Aufbau-Geheimtipp Laysara im Test: Hier wird effizienter Aufbau auf die Spitze getrieben!
Test
In Laysara: Königreich der Berge errichtet ihr beschauliche Bergstädte auf engstem Raum. Wieso das Indie-Spiel von drei Entwicklern sogar Anno 117 teilweise ein Schnippchen schlägt, verraten wir euch im Test.
Egal ob Anno, Sim City, Farthest Frontier, Frostpunk oder wie sie alle heißen - in Städtebauspielen spielt ein cleveres Stadtlayout immer eine wichtige Rolle. In einem ständigen Widerspruch aus Form und Funktionalität müssen wir uns als Aufbauspieler immer fragen: Wo soll der nächste Bezirk hin und wie bekomme ich das nur alles unter einen Hut?
Laysara: Königreich der Berge treibt das gleich im doppelten Sinn komplett auf die Spitze. Denn hier müssen wir Siedlungen auf Bergspitzen mit sehr begrenztem Raum errichten. Unser Erzfeind ist also immer der Platzmangel, was uns zu guter Logistik und hoher Effizienz zwingt. Dadurch entsteht ein motivierendes Städtepuzzle, verpackt in eine gelungene Kampagne mit 15 Missionen, die nicht nur in Sachen Umfang die aus Anno 117 klar in den Schatten stellt. Woran das liegt und wieso Aufbauspieler, die gerne effizient spielen, Laysara nicht verpassen sollten, erläutern wir im Test.
In diesem Artikel
Ähnlichkeiten zu Anno
In der Welt von Laysara haben die Einwohner mit einem seltsamen Nebel zu kämpfen, der große Teile der Welt einhüllt. Nur in sehr großer Höhe haben wir nicht mit diesem Schleier zu kämpfen. Also schickt uns die Hauptstadt aus, um Gebirgsplateaus zu besiedeln und eine Lösung für diesen Schlamassel zu finden.
Genretypisch bauen wir also Wohnhäuser auf die Karte, um Bewohner anzulocken. Die versorgen wir dann mit allerhand Waren und Dienstleistungen, die sich in drei Kategorien aufteilen: Essen, Wohlstand und Erleuchtung. Liefern wir unseren Leuten genug Annehmlichkeiten aus den richtigen Kategorien, können sie ähnlich zu Anno in vier Stufen aufsteigen.
Und das ist auch sehr wichtig, denn wie erwähnt, ist der Bauplatz sehr limitiert. Wohnhäuser höherer Stufen bieten mehr Leuten Platz. Und mehr Leute bedeuten auch mehr Arbeitskräfte. Die brauchen wir ebenso dringend wie genug Einnahmen, um unser Gebirgskönigreich am Laufen zu halten.
Echte Lieferketten und Transport
Also bauen wir Gerstenfelder, Hühnerfarmen, Fischer und andere Betriebe auf, um die Bewohner mit allem Nötigen zu versorgen. Dabei spielt es aber häufig eine wichtige Rolle, wo wir die Sachen hinbauen. In Laysara teilen sich die Karten immer in einzelne Plateaus auf, die zu drei Klimazonen gehören. Das saftig grüne Tiefland ist ideal für Landwirtschaft und Tierhaltung geeignet. Die gelben, mittelhohen Zonen sind dafür klasse für die Bienenzucht. Und im kargen, gräulichen Hochland wachsen Zedern und Heu besonders gut.
Bildergalerie
Natürlich wollen wir also immer dort die Produktionen aufbauen, wo sie die höchste Effizienz haben. Platz ist ja kostbar. Doch so einfach ist das nicht immer. Denn eine mindestens genauso wichtige Rolle spielt die Logistik. In Laysara können wir nicht wie in Anno einfach alle Waren in ein Lagerhaus liefern und auf magische Weise am anderen Ende der Karte wieder rausholen. Hier müssen echte Lieferketten eingehalten werden und standardmäßig haben die Gebäude alle eine sehr überschaubare Reichweite.
Anfangs kommt man noch damit klar, dass man alle Gebäude einer Produktionskette nahe beieinanderbaut und mit einem kleinen Rohstoffdepot als Zwischenstation zum Lebensmittelmarkt liefert. Doch schnell wird das wesentlich komplexer. Da kommen dann die fortgeschrittenen Transportgebäude zum Einsatz. Die haben keinerlei Reichweitenlimit, wie weit sie etwas transportieren können.
Doch abhängig von der Strecke kostet uns der Transport mehr Arbeitskräfte oder Yaks. Und wenn wir zum Beispiel seltene Bergkristalle über die ganze Karte zur Weiterverarbeitung umherkarren müssen, wird das sehr schnell sehr teuer. Auf großen Karten sind daher Gebirgstunnel unerlässlich. Die haben konstante Kosten und wir können beliebige Mengen an Waren reinstopfen und wieder entnehmen.
Quelle: PC Games
Ordensleute leben bevorzugt zurückgezogen hinter dicken Klostermauern, um sich ganz auf ihre Gebete zu fokussieren.
Einwohnergruppen und Forschung
Doch bevor wir überhaupt fortgeschrittene Liefergebäude und Produktionsketten bauen dürfen, müssen wir erst die Forschungsstufe auf einer Karte erhöhen. Und damit kommen wir zu einer weiteren Besonderheit in Laysara: den drei Bewohnerkasten. Das Setting im Spiel ist von den Kulturen des Himalajas inspiriert, allerdings mit einem sehr augenzwinkernden Humor. Passend zum Setting teilen sich die Einwohner im Spiel in drei Gruppen auf: Tieflandbewohnende, Handwerkskräfte und Ordensleute.
Alle davon haben separate Häuser und unterschiedliche Anforderungen. Tieflandbewohnende wollen vor allem eine gute Nahrungsvielfalt, Handwerker erwarten einen hohen Wohlstand und Ordensleute legen viel Wert auf Erleuchtung. Letztere sind auch unsere Forscher, die sich im Gebet allerhand Dinge einfallen lassen. Dafür leben sie bevorzugt in den höchsten Regionen und schön abgeschieden hinter dicken Klostermauern.
Wegen der verschiedenen Anforderungen der Kasten müssen wir auf jeder Karte überlegen, wie wir die Wohnbezirke sinnvoll aufteilen. Die Spieloberfläche bietet dabei immer eine gute Übersicht, wo gerade etwas mangelt und wie viele Güter in welchem Markt verfügbar sind. Besonders bequem ist auch die Zuteilung von Lieferketten. Am PC ziehen wir einfach mit der Maus vom Ausgangsgebäude zum Eingangsgebäude und schon werden die Waren versendet. An den Konsolen geht das ähnlich einfach mit dem Cursor.
