I Hate This Place: Survival-Horror überrascht im Test mit starkem 80er-Flair und Kreativität

Test Vivien Ziermann
I Hate This Place: Survival-Horror überrascht im Test mit starkem 80er-Flair und Kreativität
Quelle: PC Games

In dem Indie-Horror-Titel I Hate This Place trifft Darkwood-Atmosphäre auf Stranger-Things-Mystery. Der knallharte Survival-Horror, kombiniert mit stylishem 80er-Charme, funktioniert fantastisch.

Neonfarben, Schulterpolster, Dauerwelle, der eigene Walkman stets in der Tasche - geprägt von Popkultur, Innovation und lauten Statements, haben die 80er-Jahre in der heutigen Zeit einen Kultstatus wie kaum ein anderes Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Und spätestens seit dem enormen Erfolg der Netflix-Serie Stranger Things erleben die 80er auch in der Medienlandschaft ein großes Comeback.

Die Kombination aus dem 80er-Jahre-Setting und übernatürlichen Ereignissen scheint die Geheimformel für Erfolg geworden zu sein. Denn inzwischen wird dieses Konzept immer mehr aufgegriffen. Unter anderem auch von den Entwicklern des polnischen Entwicklerstudios Rock Square Thunder, die nun eine Videospiel-Adaption der gleichnamigen Comicbuch-Reihe I Hate This Place (jetzt kaufen 36,99 € ) veröffentlichen.

In ihrem isometrischen Survival-Horror-Titel erkunden Spieler eine furchterregende Welt voller Monster und verzerrter Realitäten. Verpackt in den markanten Comic-Look der Vorlage, bis zum Rand gefüllt mit dem Charme des 80er-Jahre-Horrors, beschreiben die Entwickler selbst ihr Spiel als eine Mischung aus Darkwood und Stranger Things.

Wir haben uns selbst ein Bild des Indie-Horror-Titels gemacht und verraten euch, ob I Hate This Place dem Vergleich gerecht wird oder ob das Survival-Spiel ein Ort wurde, den wir zu hassen gelernt haben.

Willkommen auf der Rutherford-Ranch

In I Hate This Place übernehmen wir die Rolle von Elena, einer jungen Frau, die beide Eltern auf tragische Weise verloren hat. Um die Beziehung zu unserer Kindheitsfreundin Lou wiederzubeleben, kehren wir zurück auf die alte Familienranch der Rutherfords, die inzwischen von unserer Tante und unserem Onkel betrieben wird. Allerdings schlummert hier ein dunkles Geheimnis. Denn die Ranch und das Land im Umkreis unterliegen der Macht des Gehörnten. Eine Kreatur, die für einige als Gott, für andere wiederum als Dämon gilt.

Nach einem Ritual zur Beschwörung des Gehörnten verschwindet Lou plötzlich spurlos. Nun ist es an uns, den Geheimnissen dieses Ortes auf den Grund zu gehen und Lou zu finden. Dabei stoßen wir nicht nur auf verdrehte Monster und einen gefährlichen Kult, sondern entdecken auch geheime Untergrundlabore, in denen unmenschliche Experimente durchgeführt wurden.

Ein Zimmer in einer Holzhütte, an der Wand ein Hirschschädel. Links steht ein Holztisch, in der Mitte ein Bett mit rotem Laken, in dem Elena liegt. Quelle: PC Games In unserem alten Zimmer auf der Familienranch kommen traumatische Erinnerungen an unsere Kindheit zurück.

Auf der Suche nach der Wahrheit

Um die Wahrheit über diesen Ort, das Schicksal unserer Mutter und das Verschwinden von Lou zu finden, müssen wir die verschiedenen Schauplätze rund um die Familienranch der Rutherfords erkunden und genau unter die Lupe nehmen. Während unserer Reise über die Felder, durch den Wald und durch den Sumpf des Ortes finden wir wichtige Rohstoffe und Hilfsmittel, die uns dabei helfen, an diesem gefährlichen Ort zu überleben.

In bester Survival-Manier sammeln wir also Ressourcen und craften uns damit Waffen, Heilgegenstände und Nahrung, um zu überleben. Außerdem finden wir überall in der Welt verschiedene Blaupausen, durch die wir neue Waffen herstellen oder neue Gebäude auf der Ranch errichten können.

Der Eingang einer hölzernen Kirche bei Nacht. Links steht ein Altar mit brennenden Kerzen. Ein Priester steht vor der Tür und richtet eine Waffe auf Elena. Quelle: PC Games In der verlassenen Kirche im Sumpf hat sich ein neuer Priester niedergelassen. Er ist allerdings sehr speziell. Richtig gehört, auch die Familienranch braucht unsere Aufmerksamkeit. Über verschiedene Gebäude können wir hier Ressourcen selbst produzieren, Gegenstände herstellen und Nahrung anbauen und zubereiten. In der großen Scheune lassen sich ungenutzte Ressourcen zudem bestens zwischenlagern, sodass wir stets mit leichtem Gepäck reisen können. Denn sollte unser Rucksack zu schwer werden, kommen wir nur noch sehr langsam voran, was in brenzligen Situationen über Leben und Tod entscheiden könnte.

Generell sind die Ressourcen, wie es sich in einem Survival-Spiel gehört, knapp gehalten und der bedachte Einsatz von Munition und Heilgegenständen sowie ein stetiger Blick auf den Lebensmittelvorrat sind essenziell. Damit bleibt der Survival-Aspekt stets herausfordernd, aber nie unfair.

Neben interessanten Orten, Monstern und NPCs können wir beim Erkunden zusätzlich einige Geistergeschichten entdecken. Denn wer auf dem Land rund um die Ranch stirbt, dessen Geist bleibt erhalten. Wenn wir also nachts außerhalb der Ranch unterwegs sind, stolpern wir womöglich über einen spukenden Geist, dessen Tod bisher nicht aufgeklärt wurde.

Elena leuchtet mit einer Taschenlampe auf ein paar Holzkisten. Zu beiden Seiten von ihr stehen abgestorbene Bäume. Alles ist in Blau- und Grüntönen gehalten. Quelle: PC Games Als paranormale Ermittler versuchen wir herauszufinden, wie der Jäger des Ortes gestorben ist. Finden wir eine dieser Geistergeschichten, liegt es an uns, paranormal zu ermitteln, Hinweise zu suchen und die Wahrheit über den jeweiligen Tod herauszufinden. Diese kurzen Ermittlungsgeschichten bringen noch einmal eine gelungene Abwechslung ins Gameplay, regen zum Nachdenken an und strotzen nur so vor Kreativität. Doch Vorsicht, welche Schlussfolgerung ihr zieht. Wer weiß, welche Folgen ein falsch aufgeklärter Tod haben könnte? Natürlich treffen wir in der Welt von I Hate This Place nicht nur auf Geister. Welche Gegner auf uns warten und wie sich die Kämpfe gestalten, erfahrt ihr auf Seite 2.

  1. Seite 1 I Hate This Place im Test: Stroy, Erkundung & Survival
  2. Seite 2 I Hate This Place im Test: Kampfsystem, Technik, Fazit & Wertung
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