Kingdoms of Amalur: Reckoning im Gamezone-Test

Test Andreas Peter

Amalur will das beste Action-RPG des Jahres werden. Aber schafft das Erstlingswerk das?

Versalzen viele (Sterne-)Köche die Suppe?

Nun, große Namen alleine sind aber noch lange kein Garant für ein großartiges Game - schöne Grüße an dieser Stelle von John Romero. Wie hat das Allstar-Team um Curt Schilling denn nun zusammengespielt? Lasst uns in die ersten Minuten des Spielerlebnisses eintauchen.

Kingdoms of Amalur: Reckoning Kingdoms of Amalur: Reckoning Ganz am Anfang kommt der Gedächtnisverlust. Unsere Spielfigur hat gerade das zeitliche gesegnet und findet sich in einem Krematorium auf einem Berg verfaulender Leichen wieder, offensichtlich selbst frisch von den Toten wiederauferstanden. Kaum hat man sich aus dem Haufen verrottender Leiber herausgearbeitet, bekommt man in Form eines Pfeilhagels auf seine Person sehr schnell mitgeteilt, dass die ganze Anlage gerade vom großen Feind der freien Völker angegriffen wird. Wir greifen zur nächstbesten Waffe und müssen uns wohl oder übel gleich wieder unserer doch gerade eben neugewonnen Haut wehren. Erfreulicherweise haben wir zwar anscheinend unser Gedächtnis verloren, nicht aber unsere grundlegenden Kampf- und Zauberfertigkeiten. Und schon führt uns das Spiel direkt in diesem auch als Tutorial verwendeten Abschnitt in den besten und tragenden Aspekt von "Kingdoms of Amalur" ein: Die großartigsten 3D-Action-Rollenspielkämpfe, die wir bislang in einem RPG genießen durften.

Kingdoms of Amalur: Reckoning Kingdoms of Amalur: Reckoning Von Spielbeginn an beherrschen wir mächtige Schläge, raffinierte Kombinationen und imposante Angriffsmagie und beharken imposant gerendert die großartig animierten Gegner. Neben den gerade angelegten Ausrüstungsgegenständen, die tatsächlich eine direkte Auswirkung auf unseren Kampfstil habe - ein Langschwert führt sich z.B. völlig anders als eine Axt - und den im Skillbaum zu erlernenden erweiterten Fähigkeiten - kommt es auf Strategie und Taktik, und natürlich auch auf gutes Reaktionsvermögen an.

Kingdoms of Amalur: Reckoning Kingdoms of Amalur: Reckoning Die Kämpfe sind nicht sonderlich schwer - ein geübter Rollenspieler sollte sich überlegen, gleich zu Spielanfang den härtesten der drei Schwierigkeitsgrade auszusuchen - aber immer fordernd, dabei fair. Bei jedem Fight entsteht ein spannendes Actiongetümmel auf dem Bildschirm, dass je nach Gegnertypen und Feindkombination anders fließt - ein großartiger Spaß. Und zwar nicht nur die ersten Male während des Quasi-Tutorial im Krematorium. Dieses Spielelement trägt den ganzen Titel - der Autor dieser Zeilen hat mittlerweile 40 Stunden mit "Kingdoms of Amalur" verbracht und hunderte Schlachten geschlagen, und jeder Kampf ist immer noch eine große Gaudi, ohne eine Spur Langeweile aufkommen zu lassen. Das liegt auch daran, dass der persönliche Spielstiel jederzeit an den Fähigkeiten des Spielerhelden abgebildet werden kann. Frei fließend zwischen den drei Grundcharakterklassen Kämpfer, Dieb und Magier können Talente verteilt und genutzt werden, und auch der Schwerpunkt der Gesamtausbildung kann durch das geschickt entwickelte "Schicksalssystem" jederzeit neu justiert werden. Vom Soldaten zum Dieb, und zurück zum Kampfmagier, das alles ist möglich und lädt dazu ein, Stunden über Stunden mit dem ausprobieren neuer Angriffstaktiken zu verbringen.

Kingdoms of Amalur: Reckoning Quelle: 38 Studios Kingdoms of Amalur: Reckoning Vor lauter Schwärmen über die Kampfsequenzen des Spiels hätten wir fast vergessen zu verraten, was passiert, wenn der Spieler sich aus dem dunklen Höhlensystem des Krematoriums befreit hat. Er findet sich einer riesigen, offenen Spielwelt wieder, und erfährt schnell, was der kluge Leser bestimmt schon vermutet: Auch in Amalur stehen nicht Hinz und Kunz wieder von den Toten auf, sondern nur ausgewählte Heldennaturen, die das aussichtslose Schicksal einer von einer unsterblichen Elfensekte an den Rand des Untergangs gedrängten Fantasywelt vielleicht noch wenden können.

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