PC oder Konsole: Vorteile von Konsolen und Schlusswort
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Vor einigen Jahren waren PC-Spieler und Konsolen-Zocker ungefähr so vereint wie Fans von Borussia Dortmund und Schalke 04. Doch immer mehr PC-Gamer haben auch eine Konsole, und viele Konsolen-Spieler probieren auch mal einen Gaming-PC aus. In meiner Kolumne plädiere ich dafür, dass man - wie ich - ohne weiteres sowohl einen Gaming-PC als auch eine Konsole haben kann.
Vorteile einer Konsole
Eine Spielekonsole hat viele Vorteile, sofern man nicht sehr darauf fixiert ist, an einem Schreibtisch per Maus und Tastatur spielen zu wollen. Ein sehr wichtiger Punkt ist der Preis. Denn ein PC, der eine ähnliche Grafik wie eine Xbox oder Playstation hinbekommt, ist stets deutlich teurer. Dies liegt daran, dass die Konsolenhersteller im Gegensatz zu den PC-Hardware-Produzenten durch den Verkauf von Spielen oder auch Abo-Services und andere Transaktionsmöglichkeiten wie Video on Demand mitverdienen.
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Daher wollen sie so viele Exemplare wie möglich unter die Leute bringen, so dass der Einstieg, also der Konsolenkauf, relativ günstig ist. Die relativ niedrigen Preise für Konsolen sind also quasi eine Art Investition, um eine Community aufzubauen, die dann im Laufe der Jahre für einen Gewinn sorgt.
Quelle: Microsoft
Die Xbox Wireless Controller sind auch zu PCs kompatibel.
Für mich als Spieler kann es erstmal egal sein, warum beispielsweise eine Xbox Series X nur knapp 500 Euro kostet, obwohl ein in Games ähnlich starker PC vermutlich 1000 Euro oder mehr kosten würde. Konsolenspiele sind zwar meist 10 Euro teurer als die PC-Version. Dafür kann ich sie wieder verkaufen, wenn ich die Disc-Version wähle. Auf dem PC geht ohne ein Binden des Games an einen Account quasi nichts, so dass ein Weiterverkauf praktisch unmöglich ist. Eine Konsole hat neben dem Preis noch einen weiteren großen Vorteil, den vor allem Leute schätzen, die sich nicht so gut mit Technik auskennen oder sich ungerne informieren. Denn wo man PC oftmals selber für eine korrekte Konfiguration und Treiber sorgen muss, geschieht auf Konsolen alles automatisch. Zudem sind Probleme viel seltener, da sich die Spiele-Entwickler im Gegensatz zum PC auf vielleicht eine Handvoll Hardware-Konfigurationen einstellen müssen.
Eine Konsole hat für mich und viele andere auch den Vorteil, dass ich bequem vom Sofa aus die ein oder andere Runde zocken kann. Konsolen sind ja ohnehin klassischerweise ein Wohn- oder Kinderzimmer-Produkt, auch wegen ihrer kompakten Größe, bei dem man einen vorhandenen Fernseher als Monitor nutzt. Konsolenzocken am Schreibtisch sitzend ist eher ungewöhnlich. Und selbst die meisten Rollen- und Strategiegames sind inzwischen recht gut umgesetzt, so dass sie sich per Gamepad gut genug steuern lassen. Man kann nun auch, wenn man will, an Konsolen Maus und Tastatur nutzen, wobei dies wiederum vor allem in Multiplayer-Modi on Spielen nicht immer akzeptiert wird. Natürlich könnte man auch einen PC vom Sofa aus nutzen - aber die Hemmnisse sind größer, unter anderem auch, da ein wirklich sehr kleiner starker PC noch teurer ist als in einem normalen Midi-Gehäuse ist, und ein Midi-Gehäuse ist wiederum vielen zu groß fürs Wohnzimmer. Den PC weiter weg hinzustellen und mit einem sehr langen HDMI-Kabel zu verbinden oder Spielen über (W)LAN-Streams ist wiederum für die meisten Nutzer zu exotisch.
Quelle: Sony
Sonys Playstation 5 und einer der neuen Controller.
Ganz nebenbei ist die Xbox in meinem Falle auch schon längst mein Blu-Ray-Player geworden. Klar: Das alles ginge auch, wenn ich es unbedingt wollte, mit einem Mini-PC, den ich neben mein TV-Rack stelle. Aber ich möchte nun mal weiterhin meinen PC für den Schreibtisch zwecks Arbeit, Hobbyanwendungen und mehr behalten und bestimmte Games auch lieber per Maus und Tastatur auf einer stabilen Schreibtischplatte spielen - und manche Games gibt es für den PC auch gar nicht. Konsolen-Exklusive Spiele sind daher auch ein Argument für eine Konsole, allerdings vor allem für eine Playstation. Denn es gibt einige durchaus interessante Playstation-Spiele, die es weder für den PC noch für die Xbox gibt. Spiele, die "exklusiv" für die Xbox erscheinen, gibt es aber meist nur "konsolenexklusiv", also nicht für die Playstation, sehr wohl aber für den PC - wie zum Beispiel Forza Horizon 4 oder Gears 5. Das Thema "Exklusivität" finde ich allerdings nicht so wichtig, da es so oder so eine riesige Auswahl an Spielen gibt - obgleich ich ja wegen EAs Sportgames Madden und NHL überhaupt erst eine Xbox gekauft hatte.
Dies tat ich aber auch nur, da ich das anfangs erwähnte Top-Angebot sah und meine Grafikkarte im PC viel länger stark genug war als geplant, so dass ich 200 ich 300 Euro quasi auf der hohen Kante hatte. Für 500 Euro hätte ich aber damals niemals zugeschlagen. Inzwischen nutze ich übrigens auch ausgiebig den Xbox Game Pass, durch den ich auf der Konsole und dem PC viele Spiele kennenlernen durfte, die mit viele unterhaltsame Stunden bereiteten und ohne das Abomodell niemals gekauft hätte. Der Game Pass ist ein Grund dafür, dass ich weiterhin der Xbox als Plattform treu bleibe.
Ich hab beides, und das ist gut so
Alles in allem bin ich froh, sowohl einen PC als auch eine Konsole zu haben. Die Xbox ist eher fürs gemütliche Zocken (wobei es bei Titeln wie Call of Duty durchaus sehr ungemütlich werden kann) zuständig, auch mal mit einem Freund zusammen, aber auch für Filme und mehr nutze ich sie. Am PC wiederum schätze ich die Flexibilität, Erweiterbarkeit, optionales Spielen mit einer hübscheren Grafik und das Arbeiten per Maus und Tastatur. Da meine aktuelle PC-Grafikkarte und die CPU für meine Ansprüche noch eine Weile reichen wird, werde ich demnächst auch die 500 Euro in eine Xbox Series X investieren - ich warte aber noch entweder ein gutes Angebot ab oder solange, bis es erste Games gibt, die die neue Technik gut ausnutzen und bei denen ich auch weiß, dass ich per Gamepad-Steuerung mindestens so viel Spaß haben werde wie am PC. Mein 4K-Fernseher freut sich schon.