Sackboy ist unschlagbar! So putzig und kitschig Little Big Planet auch wirken mag, so grandios ist das Konzept dieses Spiels.
Zuerst machte sich wohl fast jeder über seinen Namen lustig, doch so unscheinbar der gehäkelte Sackboy auf dem ersten Blick wirkte, so erfolgreich wurde Sonys innovatives Konzept einer völlig neuen Generation an Spielen. Der kleine Kerl kam ganz groß raus und erfreute aufgrund seines putzigen Charakters sowohl Kinder, als auch erwachsene Spieler aufgrund des kreativen Editors. Der virtuelle Baukasten für angehende Informatiker sorgte dafür, dass auch heute noch Millionen von Fans in die kunterbunte Welt eintauchen und daher nun der zweite Teil seinen Weg in die Händlerregale fand. Doch was könnte Entwickler Media Molecule nach einer solch glanzvollen Parade wirklich noch besser gestalten? Dieser Frage gingen wir die letzten Tage nach und verloren uns im größten Spielzimmer der Welt ...
Das was Little Big Planet wirklich ausmachte war der unvergleichliche Charme der putzigen Charakter, einer kindgerechten aber dennoch detailverliebten Grafik, welche uns ins Kindesalter zurückversetzt, sowie die kreativen Ideen nicht nur der Entwickler, sondern vor allem zahlreicher Spieler aus aller Welt. Daran gab es kaum bis eigentlich nichts zu rütteln, keine Frage.
Quelle: Media Molecule
Little Big Planet 2
Der drollige Sackboy erfreut uns nach wie vor mit einer Mimik, die von traurig bis freudig erregt reicht und ihn einfach nur sympathisch macht. Per Tastendruck dürft ihr eure Stimmung live und online präsentieren, während man mit bis zu vier Spielern gleichzeitig durch die aufwendigen Welten huscht. Nach wie vor gilt, dass Little Big Planet durchaus alleine zu schaffen ist - sprich der Abspann wird auch bei Solisten je nach Erfahrung nach etwa 6-8 Spielstunden über den Bildschirm flimmern - doch in geselliger Runde kann es deutlich lustiger werden. Gemeinsam die kleine Rätsel zu lösen und dabei mit lautstarken Argumenten die Köpfe qualmen lassen, diverse höhere Plattformen zu erreichen und das Spiel zu meistern - das macht richtig Laune. Bisweilen erfordern die Aufgaben sogar, oder besser gesagt wieder, Teamarbeit und sorgen somit allein deswegen für ein soziales Miteinander. Nicht nur aufgrund des Chaos, meist begründet in der für Anfänger ungewohnt trägen Steuerung und vor allem im Mehrspielermodus aufkommenden ungünstigen Kameraperspektive, sondern auch spaßigen Aktivitäten und den wundervollen Animationen ist man gerne dazu ermutigt, reichlich sinnlosen Schabernack zu treiben.
Der Weg ins Märchenland
Quelle: Media Molecule
Little Big Planet 2
Die Zentrale dient abermals als digitaler Treffpunkt, von wo aus ihr euch dem Hauptspiel widmet oder an der großen Community teilhabt. Mit Chat und Sprachmessages verständigt ihr euch und könnt Erfahrungen austauschen, oder aber springt sogleich in die mal wieder nicht sonderlich einfallsreiche Story. Nach erfolgreichem Bestehen seines ersten aufregenden Abenteuers wollte Sackboy die ganze Geschichte etwas langsamer angehen und sich ein wenig auf seinen Lorbeeren ausruhen. Doch eine monströse Kreatur aus dem All mit dem umwerfenden Titel "Negativitron" terrorisiert die Welt und droht diese ins Chaos zu stürzen - nicht, dass wir wesentlich ordentlicher zu Werke gehen würden. Wie dem auch sei, es ist an Sackboy, der nach einer kurzen Einführung der Allianz beitritt, die Welt zu retten. Immerhin können die zahlreichen Charaktere wieder begeistern, allen voran der melancholisch, bisweilen aber auch ziemlich abdriftende Erzähler gesprochen von Stephen Fry bzw. der Synchronstimme von Robert de Niro. Aber auch alle anderen Figuren sind nicht zu verachten, sei es Da Vinci mit seinen Papierhaaren der morgendlich frischen Tageszeitung oder Clive Handforth, der als laufender Notizblock mit gezeichnetem Gesicht den Konversationen beiwohnt. Herrlich märchenhaft und skurril - doch genau so möchte man die Welt von Little Big Planet erblicken.
Little Big Planet 2
Ähnlich putzig und überzeugend grandios ist die Kulisse, deren Abwechslungsreichtum kaum Grenzen kennt und technisch besehen bisweilen mit mehr Details und deutlich schöneren Texturen als im Vorgänger daher kommt. Vom wortwörtlich zuckersüßen Schlaraffenland über eisig kalte Gebiete bis hin zu saftig grüner Karibik wird so einiges geboten, das übrigens auch im musikalisch vielfältigen Soundtrack dazu. Dennoch gewinnt die moderne Technik mehr und mehr Oberhand. Nicht allein aufgrund der transportablen Rakete, sondern auch in optischer Natur, die sich in Sci-Fi-Szenen manifestiert. Spielerisch bleibt Little Big Planet seinen Wurzeln nahezu treu und macht wieder ordentlich Spaß, keine Frage, vor allem durch die vielen kreativen Rätsel die auf den Einsatz verschiedener Gadgets oder der Physik basieren. Insgesamt fällt der Titel aber nach wie vor nicht sonderlich herausfordernd aus. Sieht man von einigen speziellen Events und bisweilen tollen Endgegnern mal ab, gilt es nach wie vor das Ende einer Welt mit simpler Jump'n'Run-Action zu erreichen und dabei möglichst viel einzusammeln. Die Punkte werden in einer Weltrangliste vermerkt, während die meisten Objekte hauptsächlich dem Editor dienen oder euch Accessoires verschaffen, mit denen Sackboy aufgepäppelt wird. Denn dieser kann individuell gestaltet werden, ganz nach euren Wünschen!
