Anspruch der Rätsel entspricht solider Hausmannskost: schmackhaft und leicht bekömmlich. Für gewöhnlich geht es darum, bestimmte Objekte miteinander zu kombinieren, andere Gegenstände wiederum müssen nur einzeln, dafür aber natürlich nicht weniger zweckmäßig benutzt werden. So sollte man z.B. wissen, dass Handschuhe vor Schlangenbissen schützen und sich Kunststoff bei Erhitzung ausdehnt. An einer Stelle müssen wir unserem vorgesetzten Chef einen Kistenstapel vor sein Blickfeld stellen, damit dieser uns nicht dabei beobachten kann, wie wir den Schreibtisch einer Polizeikollegin unter die Lupe nehmen. Gelegentlich kommt es auch zu kleineren Actioneinlagen. Beispielsweise, wenn Jack den Faustkampf mit einem Türsteher aufnimmt, einige bewaffnete Wachen mit Giftpfeilen ausschaltet oder mit Hilfe von Nanogloves (= Spezialhandschuhe mit Haftwirkung) wie Spider-Man an der Decke entlang krabbelt. Dem Cop bleibt nichts erspart. Jakes Arbeitseinsatz geht sogar soweit, dass er sich als Stricher verkleiden muss, um Zugang zu einem geheimen Sex-Treffen zu erhalten, bei dem offenbar nicht nur Frauen, sondern auch Männer nachgefragt werden. Im letzten Kapitel kommt zudem die Verwendung eines Simulators zum Tragen. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Art Zeitmaschine, mit der wir uns in die jüngere Vergangenheit zurückversetzen lassen können, um dort frühere Ereignisse nachzuerleben. Ein Einfluß auf die damaligen Geschehnisse ist auf diesem Wege indes nicht möglich. Versuchen wir also, bereits Geschehenes ungeschehen zu machen, bricht die Simulation sofort ab. Dennoch ist dieser Simulator von zentraler Bedeutung für die Lösung des Kriminalfalls. Man sollte sich also auf ihn einstellen. Die Kommunikation mit anderen Personen über weitere Strecken bewerkstelligen wir übrigens mit sogenannten Hand-Coms, dies sind Telefon-Stationen, die sich nahezu in allen wichtigen Räumen befinden.

Goin' Downtown Goin' Downtown "Goin' Downtown" bietet eine spannende Story und interessante Charaktere. Dass viele Dinge dennoch nur recht oberflächlich erscheinen, hat mit der relativ kurzen Spielzeit und den häufigen Ortswechseln zu tun. Irgendwie werden wir mit den Akteuren nicht so richtig vertraut. Auch bleiben bestimmte Fragen offen. Zum Beispiel die, was es mit dem Tod von Jakes Frau genau auf sich hat und was das nun eigentlich für ein (politisches) System ist, in dem er und die anderen Zeitzeugen des Jahres 2072 leben. Etwa sechs Stunden nach Beginn des Spiels wird der Stromkreis geschlossen. Die 2.000 Volt peitschen durch den Körper des Menschen, der da jetzt auf dem elektrischen Stuhl sitzt. Deutlich wird auch, worauf der "moderne Staat" der Zukunft beruhen wird: Auf Gewalt. Wahrscheinlich mehr noch als heute. So gesehen kann man "Goin' Downtown" auch als Gleichnis verstehen. Oder besser gesagt als Warnung: Vor einem System, wie es (noch) nicht Wirklichkeit ist, aber eines Tages durchaus Wirklichkeit werden könnte.

Meinung

Wertung zu Goin' Downtown (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Einsteigerfreundlichhoher Bedienkomfortunverbrauchter Grafik-Stilbekannte deutsche Synchronsprechermoderater Preis (rund 30 €)
Kurze Spielzeitfür Adventure-Profis möglicherweise etwas zu leicht (Rätsel)
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