... ist mit einfachen Mitteln und seinem unverwechselbaren Charme das vielleicht cleverste Spiel der letzten Jahre!
Der Summer of Arcade 2010 wurde von Microsoft mit dem äußerst ungewöhnlichen Titel Limbo eingeleitet, einem Spiel, bei dem sich viele Spieler nicht sicher sein werden, ob sie mit der ungewöhnlichen Optik und dem Konzept klar kommen. In unserem Review helfen wir euch bei der Entscheidungsfindung, denn immerhin muss man für Limbo 1.200 Microsoft Punkte entbehren.
Im Wald ausgesetzt?
Quelle: playdead
Limbo
In der Rolle eines namenlosen und unbekannten Jungen wacht man irgendwo in einem düsteren Wald auf und rennt fortan von links nach rechts durch das Spiel. Als Spieler wird man dabei im wahrsten Sinne des Wortes völlig im Dunklen gelassen. Eine klassische Story existiert nicht, weswegen man nicht genau bestimmen kann, wo man ist. Dennoch stellt sich sehr schnell eine ungewöhnlich düstere Atmosphäre ein, die bis zur letzten Spielminute gebannt vor die Konsole fesselt. Dabei geht es in Limbo extrem minimalistisch (im positiven Sinne) zur Sache, da man eine schlichte Schwarz-Weiß-Grafik vorgesetzt bekommt, während der Hauptakteur lediglich eine schwarze Kontur mit zwei weißen Augen verkörpert. Gerade wegen dieser Darstellung schaffen es die Entwickler trotz des Grafikstils unglaublich viele Emotionen auf eine bis dato ungewöhnliche Art und Weise zu vermitteln, und das im Zeitalter immer komplexer werdender Gesichtsanimationen. Hilfreich dabei sind da auch die extrem flüssigen Animationen der Spielfigur.
Quelle: playdead
Limbo
Der einmalige Grafikstil besticht nicht gerade mit messerscharfen Texturen oder den neuesten Grafiktechnologien. Die 2D-Optik verhilft dennoch zu einer düsteren Grundstimmung, die kein anderes High-End-Survial-Horror-Spiel auch nur im Ansatz in dieser bemerkenswerten Form erreichen kann. Dies geschieht lediglich durch die flackernde Schwarz-Weiß-Darstellung, einige Unschärfeeffekte und einen stimmigen Grafik-Filter, wie man ihn zum Beispiel aus der Silent Hill-Reihe kennt. Abgesehen davon, dass Limbo als künstlerisch Wertvoll durchgeht und jedes Standbild zum Einrahmen im Museum verleitet, läuft uns als Spieler über die gesamte Spielzeit von rund vier Stunde ein stetiger Dauerschauer über den Nacken. Limbo ist beklemmend, faszinierend, einmalig, außergewöhnlich, die Wortkette lässt sich noch länger fortsetzen.
Einfach aber dennoch clever
Quelle: playdead
Limbo
Wie bereits erwähnt, bewegen wir uns zunächst durch einen abscheulich wirkenden Wald, später kommen wir in eine heruntergekommene, verlassene Stadt und bewegen uns durch schaurige Industriekomplexe. Und stets fragt man sich, was das Ganze überhaupt soll. Eine Sprachausgabe oder Erklärungen gibt es nicht. Dafür zeigt sich die Steuerung sehr schnell erlernt. Im Prinzip brauchen wir nur eine Taste zum Springen und zum Interagieren. Limbo ist nicht das typische Jump & Run, bei dem man Feinden auf die Köpfe springt, sich riesigen Bossgegner stellt und von einer bewegenden Plattform zur nächsten hetzt. Nein, Limbo ist ein äußerst intelligentes Rätselspiel mit fordernden Geschicklichkeitseinlagen.
