80er-Horror-Spiel I Hate This Place verbindet Darkwood-Vibes mit Stranger-Things-Feeling und entpuppt sich als echter Geheimtipp für alle 80er-Fans.
Kämpfen oder Verstecken?
Natürlich wäre es kein richtiger Survival-Horror-Titel, wenn nicht hinter jeder Ecke gefährliche Gegner lauern würden. Sobald wir die sichere Familienranch verlassen, warten überall potenzielle Gefahren auf uns. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob wir bei Tageslicht oder in der Dunkelheit der Nacht unterwegs sind. Denn nachts treiben wesentlich mehr Kreaturen ihr Unwesen.
In unterschiedlichen Bereichen der Welt treffen wir auf verschiedene Gegner. So finden wir in der Nähe der Kultistenstadt mutierte Kultisten, während wir uns im Wald vor giftigen Spinnen und seltsam veränderten Hirschen in Acht nehmen müssen.
Am gefährlichsten sind allerdings die Untergrundlabore, in denen geheime Forschungsexperimente mit der DNA des Gehörnten durchgeführt wurden. Das Ergebnis sind tödliche Mutanten und fleischartige Gewächse, die jeden attackieren, der ihnen zu nahe kommt.
Quelle: PC Games
Nachdem das Labor zerstört wurde, treiben die Ergebnisse der Experimente ihr unheilvolles Unwesen in den Überresten der Einrichtung.
Je nach Situation und Gegnertypen müssen wir über die beste Herangehensweise entscheiden. Sollten wir versuchen, uns an ihnen vorbeizuschleichen, oder doch besser offensiv das Feuer eröffnen? Könnten wir uns den Weg mit einer Granate freisprengen? Und reichen unsere Ressourcen überhaupt aus?
Sofern sich nur blinde Gegner um uns herum befinden, fällt die Wahl leicht, doch sobald sich zusätzlich ein Gegner im Raum befindet, der uns sehen kann, ist Taktik gefragt. Dadurch bleiben die Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Gegnern stets spannend und werden selten repetitiv.
Bildergalerie
Das Kämpfen selbst ist zwar auf den Nahkampf mit einem Baseballschläger, das Werfen von Granaten oder Molotovs und den Gebrauch von verschiedenen Schusswaffen begrenzt, und auch recht einfach gehalten, funktioniert dafür aber völlig problemlos. Es lässt sich flüssig zwischen Nah- und Fernkampf und den verschiedenen Waffentypen wechseln. Und die verschiedenen Waffen unterscheiden sich durch variablen Schaden, Effekt und Feuerrate spielerisch voneinander. Auch wenn es nicht lang gedauert hat, bis wir eine Lieblingswaffe hatten, mit der wir fast ausschließlich gekämpft haben.
Comichafter 80er-Flair mit kleinen Makeln
Grafisch orientiert sich I Hate This Place stark an der Comicbuch-Vorlage und erscheint in einem bunten Comic-Look im 80er-Stil. Doch solltet ihr euch davon nicht täuschen lassen. Auch wenn es etwas bunter gestaltet ist, so steht I Hate This Place mit seinem düsteren Wald, den kleinen Holzhütten und der Iso-Perspektive dem Indie-Horror-Hit Darkwood in Sachen Grusel in nichts nach.
Quelle: PC Games
In den geheimen Untergrundlaboren wurden genetische Experimente an Menschen durchgeführt.
Passend zum Comic-Look der 80er kommt ein Soundtrack, der perfekt in diese Epoche passt. Die eingespielten Lieder sind wie auf die Situationen zugeschnitten und tragen bestens zur Immersion bei. Die Geräuscheffekte der Kreaturen und Gegner sind ebenfalls individuell gestaltet und lassen uns zum Teil die Haare zu Berge stehen.
Auch die Synchronsprecher leisten hervorragende Arbeit. Die meisten Dialoge triefen förmlich vor Emotionen, die in den Voicelines perfekt rübergebracht werden. Ein paar kleine Ausnahmen gibt es, wenn sich Elena beispielsweise nach einem emotionalen Gespräch freudig verabschiedet, doch darüber können wir kinderleicht hinwegsehen. Leider waren in unserer Vorabversion noch nicht alle Zeilen vertont. Die Entwickler versicherten jedoch, dass diese spätestens zum Release mit einem Day-One-Patch nachgereicht werden.
Quelle: PC Games
Die Anhänger des Kults erwarten harte Strafen, sollten sie bei einer Mission versagen oder den Kult verlassen wollen.
Technisch läuft das Spiel beinahe fehlerfrei. Lediglich beim Wechsel zwischen den verschiedenen Gebieten ist es manchmal vorgekommen, dass die Bilderwiederholungsrate eingebrochen ist und das Spiel kurz geruckelt hat. Auch das ist den Entwicklern bereits bekannt und soll bis zum finalen Release behoben worden sein.
Allerdings hat sich unsere Spielfigur vereinzelt zwischen einigen Bäumen im Wald festgebuggt. Besonders der Eingang des ersten Bunkers, durch den wir am Gelände der Ranch angekommen sind, scheint für diesen Fehler prädestiniert zu sein. Um uns zu befreien, hat nur das Laden des letzten Speicherpunkts geholfen. Da das Spiel in bester Survival-Manier aber nicht automatisch speichert, sondern nur in Safe-Rooms manuell gespeichert werden kann, war das Neuladen teilweise recht ärgerlich.
Meinung
Eine gelungene Mischung aus Darkwood und Stranger Things
I Hate This Place überzeugt mit einer interessanten, mysteriösen Geschichte rund um ein verfluchtes Land und eine mystische Gottheit (oder einen Dämon), mit überzeugenden Charakteren, eigenwilligem Humor und einer Extraprise 80er-Flair. Der düstere Wald, das Ressourcenmanagement sowie das Kampfsystem und die Iso-Perspektive erinnern stark an Darkwood, während die geheimen Labore mit genetischen, übernatürlichen Experimenten und die Monster einen starken Stranger-Things-Vibe versprühen.
Beides greift perfekt ineinander und wird durch eine kernige, sarkastische Hauptfigur, überzeugende Sprecher und einen tollen Soundtrack ideal untermauert. Auch wenn wir ein paar kleine technische Mängel anzukreiden hatten, bietet I Hate This Place eine einzigartige und charmante Spielerfahrung, die uns positiv überrascht hat.
Nach etwa zehn Stunden Spielzeit, diversen Monsterbegegnungen und der Lösung der vielen Rätsel, die das verfluchte Land zu bieten hatte, haben wir eigentlich nur ein Problem: Wir hätten gern mehr davon. Demnach ist I Hate This Place für jeden Fan von Horror, Survival oder einem 80er-Jahre-Setting eine klare Empfehlung und gehört unbedingt ganz oben auf die Wunschliste. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Artikels wurde die Release-Fassung von I Hate This Place von Broken Mirror Games zur Verfügung gestellt.
