James Cameron's Avatar: Das Spiel im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Mit James Cameron´s Avatar zeigt uns Ubisoft, dass Spiele zu Kinofilmen nicht grundsätzlich schlecht sein müssen.

James Cameron's Avatar: Das Spiel James Cameron's Avatar: Das Spiel Pandora gaukelt einem von den ersten Spielminuten an eine offene und frei begehbare Spielwelt vor, die sich in der Praxis dann aber recht schnell als ziemlich beschränkt herausstellt. Denn praktisch alle Areale bestehen aus verknoteten Schläuchen, wirklich freies Gelände gibt es nur selten zu sehen. Stattdessen bewegen wir uns fast ausschließlich durch enge Gänge von einer Abzweigung zur nächsten. Für längere Wege stehen uns auf der Seite der Menschen diverse Hubschrauber, Buggys und Boote zur Verfügung, wohingegen sich die Na'vis der heimischen Tiere bedienen, wie Wölfe und Drachen, um sich fortzubewegen. Schade nur, dass es die Missionsdesigner trotzdem lustig fanden den Spieler möglichst oft zu Fuß gehen zu lassen. Das macht zwar Spaß, wenn man noch dabei ist den Planeten zu entdecken und seinen Geheimnissen auf die Spur zu kommen, wird aber besonders in der zweiten Hälfte des Games recht lästig. An mancher Stelle trieben es die Designer sogar auf die Spitze und lassen uns mehrfach zwischen zwei Punkten hin- und herlaufen, oder sie schicken uns zum x-ten Mal auf die Suche nach drei Splittern um einen weiteren Baum zum singen zu bringen. Das wirkt auf die Dauer nicht sehr motivierend und leidet zudem unter der immer schwächer werdenden Erzählweise des Spiels. Denn wo wir Anfangs noch schön inszenierte Szenen zu Gesicht bekommen welche unseren taten Sinn verleihen, müssen zum Ende hin irgendwo in die Landschaft abgestellte Questgeber herhalten um die Geschichte zu Ende zu führen.

James Cameron's Avatar: Das Spiel James Cameron's Avatar: Das Spiel Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte einem die durchwachsene Qualität der deutschen Sprachausgabe auffallen, die auf menschlicher Seite mit ihren vielen falschen Betonungen glänzt und uns auf Na'vi Seite mit noch viel mehr bedeutungsschwangeren Ansprachen belastet, die einen ahnen lassen weshalb ihnen niemand zuhört. Dafür ist die musikalische Untermalung gut gelungen und bietet uns situationsabhängige Klassik direkt aus Hollywood. Ebenfalls gelungen sind die Waffengeräusche, besonders wenn man auf menschlicher Seite spielt, wohingegen sich die Na'vi relativ lautlos durch den Dschungel schlagen.

Grafisch schafft es das Spiel einen die ersten Stunden komplett in seinen Bann zu ziehen. Der Dschungel Pandoras scheint tatsächlich zu leben, alles bewegt sich und wenn die Nacht hereinbricht beginnt der Urwald in unheimlichen UV-Licht zu erstrahlen, welches Pandora sein unverwechselbares Aussehen verleiht. Im späteren Verlauf des Spiels fallen einem aber die gerne auftretenden PopUs auf sowie das lästige Tearing. Beides jedoch hält sich in Grenzen und fällt eigentlich nur während der Flugsequenzen negativ auf.

James Cameron's Avatar: Das Spiel James Cameron's Avatar: Das Spiel Steuerungstechnisch hat man sich schnell eingearbeitet, sobald man sich daran gewöhnt hat, dass die Kamera immer leicht seitlich von unserem Protagonisten positioniert ist. Da man gerne und oft von Hinten angegriffen wird, genügt ein kurzer Klick auf den rechten Stick und unser Charakter dreht sich blitzschnell um 180 Grad. Etwas lästig ist nur, dass sich die Kamera manchmal weigert zu drehen bzw. zu kippen, beispielsweise wenn wir eine Liane fassen um daran hochzuklettern, muss man mehrmals versuchen die Kamera zu kippen, bis man endlich sehen kann wohin man klettert. Hat man die Fahrzeuge und Reittiere auf der Stelle im Griff, man drückt einfach den linken Stick in die gewünschte Richtung, sieht es mit den Fluggeräten und Tieren schon anders aus. Um diese zu steuern werden alle beide Sticks benötigt und etwas Gewöhnungszeit, will man nicht an jeder Felswand lang schrammen. Denn besonders die Hubschrauber besitzen die unangenehme Angewohnheit von ganz alleine nach unten zu sinken, so dass man permanent gegensteuern muss.

Der Multiplayer

James Cameron's Avatar: Das Spiel James Cameron's Avatar: Das Spiel Neben der Einzelspielerkampagne, die eigentlich zwei Kampagnen darstellt, bietet uns James Cameron's Avatar auch einen ausgewachsenen Muliplayer-Part für bis zu 16 Spieler gleichzeitig. Diese können sich auf der Seite der Na'vi oder der Menschen in insgesamt fünf verschiedenen Spielvarianten gegenseitig verkloppen, die uns recht bekannte Kost bieten. So sollte sich das "Capture the Flag", "Team Deathmatch" und "King of the Hill" von selbst erklären, wohinter sich genau die vermuteten Spielmodi verbergen, wozu sich noch ein "Capture and Hold" sowie ein "Endkampf" gesellt. Beim Letzteren geht es darum als menschlicher Soldat drei Raketen zu beschützen wohingegen die Na'vis versuchen sie in der vorgegebenen Zeit zu zerstören.

James Cameron's Avatar: Das Spiel James Cameron's Avatar: Das Spiel Auch online benutzt James Cameron's Avatar die schon beschriebenen Schlauchlevel, welche die Spieler zwingen immer dieselben Wege zu nehmen, was zwangsläufig zu vermehrtem Feindkontakt führt. Außer beim Deathmatch geht diese Rechnung auch auf, nur wenn man mit weniger Spielern in einer Session sitzt und das Team-Deathmatch auf einem der größeren Karten spielt, verliert man sich schon mal. Generell auch ging mir speziell beim online spielen eine deutliche Trefferrückmeldung ab, oft fällt der eigene Charakter tot zusammen und man bekam vom tödlichen Treffer gar nichts mit. Zudem traue ich mich behaupten, dass die Menschen online bessere Chancen haben, einfach schon weil sie über zig verschiedene Fernwaffen verfügen, wohingegen die Na'vis nur den Bogen besitzen und mit ihrer enormen Größe sowie ihrer leuchtend blauen Farbe auffallen wie bunte Hunde, während die Soldaten herrlich getarnt im Gebüsch verschwinden.

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