Von Cookie Clicker bis zu Idle Boss Rush: Die Entwicklung von Idle Games

Special Marian Waworka Annika Menzel
Von Cookie Clicker bis zu Idle Boss Rush: Die Entwicklung von Idle Games
Quelle: PC Games

So entwickelte sich das sehr simple Konzept von Idle Games zu einem richtigen Genre und auf dem Smartphone zum größten Vertreter der Branche.

Anno 2013 und jeder spricht von diesem witzigen, aber eigentlich sehr monotonen Spiel: Cookie Clicker. Der eingefleischte Gamer probiert es vielleicht mal aus, aber wechselt schnell wieder zurück zu seinen gewohnten Titeln. Viele andere, vor allem Neulinge der Szene, finden mit Cookie Clicker ihren ersten Lieblingstitel. Und das simple Konzept eröffnet dann einen Markt, der heute die komplette Branche dominiert.

Dabei können wir euch das Gameplay von Cookie Clicker in wenigen Sätzen erklären: Auf den Keks zu klicken, bringt uns Punkte. Durch das Ausgeben von Punkten erhöhen wir den aktiven und passiven Zuwachs von Punkten. Nach einer gewissen Zeit lohnt sich das Klicken kaum noch und wir warten nur noch auf Punkte, um dann noch mehr Punkte zu bekommen.

So zusammengefasst klingt das Spiel kaum einladend. Aber das im August 2013 veröffentlichte Clicker-Game erlangte innerhalb kürzester Zeit enorme Beliebtheit. Nach eigenen Aussagen hat der französische Entwickler Julien Thiennot sein Werk an einem einzigen Abend entwickelt und anschließend auf der Website 4chan veröffentlicht.

Nach wenigen Stunden waren bereits 50.000 Spieler gleichzeitig am Klicken. Einen Monat später stieg die Zahl auf 200.000 pro Tag. Der gemessene Höhepunkt sei laut Thiennot 1,5 Millionen Zugriffe in 24 Stunden. Und bis heute, zwölf Jahre nach Release, hat die Steam-Version täglich 10 bis 12.000 aktive Spieler.

Die tatsächliche Spielerzahl liegt etwa doppelt so hoch, wenn wir andere Plattformen einberechnen. Während 2020 eine kostenpflichtige Neuauflage auf Steam erschien, bieten die Entwickler diese auch weiterhin kostenlos über die offizielle Website an. Dazu kommen Ableger fürs Handy und weitere Anbieterseiten, die sowohl den Download als auch das Onlinespielen ermöglichen.

Es passiert nicht sehr viel auf unserem Bildschirm. Gerade am Anfang müssen wir sehr oft selbst Klicken um genügend Kekse zusammenzubekommen. Quelle: PC Games Es passiert nicht sehr viel auf unserem Bildschirm. Gerade am Anfang müssen wir sehr oft selbst Klicken um genügend Kekse zusammenzubekommen.

Warum ist das Spiel so beliebt?

Das Phänomen Cookie Clicker erschließt sich auch uns nicht vollständig. Für ein paar Stunden kann es unterhalten, allerdings bietet es kaum die Komplexität und Spieltiefe oder überhaupt Aufmachung, die wir bei unseren Tests erwarten würden.

Der Clicker glänzt allerdings genau damit: Er ist simpel und so gut wie jedem zugänglich. Die Vorgänge auf dem Bildschirm sind leicht verständlich, das Konzept des Sparens auf bessere Upgrades erlernt der Spieler nach wenigen Minuten. Aber selbst, wenn er keine Fortschritte erzielt, läuft der Prozess weiter und alle Probleme lösen sich irgendwann von allein.

Außerdem benötigt das Ganze kaum Aufmerksamkeit. Spieler können es nebenbei laufen lassen und regelmäßig einen Blick hineinwerfen. Viele arbeiten währenddessen, erledigen Schularbeiten, schauen Serien oder sitzen sogar noch an einem zweiten Titel. So zeigen die Shop- und Statistikseiten hohe Spielerzahlen und Spielzeiten, was wiederum neue Interessenten anlockt.

Später im Spiel gibt es schon mehr zu beobachten. Dafür lohnt es sich kaum noch selbst tätig zu sein. Das Keks-Spiel besteht nur noch aus Abwarten und Tee trinken. Quelle: PC Games Später im Spiel gibt es schon mehr zu beobachten. Dafür lohnt es sich kaum noch selbst tätig zu sein. Das Keks-Spiel besteht nur noch aus Abwarten und Tee trinken. Daraus folgt, dass sehr viele Neugierige dem ganzen Geklicke eine Chance geben. Manche von ihnen kehren nach Jahren zurück, um sich die Zeit zu vertreiben, aber die meisten ziehen weiter. Und durch dieses bloße Herdenverhalten von Konsumenten kommen neue Spieler dazu und verbreiten ihre Erfahrungen weiter.

Schon fast wie ein Schneeballsystem verbreitet sich Cookie Clicker in der Gesellschaft und treibt im Mainstream, ohne unterzugehen. Dazu kommen die regelmäßigen Updates, die Langzeitspieler und Achievement-Jäger, die das Idle-Game am Leben halten. Auf der nächsten Seite betrachten wir, wie sie das Genre auf einer neuen Plattform weiterentwickelt hat.

  1. Seite 1 Die Geschichte von Cookie Clicker
  2. Seite 2 Der Mobile-Games-Markt
  3. Seite 3 Der Erfolg von Clash of Clans
  4. Seite 4 Idle Boss Rush
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