Killzone 3 ist eine nahezu perfekt inszenierte Action-Orgie mit Referenz-Optik, die ruhig etwas länger hätte ausfallen dürfen.
Inszenierung im Stil von Hollywood
Killzone 3
Obwohl sich an der Spielmechanik grundsätzlich kaum etwas verändert hat, hat Guerrilla Games bei der Inszenierung um 100 Prozent zugelegt. Killzone 3 wirkt deutlich mehr wie ein Hollywood-Effektfeuerwerk, bei dem es an jeder Ecke laut kracht. Die Call of Duty-Reihe hat in Sachen Skript-Sequenzen einen einschlägigen Ruf, auch Killzone 3 setzt auf dieses Stilmittel und macht seine Sache extrem gut, was die Atmosphäre deutlich steigert. Wenn wir schon bei Call of Duty sind, ist Killzone 3 auch der Inbegriff eines "Schlauch-Shooters"? Ja und nein, Killzone 3 ist linear, etwas linearer als sein Vorgänger, und oft bewegt man sich tatsächlich durch sehr begrenzte Räumlichkeiten. Es gibt jedoch ebenfalls viele Schlachtfelder, die ein wenig weiträumiger ausfallen und man auf verschiedene Arten dem Feind zu Leibe rücken darf.
Killzone 3
Leider hat sich Killzone 3 in Sachen Spielzeit deutlich an die Call of Duty-Reihe angenähert. Das Werk von Guerrilla Games ist eine straff inszenierte und bombastische Achterbahnfahrt, die dem Spieler kaum Zeit zum Ausruhen lässt, doch auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist man nach sechs bis maximal acht Stunden auch schon am Ende angekommen. Dafür kommt Killzone 3 ohne Längen aus. Die Suche nach versteckten Symbolen ist übrigens gestrichen worden, weswegen auch hier keine zusätzliche Zeit eingeplant werden sollte. Killzone 3 ist zudem merklich leichter als sein Vorgänger ausgefallen. Wenn man sich das stressige Finale von Killzone 2 anschaut, und es mit dem dritten Teil vergleicht, kann man eigentlich nur müde darüber lächeln. Veteranen können beim Schwierigkeitsgrad eigentlich von Anfang an voll aufs Ganze gehen.
Wie schlägt sich Move?
Killzone 3
Killzone 3 steuert sich mit dem DualShock-Controller nahezu perfekt. Einen Grund zum Meckern gibt es nicht wirklich. Beim Vorgänger wurde noch die leicht träge Bedienung kritisiert, welche das Gewicht der Waffen verdeutlichen sollte. Damit ist nun Schluss, Sev bewegt sich ziemlich flink und präzise über den Kriegsschauplatz, wobei sich richtig dicke Wummen durchaus behäbiger anfühlen. Wir haben auch die Bewegungssteuerung zusammen mit der coolen Sharp Shooter Gun getestet und waren überzeugt. Das Ding liegt super in der Hand, ist ein wahres haptisches Erlebnis und steuert sich optimal und sehr intuitiv. Bevor man spielen kann, muss man Move für seine Bedürfnisse kalibrieren. Darin legt man fest, in welchem Bereich die Figur nur zielt und ab wo sich der Charakter wirklich dreht. Überschreitet der Cursor dann diese Linie, bewegt sich Sev auch in die Richtung.
Killzone 3
Will man mit der Sharp Shooter Gun spielen, braucht man neben der Move-Einheit zwingend den Navigation-Controller. Kann man auf die Plastikknarre verzichten, darf es auch gerne die etwas unbequemere Kombo aus Move und DualShock-Gamepad sein. Ohne den roten Sharp Shooter funktioniert die Steuerung mit Move zwar auch super, ist dafür aber irgendwie nur halb so cool. Wenn wir schon bei den Waffen sind: Das Arsenal besteht zu einem großen Teil aus bekannten Schießprügeln, die sich bewährt haben, hinzu kommen neue, manchmal auch höchst experimentelle Waffen hinzu, die deutlich mehr dem SciFi-Genre zugeordnet werden können.
Optische Referenz
Killzone 3
Schon Killzone 2 bot eine absolute Highend-Optik und Killzone 3 schafft es tatsächlich noch mehr aus der PlayStation 3 zu pressen. Die Detailfülle des Guerrilla-Shooters sucht ihresgleichen. Die meisten Schauplätze wurde famos eingefangen und laden zum Staunen ein. Teils gigantische Ausblicke auf die Landschaft oder die Sicht auf einen riesigen Kampfkoloss lassen den Spieler fast schon in Ehrfurcht erstarren. Im Bereich der Konsolen-Ego-Shooter dürfte Killzone 3 die grafische Referenz darstellen, was unter anderem den umfangreichen Post-Processing-Effekte und der allgemein knackscharfen Optik zu verdanken ist. Die Animationen, die Mimik der Charaktere und die zu jeder Zeit flüssige Darstellung runden das Gesamtbild ab, ebenso wie das Anti-Aliasing und das Fehlen von Tearing. Killzone 3 wiegt über 40 GB, benötigt jedoch keine Installation. Selbst die Ladezeiten sind angenehm kurz und werden meistens durch Videosequenzen überbrückt. Man kann eigentlich nur leicht bemängeln, dass die Texturqualität "nur" gut ist, doch das stört das Gesamtbild nicht.
Killzone 3
Nun kommt Killzone 3 allerdings auch mit dem bisher besten 3D-Modus in einem Game daher, den wir überhaupt gesehen haben. Die grafisch aufwendigen Kamerafahrten und bombastischen Maps kommen dadurch so richtig zur Geltung und statt auf lästiges Eyecandy wert zu legen, verwendet Killzone 3 den Effekt um eine Tiefenschärfe zu erzeugen, welche die Umgebung wirklich lebendig wirken lässt. Außerdem erhält der Screen dadurch mehrere Ebenen. Blut, Indikator dafür, dass man getroffen wurde, wird dann weiter vorne dargestellt, während im Hintergrund der Rest des Geschehens noch top erkennbar ist. Ohne 3D verwaschen Bluteffekte mal ganz schnell, sodass man dann nicht genau erkennt, woher die Schüsse kommen. Wer die nötige Technik (3D-Fernseher plus Brillen) daheim stehen hat, wird es jedenfalls genießen.
Beim Sound setzt sich der sehr gute Eindruck fort. Die Abmischung ist extrem gut und lässt das Zimmer mit einer Surroundanlage beben. Begleitet werden wir von einem hervorragenden und atmosphärischen Soundtrack, der alle Register zieht. Selbst die deutsche Sprachausgabe ist gelungen und gibt keinen Anlass zur Kritik. Killzone 3 ist übrigens ungekürzt in Deutschland erhältlich, auch wenn es wieder recht blutig zur Sache geht.
