Auch wenn gut inszeniert, beackert Homefront das allseits bekannte Feld der Ego-Shooter, ohne richtig herauszustechen.
Wenn der Commander befiehlt
Homefront
Beide Spiel-Modi werden etwas später vom Commander-Modus ergänzt. Dieser Commander schaut sich das Match an und sucht sich die besten Spieler aus. Dabei kann sich jeder Spieler durch herausragende Aktionen, wie zum Beispiel eine Killserie, bis zu fünf Sterne verdienen. Dafür bekommt man Belohnungen wie eine Splitterweste und verbesserte Fähigkeiten. Als sehr guter Spieler wird man jedoch auch vom gegnerischen KI-Kommandanten entdeckt und dementsprechend besser für die Feinde sichtbar gemacht, die den gekonnten Kämpfer verstärkt jagen sollen. Wer einen Fünf-Sterne-Spieler erledigt, bekommt natürlich ein hohes Kopfgeld.
Homefront
Über die Kampfpunkte sind wir mittlerweile gut informiert, doch die bleiben nur auf das jeweilige Match beschränkt. Übergreifend werden für die Karriere auch Erfahrungspunkten gesammelt, die den Rang bestimmen. Je mehr Erfahrung man in einer Klasse erringt, desto bessere Ausrüstung wird freigeschaltet. Die Stufenaufstiege werden zu Beginn sehr schnell abgewickelt, weswegen man relativ flott mit etwas erfahreneren Spielern mithalten kann. Neben zusätzlichem Equipment kann man auf diese Weise allerdings auch 18 Fähigkeiten mit Punkten ausbauen. Eine optimale Gesundheitsregeneration oder schnelleres Nachladen sind zwei der bekanntesten Beispiele.
Leider sind nur sechs Maps anwählbar, die zwar angenehm groß ausfallen, doch irgendwann wünscht man sich mehr davon. Gebrauchtkäufer müssen auf den "Kampfpass" achten, der jeder neuen Version beiliegt. Ohne ihn kann man nur bis Stufe 5 aufsteigen, weswegen viel Ausrüstung und der Commander-Modus nicht genutzt werden können. Will man als Käufer einer gebrauchten Version nicht zusätzlich 10 Euro an THQ überweisen, bekommt man quasi nur eine Demo-Version des Multiplayers. Und der ist ganz klar die tragende Säule von Homefront. Er ist gelungen, motiviert wahrscheinlich über Wochen und kann es mit der Konkurrenz von Battlefield oder Call of Duty locker aufnehmen.
Technische Unauffälligkeit
Homefront
Technisch ist Homefront im wahrsten Sinne des Wortes eine graue Maus. Die Unreal Engine 3 macht zwar einen soliden Job, doch im Gegensatz zu Call of Duty: Black Ops landet der Kaos-Shooter keinen Stich. Auf den Konsolen fallen Pop-Ups und einige Ruckler auf, während die Anmutung der Texturen ebenfalls auf mittlerem Niveau verweilt. Die Vorstädte sind zwar allesamt recht liebevoll gestaltet, es fehlt dennoch an technischen Meisterleistungen. Die Physik-Engine und die Lichteffekte sind bestenfalls als rudimentär zu bezeichnen, während die Animationen und die Mimik der Charaktere sehr steif wirken. Homefront ist bei weitem nicht hässlich, nur ein wenig enttäuschend. Die PC-Fassung punktet hingegen mit einer höheren Auflösung von Texturen und macht einen merklich besseren Eindruck. Die krachigen Soundeffekte sorgen für einen ordentlichen "Wums", die deutsche Sprachausgabe ist gut gelungen und der orchestrale Soundtrack, treibt die Handlung gut voran. In diesem Bereich wird man gut versorgt.
