Es ist nur eine 1:1 Portierung, aber irgendetwas ging schief dabei. Trotzdem ist und bleibt es ein astreines Grand Theft Auto!
Merkwürdige Passanten
GTA Liberty City Stories
Habt ihr noch die Chance Toni dazu zu verhelfen halbwegs intelligent durch Liberty City zu hatschen bzw. entsprechen aufzutreten, hat man die KI der Stadtbewohner gänzlich vergessen. Sie treten allesamt den Beweis an, dass man mit einem luftleeren Raum auf den Schultern existieren kann. Zwar sind die bösen Buben, mit denen ihr euch gelegentlich anlegt einen Tick schlauer, zumindest hauen oder schießen sie zurück. Sonst aber beweisen sich die Bewohner als totale Idioten. Anders kann man es schon nicht mehr erklären, da man am Bahnhof eigentlich seine Mission erledigen will, und dann nur noch Zeuge eines zügigen Massenmordes - und das im wahrsten Sinn des Wortes - wird. Am Bahnsteig stehen also Leute die auf ihren Zug warten. Der Zug kommt und anstatt das die Passanten einsteigen, werden sie mal kurzerhand vom Zug erfasst und liegen ausblutend am Bahnsteig - und vor allem in sehr grotesker Haltung: Füße noch auf dem Bahnsteig, der Rest hängt Gleisseitig in der Luft. Wer vielleicht mit viel Suff überlebt hat, weil er an einer sich öffnenden Zugtüre stand, fällt spätestens dann in den Gleisgraben, wenn die Bahn wieder abgefahren ist. Und damit Feuer frei zu zweiten Runde, denn die rein gefallenen Leute werden garantiert vom nächsten Zug - und der kommt bestimmt - nieder gefahren. Aus die Maus! Und nein, es handelt sich dabei um keinen Ladefehler oder ähnliches Phänomen sondern um eine immer wiederkehrende Aktion, die am Anfang noch lustig erscheint und dann nur noch dämlich ist, denn sie zeigt, was für eine miese Arbeit die Entwicklercrew geleistet hat.
Viel drin, viel dran?
GTA Liberty City Stories
Der Fairness halber muss man sagen, Liberty City ist kein Vollpreistitel und so bekommt man ja doch recht ordentlich viel Spiel für noch humanes Geld: Sprich voller GTA-Umfang für die Hälfte des üblichen Spielepreises. Doch ist auch alles tutti completti, werden sich sicher viele fragen und da muss man leider sagen "nein". Ihr bekommt zwar viel Spiel, aber es fehlt auch - vor allem im direkten Vergleich mit der US- bzw. Originalversion das eine oder andere. Prinzipiell ist mal die englische Sprache in Wort und Schrift verfügbar: Voraussetzung ist aber die Konsole auf Englisch umzustellen. Ansonsten habt ihr eine Sprachausgabe in Englisch und dazu deutsche Untertitel, die gut lesbar sind und vor allem auch recht gut übersetzt sind.
Mit Abwesenheit glänzt dafür der 60 Hz Modus, den man aber ausnahmsweise mal nicht wirklich schmerzlich vermisst. Die PAL-Anpassung in der Form ist geglückt und stellt einen so weit durchaus zufrieden. Zwar lassen sich - vor allem im Vergleich - vereinzelt Geschwindigkeitseinbußen ausmachen, aber die machen den Bock wirklich nicht fett. Ganz klarer Fall ist auch, dass die US-Version topp flüssig läuft, die PAL-Version hingegen ein wenig hinkt und auch mal ins stocken kommt. Hier liegt aber das Augenmerk im Detail und zeigt sich am Ende eher wenig störend.
GTA Liberty City Stories
Wie nicht anders zu erwarten, zeigt sich die deutsche Fassung (freigegeben ab 16 Jahren) in einer gekürzten Form. Auch wenn es sich am Ende nur um Kleinigkeiten handelt, so hat man das Spiel dennoch beschnitten. So sind Passanten, die am Boden liegen Sperrgebiet und nicht mehr attackierbar. Ferner verlieren mit dem Auto umgenietete oder anderweitig niedergestreckte Menschlein keine Geldbündel mehr, so dass man sich seinen Zaster anders besorgen muss. In Sachen Blut hat man auch rationalisiert und ein imaginäres Räumungskommando engagiert. Zwar tropfen die Zweibeiner wenn sie angeschossen, verletzt und dergleichen werden, aber das hält sich doch sehr in Grenzen und verschwindet so schnell wie es gekommen ist. Ebenfalls getestet und nicht funktionsfähig ist auch der Versuch z.B. einen US-Spielstand mit einer deutschen Version zu spielen. Umgekehrt funktioniert es genauso wenig. Und wie nicht anders zu erwarten, fehlen auch die sogenannten Rampage-Missionen.
Auch in Sachen Mehrspielerspaß hat man die PlayStation 2 Version beschnitten. Verfügt der PSP-Ableger über einen gut gemachten Multiplayer sucht man diesen beim Konsolenbruder vergeblich, da er komplett entfernt worden ist.
Da ist doch was Positives
Und das ist - wie immer bei GTA Spielen - der gewisse Flair. Auch wenn die Grafik kein Überzeugungspotential hat und auch die Missionen aufgrund ihrer Kürze eher die Tendenz in Richtung Langeweile haben, weil sie eben in Null-Komma-Nichts erledigt sind und keine Herausforderung bieten, so ist und bleibt es doch GTA. Und das hat bekanntlich seit Jahren seinen Stil und weiß damit immer wieder zu begeistern. So auch bei diesem PSP-Port. Damit das Spiel seinen Flair auch voll ausspielen kann, braucht es natürlich - wie immer - die gute Musik. Von der ist dieses Mal auch wieder reichlich dabei und sollte so ziemlich jede Zielgruppe zufrieden stellen können. Und last but not least stimmen recht kurz ausgefallene Ladezeiten ein Stück weit versöhnlich.