KI-Upscaling im Vergleich: Bringt Nvidia oder AMD mehr FPS? Welche der Grafikkarten kann überzeugen? Lohnt sich ein Upgrade auf die AMD?
Raytracing: Sonderbare Fälle
Dass sich die AMD Radeon RX 9070 bei Star Wars: Outlaws auf den ersten Blick seltsam verhält, könnte daran liegen, dass man Raytracing im Spiel nicht ganz abstellen, sondern lediglich eine niedrige Stufe wählen kann. Der AMD-typische Einbruch bei Raytracing war also schon bei unserer ersten Messreihe mit im Spiel, die eigentlich ohne Raytracing vorgesehen war. Im Endeffekt bringt die AMD-GPU bei Star Wars: Outlaws mit Raytracing 74 Prozent (WQHD) und 111 Prozent (4K) mehr FPS als die GeForce RTX 4070.
Ohne Raytracing waren es "nur" 49 und 73 Prozent. Trotz höher eingestellter Raytracing-Effekte steigt der Vorsprung sogar. Ihr seht also, dass die Veränderungen je nach dem, um welches Spiel es geht, sehr unterschiedlich ausfallen können. Egal ob es nun um Raytracing oder ganz allgemein um die Leistung geht, denn auch bei den Messungen ohne Raytracing hatten wir schon zum Teil völlig verschiedene Leistungsvorteile für die AMD-Grafikkarte gemessen. Wir haben für euch hier einen Screenshot-Slidervergleich aus Hogwarts Legacy eingefügt, der euch optische Raytracing-Unterschiede aufzeigt. Beachtet vor allem die Reflexion des linken Fensters auf dem Boden und den Schattenwurf der Personen rechts:
KI-Upscaling: DLSS und FSR
Die modernen KI-Upscaling-Techniken - DLSS für die RTX-GPUs sowie AMDs FSR oder Intel XeSS für alle Grafikkarten - lassen die GPU in einer geringen Auflösung rechnen, sodass deutlich mehr FPS entstehen. Die KI-Algorithmen rechnen die Bilder auf die eigentliche Zielauflösung hoch und tun dies so effizient, dass die gewonnenen FPS beinahe komplett erhalten bleiben. Bis auf Banishers: Ghosts of New Eden bieten alle unsere Testgames KI-Upscaling-Optionen für beide Test-Grafikkarten.
Wir verzichten hier auf einzelne Werte, fassen aber unsere Erkenntnisse zusammen: Die Nvidia GeForce RTX 4070 schafft mithilfe von DLSS bei WQHD 45 Prozent mehr FPS, bei 4K sind es sogar gut 80 Prozent, sodass es in fast allen Spielen mindestens 50 FPS sind. Nur Alan Wake 2 und bei Cyberpunk 2077 (mit Raytrcing) bleiben zu anspruchsvoll und liefern nur 34 FPS, wobei wir für alle Tests die DLSS- oder FSR-Stufe "Qualität" genommen haben. Die Stufe "Leistung" bringt euch mehr FPS.
Die AMD Radeon RX 9070 gewinnt durch FSR im Schnitt weniger FPS als die RTX 4070 mit DLSS hinzu, was aber auch daran liegt, dass in vielen Spielen bei der RX 9070 bereits hohe FPS-Werte vorhanden sind. Typischerweise bringt das KI-Upscaling nämlich ganz allgemein mehr Vorteile, wenn man als Basis ohne KI-Upscaling weniger als etwa 50 bis 60 FPS hat.
Trotzdem sind es für die Radeon RX 9070 etwa 35 Prozent mehr FPS bei WQHD sowie 47 Prozent bei 4K dank FSR. Besonders stark ist der Vorteil bei Raytracing-Titeln: Bei Star Wars: Outlaws, Hogwarts Legacy und Cyberpunk 2077 sind es mit FSR für hoch eingestellte Raytracingeffekte zwischen 69 und 90 Prozent mehr FPS bei 4K und zwischen 50 und 75 Prozent bei WQHD.
Fazit: Ein Upgrade auf eine AMD Radeon RX 9070 lohnt sich
Unser Fazit ist klar: Wer auch in 4K spielen will, findet mit der AMD Radeon RX 9070 ab etwa 560 Euro eine geeignete Grafikkarte. Je nach vorhandener GPU kann man mit ihr ein sinnvolles Upgrade erzielen. Vor allem wenn ihr wie unser Autor noch eine Nvidia GeForce RTX 4070 habt, lohnt sich das Upgrade auch kostenseitig. Die Nvidia-GPU geht bei eBay in der Regel meist ab 400 Euro, in den letzten Wochen aber nie unter 350 Euro weg.
Das Upgrade von 35 Prozent Mehrleistung bei WQHD und sogar 66 Prozent mehr FPS bei 4K durch eine AMD Radeon RX 9070 kostet euch in so einem Fall also nur etwa 200 Euro. Unser Autor überlegt daher nun sogar, seine GeForce RTX 4070 zu verkaufen und auch für den Wohnzimmer-PC eine Radeon RX 9070 anzuschaffen. Übrigens: Die laut vielen Tests als ein wenig schwächer eingeschätzte Nvidia GeForce RTX 5070 kostet etwa 50 Euro weniger als die Radeon RX 9070, hat aber nur 12 GB VRAM. Für Nvidia-Fans kann sie aber eine Option sein.
