Spielerisch lernen: Warum Videospiele das Lernen revolutionieren

Special Manuel Zippl Tobias Meyer
Spielerisch lernen: Warum Videospiele das Lernen revolutionieren
Quelle: Ubisoft

XP sammeln statt nur mitschreiben: Gamification bringt Quests, Level und Belohnungen ins Klassenzimmer. Wir erklären Konzepte, Beispiele und die größten Kritikpunkte am Lernen durch Spielen.

Es ist die letzte Unterrichtsstunde des Tages und euer Lehrer oder Dozent spricht seit einer Ewigkeit über die uninteressantesten Themen. Eure Langeweile drückt sich durch kontinuierliches Gähnen aus, während eure Augen kaum offenbleiben. Mit eurem Laptop versucht ihr, das Gehörte mitzuschreiben, doch plötzlich lacht euch Steam an und ihr geratet in Versuchung, euer Lieblingsspiel zu starten.

Jeder Gamer, der schon mal während des Unterrichts in der Schule oder Universität gelangweilt war und gerade seinen Laptop vor sich hatte, kam wahrscheinlich schon mal auf die Idee, ein Game zu starten und sich so - in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden - die Zeit totzuschlagen. Bei besonders langweiligen Stunden nimmt man sogar in Kauf, Inhalte des Unterrichts zu verpassen.

Was wäre aber, wenn man Gaming als festen Bestandteil des Unterrichts einführen würde? Wenn nicht nur das Kaufen von Mappen und Heften, sondern auch das Installieren diverser Spiele oder Apps Pflichtvoraussetzung für die Versetzung wäre? Wenn man XP und andere Belohnungen dafür erhalten würde, weil man die meisten Punkte bei einer Übung erreicht hat? Ist das Wunschdenken oder bereits Realität?

In der Schule oder im Studium kann es schon mal ganz schön langweilig werden, was den Laptop umso unwiderstehlicher macht. Quelle: Andrea Piacquadio / pexels In der Schule oder im Studium kann es schon mal ganz schön langweilig werden, was den Laptop umso unwiderstehlicher macht.

Gamification I - Lernen beim Spielen

Das spielerische Lernen von Inhalten wurde tatsächlich schon in die Tat umgesetzt. Folgender Vergleich hilft, das besser nachvollziehen zu können: Im Grunde geht es in Schulen und Universitäten darum, das Gehirn mit Informationen zu versorgen, um anschließend eine Form von Test oder Prüfung bestehen zu können. Genauso würde man in einem Videospiel Fähigkeiten erlernen, um einen Boss bezwingen zu können.

Auf solchen Gegenüberstellungen basiert die sogenannte Gamification. Darunter versteht man konkret den Einsatz spieletypischer Elemente außerhalb von Videospielen, also Quests, Erfahrungspunkten, Highscores, Ranglisten und vielem mehr.

Es geht demnach nicht direkt darum, im Unterricht zu zocken, sondern Schülern Anreize zu geben, lästige Aufgaben zu erledigen und ihnen dabei spielerisch Lerninhalte zu vermitteln. Doch Gamification ist mehr als nur eine nette Idee. Welche Mechanismen dahinterstecken und warum sie motivieren, schauen wir uns auf der nächsten Seite genauer an.

  1. Seite 1 Spielerisch lernen: Warum Videospiele das Lernen revolutionieren
  2. Seite 2 Gamification verstehen - Dynamics, Mechanics und Components
  3. Seite 3 Gamification in der Praxis - Verbreitung und Kritik
  4. Seite 4 Gamifizierter Unterricht - Tools, Apps und Plattformen
  5. Seite 5 Lernen durch Videospiele - Chancen, Risiken und Zukunft
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