Harvest Moon Mad Dash getestet: Simples Puzzlespiel, das an Mobile Games erinnert
Test
Bauernhofleben mal anders: Harvest Moon: Mad Dash ist keine Farming-Simulation, sondern ein ziemlich schlichtes Puzzle-Spiel mit Mobile-Flair. Wir verraten euch im Test, was der Harvest-Moon-Ableger taugt.
Harvest Moon (jetzt kaufen 145,44 € ) ist schon eine Weile nicht mehr, was es mal war. Inzwischen programmieren die ehemaligen Schöpfer der Farmer-Simulation ihre eigene Version mit dem Titel Story of Seasons, hinter Harvest Moon steckt nun der Entwickler Natsume, und hinter Harvest Moon: Mad Dash verbirgt sich keine Bauernhofsim, sondern ein recht simples Puzzle- und Geschicklichkeits-Spiel! Im Grunde baut ihr aber auch hier Gemüse an, melkt Kühe und angelt Fische. Die große Frage ist natürlich: Macht das Spaß?
Auf dieser Seite
Wachse, wachse, Erntezeit
Die Mechanik ist denkbar einfach: Platziert Pflänzchen der gleichen Sorte nebeneinander, damit diese reifen und ihr die Früchte ernten könnt. Je größer die so entstandenen Felder, desto höher auch der Ertrag und somit die Punktzahl. Beim Angeln verhält es sich ähnlich: Legt Wasserfelder an Kacheln, auf denen Fische springen, um den Teich zu vergrößern und so noch mehr Fang an Land zu ziehen. Zu viel Zeit solltet ihr euch weder bei Flora noch bei der Fauna lassen, sonst verschwinden die Fische und die Früchte verderben. Schafe, Esel, Kühe und Hühner hingegen benötigen Heuballen, um Ressourcen wie Milch und Eier zu produzieren. Je größer die Portion Stroh, desto mehr gibt's bei den Tieren zu holen - legt also das Futter so, dass die Vier- und Zweibeiner eine dicke Portion davon abbekommen.
Quelle: PC Games
Der Power-Modus wird aktiviert, wenn ihr genug Ressourcen einsammelt. Dann ist alles gleichzeitig reif und ihr ernet schneller.
Theoretisch kann man das strategische Vorgehen schön optimieren und verfeinern, wirklich nötig ist das jedoch nur sehr selten. Bevor die ersten anspruchsvolleren Level auftauchen, vergehen viele Stunden, und bis dahin ist es ein Leichtes, die höchste Wertung mit drei Sternen einzusacken. Zwar bemüht sich der Titel, ein bisschen Abwechslung durch interaktive Besonderheiten in die Levels einzustreuen. Allerdings gibt es davon zu wenig unterschiedliche Versionen: In den unterirdischen Bonus-Levels tropft Lava von der Decke, die alles darunter verbrennt, danach den Boden aber fruchtbar macht. In den Himmelswelten friert Schnee Kacheln ein, nach dem Auftauen aber ist das Gemüse sofort erntereif. Ansonsten pflügen immer wieder Wildsauen durch eure Felder und zerstören, was sich in ihrem Weg befindet oder Kokosnüsse fallen herunter. Durch den eher niedrigen Schwierigkeitsgrad ist es auch meistens nicht nötig, die drei unterschiedlichen Spezialkräfte vor einem Level zu aktivieren. Ansonsten gilt: Wer schnell viele Punkte macht, füllt die Power-Leiste, die für kurze Zeit einen Bonus-Erntemodus aktiviert, bei dem der Timer kurz stillsteht und alle Früchte sofort reifen. Gelegentlich müsst ihr außerdem die Wünsche eines am Bildschirmrand auftauchenden Hundes erfüllen, der dann zum Beispiel einen vier Felder großen Kürbis haben möchte.
Quelle: PC Games
Die Himmel- und Höhlenwelten bieten jeweils fünf Levels und müssen bewältigt werden, um die Nusssamen am Ende einzusammeln. Ihr benötigt alle acht!
Das Handy lässt grüßen
Die Präsentation von Harvest Moon: Mad Dash passt zum einfachen Spielprinzip. Nach einem notdürftigen, kurzen Intro in (immerhin sehr niedlichen und bunten) Standbildern geht es auch schon los. Ihr klappert ganz einfach nach und nach und vollkommen linear Level um Level ab. Ein schönes Detal: In der Oberwelt verändert sich die Umgebung, je weiter ihr fortschreitet. Zum Beispiel tauchen Windräder oder prall gefüllte Felder auf. Das sieht tatsächlich charmant aus, aber insgesamt erinnert Mad Dash mit seinem schemahaften Aufbau eher an typische Mobile-Spiele. Das gilt auch für die Grafik, die in dieser Form wohl ohne Probleme auf der Wii U, der Wii, und sogar dem Gamecube machbar gewesen wäre. Wenig ambitioniert außerdem die musikalische Untermalung: Nach einer Weile nerven die Hintergrundmelodien, und man schaltet sie dann doch lieber ab. Allerdings funktioniert der Titel gerade wegen seiner Simplizität gut als kurzweiliges Spielchen für zwischendurch, bei dem man nicht viel Denkaufwand oder Geschick investieren muss. Und einige dürften sich freuen, dass man Mad Dash im Koop-Modus lokal mit bis zu drei Begleitern erleben kann. Angesichts des familienfreundlichen Inhaltes durchaus ein Spiel, das sich für Zocker-Abende mit den Jüngsten eignet. Aber Knobelfüchse oder Fans von klassischem Harvest-Moon-Gameplay finden auf den Feldern von Mad Dash keine reiche Ernte.
