Kirby Star Allies im Test: Ungemein charmantes Hüpfabenteuer nach altbekanntem Rezept
Test
Kirby: Star Allies im Test: Er ist rosa, er kullert und es liegt wieder mal an ihm, das Dream Land vor bösen Kräften zu retten: Kirby erobert die Switch! Aber ist das auch Grund zur Freude? Reichen der zuckersüße Grafikstil und die extrem charmante Präsentation aus, um über etwaige spielerische Mängel hinwegzusehen? Oder schlägt Kirby im ersten Switch-Ableger auch spielerisch neue Seiten auf? Die Antworten gibt es in unserem Review!
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Unglaublich, dass Kirby abseits des Touchscreen-Spin-offs Kirby und der Regenbogen-Pinsel keinen Wii-U-Auftritt spendiert bekommen hat! Wer trotzdem seine Portion zuckersüße Knuddel-Diabetes erhalten wollte, musste wohl oder übel auf den 3DS ausweichen. Doch die dürren Jahre sind vorbei, auf der Switch darf der knuffigste Knödel der Videospielgeschichte endlich wieder ran - und wie üblich gilt es, das Dream Land vor bösen Invasoren zu bewahren. Diese kommen aus dem Weltall und verwandeln kurzerhand Whispy Woods, König Dedede, Meta Knight und Co. in böse (beziehungsweise noch bösere) und stärkere Versionen ihrer selbst. Also macht Kirby als Held, der er nun einmal ist, sich auf, um wieder für Recht und Ordnung zu sorgen.
Wer mehr Handlung als das erwartet, der hat ganz offensichtlich noch keinen der Vorgänger der Serie gespielt. Allerdings, so minimalistisch die Geschichte ist, so gut wird sie auch präsentiert, inklusive weniger, aber toll animierter CGI-Zwischensequenzen. Hinzu kommt die Tatsache, dass alles wieder einmal unfassbar putzig ist: Die Gegner wandern so fröhlich durch die Gegend, dass man ein richtig schlechtes Gewissen hat, wenn man sie haut, alles ist bunt und einladend und Kirby selbst ist natürlich wie immer der konzentrierte Zuckerschock schlechthin. Bei einer Szene früh im Spiel, in der der Edelknödel mit einem vormaligen Feind kuschelt, geht wohl sogar dem größten Miesepeter unweigerlich das Herz auf. Toll!
Wunderschöner Edelknödel
Grafisch hat sich der Umzug vom 3DS auf Nintendos HD-Konsole zudem definitiv gelohnt. Noch nie sahen Kirby und Co. und die Levels, durch die sie sich bewegen, so gut aus! Vor allem in den frühen Levels, wenn wir in sattgrünen Wiesen unterwegs sind, ist das geradezu spektakulär anzuschauen, inklusive knackig-scharfer Texturen und guter Animationen. In späteren Abschnitten wirkt's zwar teilweise nicht mehr ganz so grandios, ein ungemein hübscher Spaß bleibt Star Allies aber die ganze Zeit. Erkauft wird die Pracht durch Ladezeiten zwischen den Levelabschnitten, die aber dankenswerterweise so kurz sind, dass sie nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Musikalisch kann Kirbys Switch-Einstand ebenfalls überzeugen, wenngleich hier primär Altbekanntes geboten wird. Die poppig-launigen Musikstücke gefallen so gut wie eh und je, über eine Spur mehr neue Klänge hätten wir uns aber ebenfalls nicht beschwert. Aber erwarten uns auf der neuen Konsole auch spielerische Neuerungen?
Quelle: PC Games
Böse Aliens stürmen das Dream Land – viel mehr Story gibt es wie üblich nicht. Die Präsentation ist aber wieder mal sehr putzig!
Knuddel-Quartett
Quelle: PC Games
Dank der Leistungspower der Switch gibt es immer wieder technisch etwas aufwändigere Momente wie diesen zu bestaunen. Generell ist die Grafik sehr gut gelungen.
Nun, im Kern nicht. Noch immer ist es unsere Aufgabe, in Gestalt von Kirby von einer Oberweltkarte aus - die diesmal in 3D gestaltet ist, funktional aber jenen aus den Vorgängern entspricht - in Levels und in denen ans Ende der jeweiligen Abschnitte zu gelangen. Dafür hüpft der Held, flattert unbegrenzt lange durch die Luft und nutzt sein einzigartiges Talent, Feinde durch kräftiges Einsaugen zu verschlucken. Einmal ins ausladende Mündchen bugsiert, steht es uns frei, den jeweiligen Widersacher auszuspucken und auf Feinde zu schießen oder ihn runterzuschlucken und seine Fähigkeit zu erhalten. Anschließend laufen wir etwa mit einem Schwert herum, schlagen mit einer Peitsche zu, verschießen Blitze, sausen auf einer Welle über den Boden oder kochen leckere Gerichte, die unsere Lebensenergie wieder auffüllen.
Quelle: PC Games
Zwar machen die KI-Begleiter stets einen guten Job. Mit realen Mitspielern läuft Star Allies aber zur wahren Höchstform auf.
So weit, so bekannt also, wenngleich es wieder einmal beeindruckend ist, wie viele Steuerungsvariationen die Entwickler angesichts der mannigfaltigen Kopierfähigkeiten ins Spiel gepackt haben. Neu ist, dass wir auf Knopfdruck auch Herzen auf Feinde werfen können, woraufhin diese freundlich werden und sich uns anschließen. Daraufhin können wir mit bis zu drei Begleitern auf einmal gemeinsam durch die Levels ziehen, wobei diese dann über ihre entsprechenden Kräfte verfügen, erweitert durch Kirbys grundlegende Talente wie seine Flugfähigkeit. Wenn Kirby und drei fast ebenso putzige Kollegen gemeinsam durch die Welten hüpfen, erhöht sich der Niedlichkeitsfaktor noch einmal gehörig!
Dumm nur, dass die KI-Kameraden fast schon etwas zu hilfreich sind. Gerade in Bosskämpfen greifen sie so zuverlässig und effektiv an, dass es oft genügt, einfach nur in einer Ecke zu stehen und zuzusehen. In einer Serie, die schon generell dafür bekannt ist, sehr einfach zu sein, vielleicht nicht die beste Designentscheidung! Noch leichter wird es, wenn man mit echten Leuten loslegt - die neue Freundesfunktion fungiert nämlich gleichzeitig als Koop-Modus, bei dem jederzeit bis zu drei Mitspieler einsteigen können. Allerdings stört der fehlende Anspruch dann kaum, denn zu viert macht die Hüpferei noch einen Zacken mehr Spaß!
