Elementkräfte, Sammelgegenstände, Abwechslung, neue Features, Zusatz-Modi, Fazit

Test Lukas Schmid
Elementkräfte, Sammelgegenstände, Abwechslung, neue Features, Zusatz-Modi, Fazit
Quelle: Nintendo

Kirby: Star Allies im Test: Er ist rosa, er kullert und es liegt wieder mal an ihm, das Dream Land vor bösen Kräften zu retten: Kirby erobert die Switch! Aber ist das auch Grund zur Freude? Reichen der zuckersüße Grafikstil und die extrem charmante Präsentation aus, um über etwaige spielerische Mängel hinwegzusehen? Oder schlägt Kirby im ersten Switch-Ableger auch spielerisch neue Seiten auf? Die Antworten gibt es in unserem Review!

With your powers combined

Als zweite Neuerung ist es uns nun möglich, verschiedene Kräfte miteinander zu kombinieren. Da wird ein Schwert etwa mit Feuer-, Wind- oder Wasserkraft ausgestattet, ein Kollege mit Stein-Kräften wird eingefroren und kullert dann als Curling-Stein durch die Gegend oder ein Nahkämpfer packt einen der Mitstreiter und zerschmettert auf diese Weise harte Felsen. Die Kombinationsfähigkeiten sind vielfältig und werden auch sehr kreativ für Rätsel genutzt - echte Kopfnüsse erwarten uns aber dennoch nicht, meist ist die Lösung schnell klar. Insgesamt fällt die Rätsel-Quote aber relativ gering aus, was wohl damit zusammenhängt, dass es vergleichsweise wenig in den Levels zu finden gibt.
Kirby kann seine Widersacher nicht nur in Freunde verwandeln, sondern diverse Waffen auch mit deren Kräften stärker machen. Quelle: PC Games Kirby kann seine Widersacher nicht nur in Freunde verwandeln, sondern diverse Waffen auch mit deren Kräften stärker machen.

Waren die verschiedenen Abschnitte früher oftmals vollgestopft mit allerlei versteckten Items, gibt es diesmal bloß pro Level ein großes Puzzle­teil zu entdecken. Zusätzlich erwarten uns in einigen wenigen Welten große Knöpfe, die meist auch etwas abseits des Weges liegen und Zusatzlevels freischalten. Weder die Puzzleteile noch die Knöpfe sind aber allzu gut verborgen. Tatsächlich gab es während unseres Tests gerade mal zwei Fälle, in denen wir in einer Welt nicht auf Anhieb alles entdeckten, was dort für uns versteckt worden war. Die weiteren Sammelgegenstände, nämlich Sterne respektive kleine Puzzleteile, sind eine nicht begrenzte Ressource, sodass es hier nicht notwendig ist, alle zu finden.

Abwechslung wird im Spiel großgeschrieben. Besonders viel Spaß machen diese simplen, aber rasanten Shooter-Abschnitte. Quelle: PC Games Abwechslung wird im Spiel großgeschrieben. Besonders viel Spaß machen diese simplen, aber rasanten Shooter-Abschnitte. Für Sterne gibt's übrigens pro 100 Stück ein Zusatzleben, die Puzzleteile fügen sich, gemeinsam mit den großen Exemplaren, zu Artworks zusammen, die wir uns in einer speziellen Galerie angucken können, sobald alle Teile gefunden wurden. Das funktioniert sehr ähnlich wie der Puzzle-Tausch in der Mii-Plaza-App des Nintendo 3DS und ist zwar ganz nett, aber de facto kaum der Rede wert. Zwar finden wir es prinzipiell gut, dass die Entwickler nicht versuchen, das Spiel künstlich durch Sammelkram zu strecken. Tatsächlich fällt der Wiederspielwert des Abenteuers dadurch aber sehr gering aus - und die Spielzeit für die Story ist mit knapp fünf bis sieben Stunden auch recht niedrig angesetzt.

Variantenreicher Knödel-Trip

In dieser Zeit wird aber dafür abwechslungstechnisch ordentlich was geboten. Prinzipiell hüpft man durch die Gegend und wird ab und an in Räume gesteckt, in denen man alle Feinde besiegen muss, bevor man weiter darf. Dazwischen warten aber jede Menge coole Abschnitte wie zum Beispiel kurze Shooter-Passagen, Geschicklichkeitstests, bei denen Kirby und seine Mitstreiter wie ein Zug durch den Level düsen und man in den richtigen Momenten springen muss, und viele andere kreative Ideen. Auch die Levels kommen thematisch sehr abwechslungsreich daher. Bloß bei den Bossen hätten wir uns etwas mehr Varianz gewünscht. Erstens erwarten uns wieder mal primär die üblichen Verdächtigen wie eben Whispy Woods, König Dedede, Meta Knight oder die Wolke Krock, andererseits wiederholen sich viele der Gefechte ständig.
Boss-Klassiker wie Whispy Woods, Meta Knight und Co. dürfen freilich nicht fehlen.  Generell gibt es wenig neue Bosse und sie alle wiederholen sich leider zu häufig. Quelle: PC Games Boss-Klassiker wie Whispy Woods, Meta Knight und Co. dürfen freilich nicht fehlen.  Generell gibt es wenig neue Bosse und sie alle wiederholen sich leider zu häufig. Ja, das hat bei Kirby Tradition, das entschuldigt diese Gameplay-Wiederverwertung aber trotzdem nicht. Immerhin, beim allerletzten Gefecht haben die Macher wieder einmal alle Register gezogen und liefern eine epische Schlacht ab, die auch so manchem Japano-RPG gut zu Gesicht stehen würde. Kaum zu glauben, was HAL Laboratories da inszenatorisch aus einem Abenteuer rund um einen blassrosa Ball alles rausholt!

Abseits der Weltenrettung

Was Sammelgegenstände angeht, haben die Entwickler die Menge drastisch reduziert. Pro Level gibt es nun bloß ein großes Puzzleteil und ab und an Schalter zu entdecken. Quelle: PC Games Was Sammelgegenstände angeht, haben die Entwickler die Menge drastisch reduziert. Pro Level gibt es nun bloß ein großes Puzzleteil und ab und an Schalter zu entdecken. Auch wenn die Kampagne schneller vorbei ist, als einem lieb sein kann, gibt es danach immerhin noch ein wenig in den Zusatz-Spielmodi zu tun. Wir wollen jene zwei, die man nach Abschluss der Handlung freischaltet, nicht spoilern, können aber versichern, dass man in diesen durchaus noch ein paar Stunden verbringen kann. Jene Modi, die man schon früher freischaltet, sind hingegen nett, aber auch etwas rudimentär gestaltet. In einem davon gilt es, mit einem Baseballschläger einen Asteroiden zurück ins All zu schlagen, wofür man zuerst eine sich füllende Energieleiste und anschließend den Schlag selbst richtig timen muss. Im anderen Modus drücken wir so schnell es geht den A-Knopf, um Holz zu hacken und weichen gleichzeitig mit Analogstick beziehungsweise Steuerkreuz Hindernissen aus. In beiden (auch kompetitiv mit Mitspielern absolvierbaren) Modi geht es um Highscores und beide sind jeweils innerhalb von wenigen Sekunden vorbei. Das ist etwas dürftig, geht aber als kleine Dreingabe zu den deutlich umfangreicheren beiden Zusatz-Spielvarianten in Ordnung.

Wer mal eine Pause vom kugeligen Heldenalltag braucht, der kann sich an verschiedenen Minispielen ... Quelle: PC Games ... und Zusatzmodi versuchen, die man nach und nach freischaltet. Quelle: PC Games

Fazit und Wertung

Nach jedem abgeschlossenen Level können wir uns wie in den Vorgängern an einem kleinen Reaktionstest versuchen, um zusätzliche Belohnungen einzusacken. Quelle: PC Games Nach jedem abgeschlossenen Level können wir uns wie in den Vorgängern an einem kleinen Reaktionstest versuchen, um zusätzliche Belohnungen einzusacken. Insgesamt geht Kirby Star Allies (jetzt kaufen 59,99 € ) sogar mehr als in Ordnung. Denn auch, wenn es durchaus einige kritikwürdige Elemente gibt, so überwiegt doch der pure Spielspaß, gerade im Koop-Modus. Ein paar innovative Impulse würden nicht schaden, sind aber kein Muss, solange das Gebotene so unterhaltsam ist.

Meinung

Wertung zu Kirby Star Allies (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Sehr abwechslungsreichSehr guter Koop-ModusTolle GrafikZuckersüße PräsentationViele Zusatz-SpielmodiSinnvolles neues Freunde-FeatureExtrem episches Finale
Sehr einfachRelativ kurze KampagneTeilweise zu chaotischKaum Wiederspielwert
Fazit

„Star Allies geht keine Experimente ein, ist aber ein sehr unterhaltsamer Hüpfspaß.“

Bildergalerie

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