Like a Dragon Infinite Wealth im Test: Unfassbar japanisch und richtig gut
Test
Gigantisches Action-Rollenspiel zwischen großen Emotionen, knallharter Gangster-Action und japanischen Absurditäten: Wie Like A Dragon: Infinite Wealth Fans der Serie glücklich macht!
Yakuza-Fans frohlocken: Innerhalb nur weniger Monate erscheinen gleich zwei Titel der Like-A-Dragon-Reihe. Noch im November 2023 erlebten wir mit Like A Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name ein Spin-off, das die japanische Unterwelt, wie wir sie bisher aus der Gangster-Serie kannten, gegen Ende auf den Kopf stellte.
Like A Dragon: Infinite Wealth, die Fortsetzung von Yakuza 7: Like A Dragon knüpft einige Jahre später an diese Entwicklungen an und stellt die Yakuza-Veteranen Ichiban Kasuga und Kiryu Kazuma in den Mittelpunkt.
Im Gegensatz zu Like A Dragon Gaiden ist Infinite Wealth jedoch kein knackig-kurzes Action-Adventure, sondern wie der nummerierte siebente Teil ein schwergewichtiges Rollenspiel, das in Sachen Umfang und Spieltiefe alle bisherigen Teile in den Schatten zu stellen versucht. Dass dabei einige bekannte Schwächen omnipräsent bleiben, trübt den Gesamteindruck dabei nur unwesentlich.
Quatsch, Spannung und Emotionen im XXL-Format
Doch zunächst zur Hintergrundgeschichte. Eigentlich hatte Ichiban Kasuga nur einen Plan: Nach der großen Auflösung der Yakuza-Clans wollte er ehemaligen Mitgliedern ein normales Leben ermöglichen.
Seinen Brotberuf als Arbeitsvermittler und "Held von Yokohama" verliert er jedoch schnell. Nach einigen Verwicklungen verschlägt es ihn auf die Südseeinsel Hawaii, wo er seine verschollene Mutter ausfindig machen will. Kaum im Paradies unter Palmen gelandet, wird Kasuga tief in die Welt des organisierten Verbrechens hineingezogen. Denn wie sich herausstellt, wird seine Mutter von mehr als nur einer Gangsterorganisation gesucht.
Die Geschichte von Like A Dragon: Infinite Wealth erstreckt sich über insgesamt 14 Kapitel. Die Spielzeit hängt stark davon ab, wie lange wir uns im virtuellen Honolulu aufhalten. Like A Dragon: Infinite Wealth verfügt über einige Features, mit denen wir abseits der Kampagne sehr viel Zeit verbringen können.
Die von den Entwicklern prognostizierte Spielzeit von über 100 Stunden ist daher durchaus realistisch. Deutliche Abzüge gibt es allerdings dafür, dass das New Game+ und einige Achievements den Käufern der günstigeren Standard-Edition vorenthalten werden.
Quelle: Sega
Wie für die Reihe üblich verbindet auch Like A Dragon: Infinite Wealth in seiner Story knallharte und zum Teil sehr brutale Ganoven-Action mit herrlich schrägen Absurditäten und viel Gefühl. Dabei gelingt es dem Spiel hervorragend, seine Hauptfiguren und deren Hintergründe ins rechte Licht zu rücken. So trifft Kasuga bei seiner Ankunft auf Hawaii auf den Taxifahrer Eric Tomizawa.
Dieser wirkt anfangs noch wie ein kleiner Gauner, wächst uns allerdings mit seiner traurigen, aber persönlichen Familiengeschichte und dem damit verbundenen Rachedurst immer mehr ans Herz.
Richtig unter die Haut ging uns dagegen die Geschichte um Kiryu Kazuma, dem einstigen Drachen von Dojima. Noch in Like A Dragon Gaiden erlebten wir ihn als alternden, aber mächtigen Ex-Yakuza. In Infinite Wealth kämpft Kiryu gegen den Krebs und ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
Das Spiel thematisiert seinen langsamen Verfall mit viel Gefühl. Der Kontrast zwischen dem Lebemann Kasuga und dem dahinsiechenden Kiryu ist eines der stärksten erzählerischen Motive des Spiels.
Quelle: Sega
Like A Dragon: Infinite Wealth bedient wirklich die gesamte Klaviatur der Emotionen: Mal lachen wir uns über die völlig überdrehten Momente oder über Kasugas lässig-idealistische Art kaputt, nur um wenige Minuten später einen Kloß im Hals zu haben und mit den Tränen zu kämpfen.
Die Inszenierung der umfangreichen Dialoge ist dabei ausgesprochen stimmungsvoll und wechselt sich mit teilweise spektakulär inszenierten Kampfsequenzen ab. Das Spiel bietet bereits zum Launch japanische und englische Sprachausgabe.
Wenn man dem Action-Rollenspiel einen Vorwurf machen möchte, dann den, dass es sich manchmal etwas zu viel Zeit lässt und mit seinen ausführlichen Erklärungen allzu gerne in sich selbst versinkt. Aber auch das gehört zur Like-A-Dragon-Saga.
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Kämpfe in Runden
Das nächste wichtige Element des Spiels sind die rundenbasierten Kämpfe. Unsere Crew besteht aus bis zu vier Charakteren, die pro Runde entweder einen normalen Angriff, einen Spezialangriff oder einen Gegenstand einsetzen können. Wichtig ist dabei die Positionierung unserer Figuren innerhalb der vorgegebenen Bereiche. Angriffe in den Rücken richten beispielsweise mehr Schaden an. Außerdem können wir die Gegner mit wuchtigen Schlägen ineinander kegeln und so mehrere Widersacher mit einem Angriff erwischen.
