Man darf es eigentlich nicht laut sagen, aber Leute um die Ecke zu bringen kann ganz schön viel Spaß machen, zumindest wenn man Agent 47 ist. Nur gut, dass sich unser Meuchelmörder besser unter Kontrolle hat als ich, der Spieler, sonst würden die Wachen in der Villa jetzt deutlich mein lautes Lachen hören. Sieht einfach zu witzig aus, wie der Typ beim Pinkeln mit dem Starkstrom Bekanntschaft macht. Kleine Ursache, große Wirkung, sag ich da nur. Hätte er mal genauer geschaut, dann wäre ihm meine Manipulation am Verteilerkasten aufgefallen. Hitman-Veteranen wissen natürlich schon längst, dass es solche Situationen sind, welche den Titel von anderen Games abhebt. Wir haben uns durch die Level von Hitman: Absolution geschlichen um zu sehen, ob der Killer inzwischen in die Jahre gekommen ist, oder ob er jetzt erst zur Höchstform aufläuft.
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Hitman: Absolution (7)
Grafik, Sound & Steuerung
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Hitman: Absolution (12)
Für einen Konsolentitel sieht Hitman: Absolution schon verdammt gut aus. Die vielen verschiedenen Szenarios wirken durch die Bank wie aus einem Guss und überzeugen mit ihrem Detailreichtum. Auch wenn Hitman durchaus etwas von seinem Open-World-Gedanken einbüßte, nicht selten sind die Kapitel in viele kleinere Level zerlegt, und auch wenn das Spiel anfangs noch recht linear daherkommt, lässt es einem als Spieler doch unglaublich viel Freiraum. Das sorgt natürlich für einen entsprechend hohen Wiederspielwert, da es nie nur eine Möglichkeit gibt und man beim ersten Durchgang auch sicher nicht alles sofort entdeckt.
An der Soundkulisse hingegen könnte man etwas an der deutschen Sprachausgabe herummäkeln. Weniger, weil die Sprecher keine gute Arbeit leisten, was sie ohne Zweifel tun, als viel mehr, weil manche Übersetzung schon etwas komisch ausfiel. Umso mehr freut man sich dann darüber, dass man den Text sowie die Sprachausgabe separat auf Englisch oder Deutsch stellen kann. Der Soundtrack wiederum ist aller erste Sahne und würde auch einem Hollywood-Blockbuster gut zu Gesicht stehen.
Die Steuerung geht einem innerhalb kürzester Zeit ins Blut über, funktioniert auch recht zuverlässig, einzig beim Interagieren mit bestimmten Dingen gibt sie sich manchmal etwas störrisch. Das verwirrende daran ist nämlich, dass uns manchmal bereits angezeigt wird, dass wir etwas nehmen oder eine Leiche wegschleppen können, Agent 47 dazu aber erst in der Lage ist, wenn wir uns direkt davor befinden. Hat man sich daran aber erst einmal gewöhnt, flutscht auch das ohne Probleme.
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Hitman: Absolution (17)
Auch wenn wir Hitman: Absolution ballernd in bester John Wayne-Manier durchspielen können, erhalten wir die begehrten Punkte zum Abschluss einer Mission nur, wenn wir möglichst "sauber" vorgingen. Dieser Motivationsaspekt funktioniert auch ganz gut, doch fühlte ich mich manchmal um meinen Lohn irgendwie betrogen. Denn das was das Spiel als Belohnungen ausschüttet, ist nicht immer wirklich hilfreich. Ohne zu viel zu spoilern traue ich mich sagen wie komisch es ist, dass mein besonders vorsichtiges und heimliches Vorgehen damit belohnt wird, dass ich nun schneller nachladen kann. Wozu? Leisere Schuhe oder ähnliches wäre eher angebracht, statt die Waffe aufzuleveln, die ich möglichst selten einsetze.
Wirklich loben hingegen muss man die gelungenen Charaktere im Spiel, die einen die flache Story locker vergessen lassen. Von den Personen um die es im Spiel geht, scheint keiner mehr alle Tassen im Schrank zu haben. Und wenn doch, erfüllen sie zumindest sämtliche Klischees die man sich vorstellen kann. Auch dabei möchte ich nicht zu viel verraten, aber ein lispelnder Sherriff, ein mexikanischer Wrestler oder mit Maschinenpistolen bewaffnete Nonnen sind bei weitem nicht die skurrilsten Figuren im Spiel. Und selbst die vielen NPCs die einem begegnen, haben mitunter zum Schreien komische Geschichten auf Lager. So werden auch die Szenen, in denen wir mal eine Zeit lang ruhig sitzen und beobachten müssen, zur Schau.
Contracts Mode
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Hitman: Absolution (19)
Hitman: Absolution bietet keinen richtigen Online-Multiplayer. Stattdessen können Spieler anhand der vorhandenen Level eigene Missionen erstellen. Man legt fest, welches Outfits getragen werden, welche Waffen man hat und welche Ziele auszuschalten sind. Hat man seine so erstellte Mission dann selbst bewältigt, kann man sie mit Freunden teilen, auf dass diese eine noch bessere Punktzahl hinlegen. Dabei wird alles protokolliert, wie die Anzahl versteckter Leichen, die Verwendung der Gegenstände als Mordwerkzeuge oder wie oft jemand auf uns aufmerksam wurde. Das funktioniert im Grunde auch ganz gut, allerdings sind nicht wirklich alle Level des Titels dazu geeignet. Es bleibt spannend, ob IO Interactive dafür noch spezielle Level nachschieben wird. Wichtig zu wissen: Für den Contracts Mode benötigt man einen Online-Pass. Allerdings hat man sich anscheinend im letzten Moment entschieden diesen kostenlos anzubieten. Trotzdem müsst ihr den Online-Pass herunterladen, um den Contracts-Mode zu aktivieren.
