Mad Max: in der Vorschau: Das Spiel nicht zum Film

Special Sandro Odak
Mad Max in der E3 Vorschau.
Quelle: Warner Bros.

Im Kino ist Mad Max: Fury Road ein großer Erfolg. Kein Wunder also, dass Warner auch ein Spiel dazu plant. Das hat jedoch angeblich nichts mit dem Film zu tun und spielt nur im selben Universum. Wir haben einen Blick drauf geworfen.

Der Kinofilm war einer der großen Sommerhits des Jahres 2015: Mad Max: Fury Road ist fulminantes, toll inszeniertes Action-Kino mit wenig Dialogen und Verkopfung, dafür mit vielen Explosionen und Kämpfen. Warner Bros. will dieses Gefühl auch auf PC und Konsolen transportieren - ohne jedoch am neuen Kino-Image zu kratzen. Die Macher wiederholen in Los Angeles beim Anspieltermin mehrfach, dass Mad Max weder mit den ersten drei Filmen, noch mit dem Tom Hardy Reboot zusammenhängt. "Unser Mad Max Spiel teilt sich lediglich dasselbe Universum, wir nutzen aber weder Mel Gibson, noch Tom Hardy als Max-Vorlage."

Neben Wüste eines der großen Nebenareale: Gas Town! Avalanche will so Abwechslung in den Wüstenalltag bringen. Quelle: Warner Bros. Neben Wüste eines der großen Nebenareale: Gas Town! Avalanche will so Abwechslung in den Wüstenalltag bringen. Stattdessen landen wir in einer offenen Spielwelt, die unterteilt ist in mehrere Areale. Dort sorgt Max auf ganz altertümliche Art für Ordnung: Er bekämpft die herrschenden Fraktionen und versucht, weite Teile des verwüsteten, postapokalyptischen Landes unter seine Kontrolle zu bringen. Denn Wasser und Benzin sind in diesen Breiten heiß umkämpfte Mangelware. Entsprechend muss Max sich immer wieder auf die Suche danach machen - wenn er keines findet, bleibt seine Karre stehen und er nimmt Schaden.

Bekanntes Kampf-Gameplay

Im Nahkampf setzen die Macher auf bewährte Kost: Mit Freeflow-Combat - bekannt aus Batman und Mordors Schatten - vermöbelt man seine Gegner. Quelle: Warner Bros. Interactive Entertainment Im Nahkampf setzen die Macher auf bewährte Kost: Mit Freeflow-Combat - bekannt aus Batman und Mordors Schatten - vermöbelt man seine Gegner. Von seiner Aufmachung erinnert Mad Max erstaunlich an Mittelerde: Mordors Schatten. Auch dort ist die Welt in Areale unterteilt, die man von der Herrschaft der Orks befreien muss, indem man ihre Lager aufmischt und Menschen befreit. Statt Türmen warten in Mad Max Wüstenfestungen auf uns, die wir erobern müssen, um an Spawnpunkte, Öl und Wasser zu kommen.

Im Nahkampf nutzt Mad Max das altbekannte Freeflow-System. Auch das kennen Fans bereits aus Mordors Schatten - und natürlich der Batman-Arkham-Serie. Max prügelt also in wundervoller Ausführlichkeit Gegner nieder, muss aber auf gepanzerte Feinde und Konter achten. In solchen Momenten muss man ein gewisses Rhythmusgefühl haben und Tasten im richtigen Moment erwischen. Das System ist bewährt und funktioniert in Mad Max gut - brutal sind nur die Finisher. In der rauen Welt ist es eine Selbstverständlichkeit, anderen Arme und Beine zu brechen, mit Stangen zu durchbohren oder auch mal Extremitäten mit einer Schrotflinte abzuschießen.

Fahrzeug-Gefechte bieten zweite Ebene

Todesrennen in der Open-World: Wir erkunden die Welt von Mad Max zu Fuß und in der Killer-Karre 'Magnus Opus'. Die lässt sich manuell konfigurieren. Quelle: Warner Bros. Interactive Entertainment Todesrennen in der Open-World: Wir erkunden die Welt von Mad Max zu Fuß und in der Killer-Karre "Magnus Opus". Die lässt sich manuell konfigurieren. Neben Nahkämpfen bietet Mad Mox vor allem eines: Max und sein Mechaniker/Schütze Chum Bucket fahren mit den wildesten Fahrzeugen durch die Wüste und greifen Konvois und Feinde an. 32 unterschiedliche Fahrzeugtypen gibt es in Mad Max - mindestens, sagt unser Betreuer während des Anspielevents. Und sie alle lassen sich aufmotzen: Neue Reifen und Panzerung drauf? Kein Problem. Explosions-Harpunen und ausfahrbare Lanzen im Radkasten? Klar! Und wie wär's mit Flammenwerfern und Nachbrennern? In Mad Max ist alles möglich!

Und diese Ausrüstung braucht man auch, um in der Wüste, den Bergen oder den Sümpfen des Landes zu überleben. Wie im Film auch haben nämlich auch Feinde aufgemotzte Karren. Da zählt nur, wer besser bewaffnet ist und die Rammattacken länger aushält. So kann man seine Gegner nämlich auch ausschalten: Einfach von der Straße rammen und hoffen, dass sie auf dem Dach landen. Dabei muss man aber mit dem Einsatz des Turbos aufpassen. Wer ein paar Momente zu lang auf dem Gaspedal bleibt, hat vielleicht keinen Sprit mehr für eine Gegenattacke. Einmal bleiben wir beim Anspielen mitten in der Wüste liegen. Und sobald Max einmal das Auto verlassen hat, ist er leichte Beute für Feinde. Die Wüste ist unbarmherzig und niemand nimmt Rücksicht darauf, dass einer noch schnell nachtanken muss...

Was fehlt?

So macht man Feinde in der offenen Welt platt: Einfach rammen oder von der Straße drängen. Quelle: Warner Bros. So macht man Feinde in der offenen Welt platt: Einfach rammen oder von der Straße drängen. Ja, Mad Max hat vieles, was uns kurzfristig Spaß gemacht hat. Heiße Verfolgungsjagden in der Wüste, die Suche nach Sprit, das tolle Freeflow-System. Doch die offene Welt birgt auch Gefahren. Schon nach 30 Minuten nützt sich die offene Spielwelt etwas ab. Klar, im fertigen Spiel werden Missionen und Story diese Lücken abfedern. Doch auch mit diesen Elementen läuft Mad Max Gefahr, in einem Trott zu versanden - wortwörtlich, immerhin ist die Handlung in einer Wüste verortet. Damit da keine Langeweile aufkommt, haben die Macher bei Avalanche auch andere Gebiete kreiert: Die stinkige Metropole Gas Town, Sümpfe, Hügelketten, die an die Kulisse des Films erinnern... Sie sollen zumindest etwas vom sandigen Kern ablenken.

Viel besser wäre es aber, hätte Avalanche ein weiteres Element aus Mittelerde kopiert: Das Nemesis-System! Das verhalf dem Open-World-Genre zu neuen Höhen, weil es Kämpfe gegen x-beliebige Feinde endlich emotionalisierte! Schade, dass es das in Mad Max nicht gibt und man quasi ständig auf blasse Feind-Abziehbilder trifft.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk