Maddox schuf mit diesem Titel nichts weniger als die aktuell beste und umfangreichste Luftkampf- simulation des zweiten Weltkriegs.
Technik von 1946? Nicht ganz, aber nah dran...
IL-2 Sturmovik: 1946
Bei der Steuerung ist es sicher gut, dass alles beim Alten im Vergleich zu den früheren Il-2 Versionen blieb, bei der restlichen Technik hätte man schon etwas mehr Veränderung erwarten können. Es gibt zwar minimale Anpassungen in der Engine, aber die muss man schon mit der Lupe suchen. Die Grafik wirkt absolut nicht mehr zeitgemäß und die selbst die schön detaillierten Flugzeugmodelle sind sichtbar in die Jahre gekommen. Der Boden ist verwaschen und wirkt lieblos, die Bodenobjekte geradezu vorsintflutlich, Antialiasing scheint ein Fremdwort für die Programmierer zu sein. Das gilt auch für die Boden-Neuzugänge, wie schwer zu knackende Bunkeranlagen und Schützengräben, die sicher nette neue taktische Aspekte bringen, aber gegen ein wenig Eyecandy als Bonus hätten wir nun wirklich nichts gehabt. Als Ausgleich sind die Hardwareanforderungen für heutige Verhältnisse geradezu lächerlich gering und auch mit einer Geforce 3 oder ATI 9600 könnt ihr in der 1024*768er Auflösung immer noch spielen.
IL-2 Sturmovik: 1946
Die Menüstruktur ist ebenfalls keine Einladung zum Verweilen, da sie träge, schwer durchschaubar, uneinheitlich und offen gesagt grottenhäßlich daherkommt. Lediglich die Tatsache, dass sie es einem ermöglicht, all die Optionen des Spiels irgendwie zu erreichen, verhindert den völligen Absturz in die Nutzlosigkeit. Der Sound im Spiel ist sicher nicht schlecht und die Flugzeuge klingen alle recht charakteristisch. Die Waffengeräusche könnten allerdings eine Auffrischung vertragen, viel zu dünn klingt das, was da aus den Lautsprechern kommt. An Folter grenzt allerdings nach wenigen Minuten die Maddox Interpretation von Marschmusik. Für einen grenzdebilen Zirkustrupp mag das hier genau das richtige sein, an tapfere Piloten und Luftgefechte erinnert das wahrlich nicht.
Mehrwert: Kostenloser Onlinespaß und Bonus-DVD
IL-2 Sturmovik: 1946
Bei der Verwaltung der Mehrspielervielfalt herrscht immer noch Ratlosigkeit vor, sobald es um die Auswahl des Servers mit Bordmitteln geht. Hier helfen zwar Community-Tools wie All Seeing Eye weiter, jedoch wäre eine integrierte Lösung besser gewesen. Sollte man dann aber den Server seines Vertrauens gefunden haben, geht es gut ab, denn ganze Feldzüge werden Online mit teilweise der Maximalgrenze von 128 Spieler gleichzeitig gespielt. Um sich richtig einer Gruppe anzuschließen, muss viel Zeit in der Community investiert werden, wer einfach mal nur schnell mit anderen Piloten in die Luftschlacht ziehen will kann dies in spannende Instant-Gefechten tun. Dass alle Server, zumindest die mir bekannten, gratis sind, ist hoch anzurechnen, denn der größte Reiz liegt, trotz der formidabeln Computer-KI, im Gefecht mit menschlichen Mitspielern. Neben dem unglaublichen Umfang des Spiels ist dies der sichere Garant für Langzeitspaß, wenn man sich erst einmal eingefuchst hat.
IL-2 Sturmovik: 1946
Als weiterer Kaufanreiz liegt der kargen Verpackung übrigens eine Bonus-DVD anbei, die allerdings wirklich keine Bäume ausreißt. Am meisten gefällt das fast 500 Seiten lange PDF, das alle Flugzeuge beschreibt. Der Fan findet hier sicher genug Lesematerial für lange Winterabende und kann sich anschließend auch noch eine Art Making-of angucken. Ein kurzes Video über das nächste Maddox-Projekt Storm of War: Battle of Britain rundet das Ganze zu einer kleinen aber eigentlich nicht besonders feinen Beilage ab.