Heavy Rain im Gamezone-Test

Test Goreminister

Wer der blutigen Spur des Origami-Killers folgt, bekommt ein interaktives Spielerlebnis der Güteklasse A geboten.

Interaktives Spielerlebnis der Güteklasse A

Heavy Rain Heavy Rain Ihr könnt bei Heavy Rain nicht verlieren, egal was ihr auch tut. Niemals werdet ihr einen "Game Over" Screen sehen oder ab einem gewissen Checkpoint neu starten müssen. Die Story wird kontinuierlich forgesetzt, doch ziehen einige Entscheidungen, Fehltritte oder das eigene Versagen natürlich auch dementsprechende, teils äußerst schwerwiegende Konsequenzen nach sich und beeinflußen den weiteren Verlauf des Spielerlebnisses. Das unterscheidet Heavy Rain von vielen Spielen, in denen bestimmte Handlungsstränge nach dem Absolvieren von Quick Time Events vorgegeben sind und führt zu einer unvergleichlichen Spielerfahrung, die sich immer wieder neu gestaltet und dem Spiel einen dementsprechenden Wiederspielwert verleiht, auch wenn sich die grundlegende und eigentlich lineare Geschichte hierbei nicht ändert. Vielmehr sind es Dutzende von kleinen Details, die neu hinzukommen oder gänzlich wegfallen, wenn zum Beispiel einer der Charaktere stirbt. Dabei sorgt das Spiel durch sein ausgeklügeltes System dafür, dass ihr immer aufmerksam seid, eure Entscheidungen wohl überlegt und darauf achtet, nichts falsch zu machen. Denn schon ein vermeidlich kleiner Fehltritt kann entscheidende Konsequenzen nach sich ziehen, von denen ein Klassenbucheintrag für Shaun wegen versäumter Schularbeiten noch das geringste Übel ist.

Heavy Rain Quelle: Quantic Dream/ Sony Heavy Rain Dabei hat man auf ein sehr ungewöhnliches Steuerungssystem zurückgegriffen, welches aber nach einer kleinen Einarbeitungszeit erstaunlich gut funktioniert. Jede Taste des Pads ist belegt und so müssen im Falle von Actionsequenzen manchmal schnelle Tastenkombinationen oder kurze Bewegungen mit dem Stick ausgeführt werden. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit, verschiedene Orte zu untersuchen, Dinge zu benutzen oder mit Menschen zwecks Ermittlung zu sprechen. Die vorgegebenen Symbole auf dem Bildschirm zeigen euch stets die vorhandenen Handlungsoptionen an, woraufhin ihr entscheidet, was zu tun ist. Kommt man mal nicht weiter, so kann man sich die Gedanken des jeweiligen Charakters mit Hilfe der L2-Taste ansehen, um so nützliche Tipps zu erhalten. Etwas ungewöhnlich ist es sicherlich die R2-Taste zu drücken um sich in Bewegung zu setzen und gerade in Bezug auf diese Bewegungsmechanik fühlt man sich etwas in die Zeit des ersten Resident Evil-Teils zurück versetzt. Eine ähnliche Bewegungsweise legen auch die Personen in Heavy Rain an den Tag, wenngleich das Ganze natürlich wesentlich flüssiger und komplexer vonstatten geht, als in dem verlassenen Herrenhaus von einst.

Heavy Rain Heavy Rain Mit einem anderen Kontrollschema hätte Heavy Rain womöglich gar nicht funktioniert und so wird einem wirklich das Gefühl gegeben, Teil der Handlung zu sein, sodass man stetig mit den Hauptfiguren mitfiebert. Einziger Kritikpunkt ist der kleine Fehler, der uns während des Tests auffiel. Und zwar kam es nach Ladesequenzen manchmal vor, dass der Charakter starr und regungslos dasteht und sich nicht bewegen lässt. Das erfordert einen lästigen Neustart, nachdem dieses Problem zwar behoben ist, doch stört es den Ablauf des Spiels schon ein wenig. Lässt man dieses Manko außer Acht, merkt man jedoch die Mühe und die Gedanken, die sich die Entwickler gemacht haben, um eine unaufdringliche Steuerung zu implementieren, welche das Gefühl der Interaktion vermittelt und auf HUD-Anzeigen verzichtet. Glaubt uns einfach, wenn wir sagen, dass ihr nach einigen Sequenzen mit schweißnassen Händen vor der Konsole sitzen werdet und froh seid, eine entsprechend hitzige Situation heil überstanden zu haben...

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk