Es geht wieder aufs Feld! Der Landwirtschafts-Simulator 25 bringt die Sim auf eine neue Stufe. Wir sind zwei Stunden mit dem Fendt über den Acker gefegt und haben einen Blick auf GPS, verformbaren Boden und die neuen Feldfrüchte geworfen.
Der Landwirtschafts-Simulator ist eine echte Anomalie. Wo die Spieleindustrie sowohl im internationalen, als auch im deutschsprachigen Raum von einigen Problemen, wie Massenentlassungen und Studioschließungen, gebeutelt wird, steht das Entwicklerteam Giants umso stärker da. Mit jedem neuen Teil der Ackersimulation stellt man immer neue Verkaufsrekorde auf. Millionen an Spielern konnte man vom Traum des eigenen Bauernhofs überzeugen und es kommen immer mehr dazu.
Mit dem LS 25 steht ein erneuter Generationensprung an, der dem Simulator eine Mähdrescherladung neuer Features spendiert. Wir waren zu Gast bei Giants und konnten erstmals zwei Stunden selbst in eine fortgeschrittene Version spielen, um uns einen Überblick über GPS, Reisanbau und mehr zu machen.
Morgenstund hat Nebel im Mund
Als wir auf die erste von drei neuen Karten kommen, sehen wir auch schon eine der grafischen Neuerungen, die im LS 25 Einzug halten. Durch voluminösen Nebel gibt es jetzt die richtigen Lichtstimmungen am Morgen oder in den Wintermonaten.
Allgemein hat man für die neue Version das technische Grundgerüst weiter aufgebohrt. Bäume sehen voller aus, die Umgebung spiegelt sich jetzt im Lack bzw. in den Rückspiegeln und natürlich wurde auch der allgemeine Detailgrad der Landschaften angehoben. Das sorgt für sehr ansehnliche Gegenden.
Ein ganz besonderes Feature ist der verformbare Boden. Lange von Fans gewünscht, hat sich Giants endlich dazu hinreißen lassen, uns den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Wer jetzt mit schwerem Gerät auf die Felder und die Umgebungen fährt, zieht tiefe Furchen in den Boden.
Quelle: Giants
Damit einher geht auch ein neues Partikelsystem, mit dem sich der Schmutz authentisch über Reifen und Karosserie verteilt und ansammelt. Das sieht schick aus und sorgt für Atmosphäre, wenn Traktoren und Einfahrt zum Hof auch wirklich nach Landarbeit aussehen.
Erwartet hier allerdings kein so ausgeklügeltes Deformierungssystem wie in Snowrunner. Es gibt zwar einen merkbaren Widerstand, wenn man durch eine Furche fährt, doch man merkt sehr schnell, dass nach einer gewissen Tiefe dann doch wieder ein bombenfester Untergrund kommt. Das System ist also eher für die Optik. Allerdings ist das von den Entwicklern auch so gewollt, da man es vermeiden wollte, dass sich Spieler andauernd festfahren. Alles in allem liefert man mit dem LS 25 aber den hübschesten Teil der Serie.
Steife Kulisse
Doch müssen wir die Erwartungen hier auch gleich wieder zügeln, denn ein grafisches Wunderwerk solltet ihr auf keinen Fall erwarten. Gerade im Vergleich mit anderen Spielen hinkt der LS weiter hinterher. Wenn wir etwa durch das große Stadtgebiet auf der asiatisch angelegten Karte Huntan Pantai fahren, ist die mit ihren Leuchtreklamen zwar nett anzuschauen, wirkt aber auch wie eine Geisterstadt. Nur hin und wieder spawnt das Spiel mal ein paar Leute, die ziellos auf den Gehsteigen umherlaufen.
Quelle: Giants Software
Genauso verhält es sich mit den Fahrzeugen auf den Straßen. Wir sind mit unserem Traktor meistens allein unterwegs. Nur manchmal kommt mal ein NPC-Fahrzeug und fährt uns fast hinten rein, weil die KI auch nicht der Rede wert ist. Die Karte ist also durchaus ansehnlich, aber mal wieder eher eine Kulisse. Sich füllende Obstkörbe in der ansonsten menschenleeren Halle, wenn wir sie mit Waren versorgen, oder eine Fähre auf der neuen US-Karte sind da schon das höchste der Gefühle, wenn es um Interaktivität geht.
Es soll zwar noch NPCs geben, die etwas mehr können, als nur von A nach B laufen. Die sollen dann sogar mit einem sprechen können, doch durften wir die in unserer Preview-Version noch nicht bestaunen.
Bildergalerie
Allerdings schauen wir hier auch mit unserem Mainstream-Blick auf das Spiel. Der Landwirtschafts-Simulator ist aber eben eine Anomalie und den Fans der Sim geht es nicht vorrangig um grafische Finesse. Wer auf dem virtuellen Feld tätig ist, der will, dass dort die meiste Arbeit reinfließt und das tut es auch im neuesten Ableger der Reihe.
