Spielestandort Deutschland: Zwischen Games-Förderung, Fachkräftemangel und fehlender Anerkennung
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Mehr Studios, mehr Jobs, mehr Umsatz: Die Games-Branche in Deutschland sendet wieder positive Signale. Doch reicht das für den internationalen Anschluss? Entwickler und Publisher ordnen ein, wo der Standort wirklich steht - und wo es hakt.
Die Gamesbranche in Deutschland wächst. So erhöhte sich die Anzahl der Unternehmen zwischen 2018 und 2024 von 524 auf 948 - ein Sprung um stattliche 81 Prozent. Damit einhergehend sind natürlich auch immer mehr Menschen in dieser Industrie tätig. In dem genannten Zeitraum stieg die Zahl der Mitarbeitenden um 20 Prozent auf 14.800. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 3,73 Milliarden Euro. Game, der Verband der Games-Branche, bescheinigte dem Spielestandort Deutschland in seiner jüngsten Studie somit eine positive Entwicklung.
In unserem Report aus dem Oktober 2023 sah die Situation noch deutlich düsterer aus. Die Schließung von Mimimi Games und der Stellenabbau bei InnoGames hallten damals noch nach. Was hat sich also geändert? Game-Geschäftsführer Felix Falk lobte in der offiziellen Stellungnahme vor allem die Förderungen: "Das starke Wachstum der vergangenen Jahre zeigt eindrucksvoll: Die Games-Branche liefert, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
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Quelle: Game-Verband
"Die Games-Förderung zahlt sich für Deutschland aus. Doch der eigentliche Turbo wurde noch gar nicht gezündet." - Felix Falk
Die Games-Förderung zahlt sich für Deutschland aus. Doch der eigentliche Turbo wurde noch gar nicht gezündet. Das volle Potenzial des Games-Standorts heben wir nur mit einem verlässlichen Mix aus Games-Fonds und steuerlicher Förderung. Mit diesem internationalen Standard steigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutlich und wir haben die Chance, zur Weltspitze aufzuschließen."
Doch Falks Ruf nach der "Weltspitze" steht ein wichtiger Punkt entgegen. Deutschland ist im weltweiten Vergleich weiterhin nur eine kleine Nummer in der Spieleentwicklung. Laut der Studie landen von 100 Euro, die hierzulande für Computer- und Videospiele ausgegeben werden, nur 5,50 Euro bei deutschen Entwicklern. Die großen Player sind hier etwa die USA, Kanada oder auch Großbritannien. Die Tagesschau titelte daher unlängst provokant: "Die Branche wächst, aber große Player fehlen". Und bereits hier stellt sich die Frage, ob dieser Anspruch angesichts der Entwicklungen der vergangenen Jahre nicht der falsche Ansatz ist.
Games-Förderung: Geld vom Staat
Die Gamesbranche ist für den deutschen Staat ein attraktives Pflaster. Seit dem Start der bundesweiten Games-Förderung im Jahr 2020 gab es jedoch immer wieder Probleme: Mehrfache Förderstopps erschwerten die Planbarkeit für die Unternehmen. Im Winter 2025 gab es dann eine vorläufige Erlösung: Ab 2026 stellt der Bund jährlich 125 Millionen Euro zur Verfügung, um den Spielestandort Deutschland anzukurbeln. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Zuwachs von rund 50 Prozent.
