Die klassische Erfahrung von Need for Speed trifft auf ganz viel Style. Heading Out kommt aus dem Nichts und kann komplett überzeugen.
Sogar tödliche Unfälle sind möglich, sobald wir ungebremst in ein Objekt brettern. Je nach Schwierigkeitsgrad - es gibt drei Stufen - bekommen wir allerdings eine unterschiedliche Anzahl an Wiederbelebungen spendiert, wodurch unser Versuch noch nicht direkt verloren ist.
Ein richtiges Schadensmodell bei den vier Vehikeln hätte dem Spiel gutgestanden, außer ein paar Beulen, Kratzern und einem rauchenden Motor kommt das aber sehr rudimentär herüber. Wegfliegende Teile gibt's nur selten und gröbere Karosserieverformungen suchen wir vergeblich.
Nach jedem Akt dürfen wir uns eine kurze Wiederholung des Kapitels ansehen. Dabei werden uns nicht nur Action-geladene Szenen aus unseren Verfolgungsjagden gezeigt, sondern auch unsere Taten zusammengefasst und es wird festgehalten, welchen Ruf wir uns bei Außenstehenden erarbeitet haben.
Das hat Style, so viel Style!
Auch optisch hat Heading Out extrem viel zu bieten. Der Schwarz-Weiß-Look steht dem Spiel fantastisch und nur bestimmte Highlights werden in Farbe getaucht. Während wir auf der Straße unterwegs sind, kehren lediglich zwei Farben immer wieder zurück: Gelbe Schilder warnen uns vor engen Kurven und rot steht für die Gefahr, die uns ständig umgibt.
Da haben wir Baustellen, die Bremsleuchten anderer Fahrzeuge, die Lichter an Polizeiautos und natürlich den Himmel, der stellvertretend für die uns verfolgenden Ängsten rot eingefärbt ist. Der Stil von Heading Out ist absolut grandios und liefert bereits jetzt einen Kandidaten für den Titel des schicksten Spiels des Jahres 2024.
Auf unserem Roadtrip von Ost nach West entsprechen die Umgebungen ihren realen Vorbildern. Da gibt es Abschnitte in Missouri mit etlichen Gewässern um die Highways herum, sehr sandige Gebiete in den Staubwüsten von Texas und Ausflüge durch Canyons in New Mexico. Das sorgt zusätzlich für viel Abwechslung und eine glaubwürdige Gestaltung.
Einfach mal zuhören
Um in die perfekte Stimmung für unsere Verfolgungsjagden zu kommen, gibt's auch tolle Klänge auf die Ohren. Die Musik aus dem Radio vermittelt eine erstklassige Amerika-Roadtrip-Atmosphäre. Rockige Songs wechseln sich mit Pop- und Country-Tracks ab. Heading Out trifft immer den richtigen Ton.
Die Monologe der Radio-Hosts rücken unsere Abenteuer in den Mittelpunkt. Dabei reagieren die Moderatoren komplett unterschiedlich auf uns: Einige beneiden unseren Mut, andere wiederum möchten, dass wir uns der Polizei stellen, da wir eine Gefahr für Mitmenschen darstellen würden.
Auch den Geschichten der Hosts zu lauschen, die sich nicht um uns drehen, ergibt Sinn, da wir dann mehr über die Persönlichkeit der Sprecher und Sprecherinnen erfahren. Und wie es in Amerika derzeit Gang und Gebe ist, tun sich dabei gewaltige Abgründe der Gesellschaft auf.
Mit Heading Out erwartet und ab dem 07. Mai eine absolute Indie-Perle. Wer auf den Stil des Roadtrips und auf die klassische Spielerfahrung der frühen Need-For-Speed-Teile steht, macht mit dem Rennspiel absolut nichts falsch. Das grandiose Abenteuer erscheint vorerst nur für den PC. Ob in Zukunft auch eine Umsetzung für die Konsolen geplant ist, lässt sich bislang noch nicht einschätzen. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Release-Fassung von Heading Out von Publisher Sabre Interactive gestellt.
