Madagascar Kartz im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Tierisch wild und abgefahren komisch? Alex, Marty, Gloria und Melman auf den Spuren von Mario Kart!

Was machen New Yorkers Zootiere, wenn es ihnen langweilig ist? Ein jeder Kinobesucher weiß, dass sie allzu gerne die wahre Natur erforschen und manch tierische Truppe landet dabei auch mal in Madagaskar! Passend zum Kinoerfolg lieferte Activision schon einige Spiele und seit November steht auch das Spin-Off "Madagascar Kartz" in den Händlerregalen. Gas geben und Spaß haben - so lautet die Devise - ganz im Sinne der klassischen "Mario Kart" Serie. Ob tatsächlich ein solcher Unterhaltungswert vorhanden ist, wird im folgendem geklärt.

Madagascar Kartz Madagascar Kartz Storytechnisch gibt es - typisch für solche Fun-Racer - eigentlich kaum etwas zu sagen. Kaum kommt der eitle Löwe Alex mit qualmenden Reifen vor Julien zum stehen, möchte der König der Lemuren ein für alle mal klar stellen, wer hier als Pistenheld aus dem Rennen geht. Deswegen wird ein spaßiges Turnier veranstaltet, welches in bester Tradition der "Mario Kart" Serie steht und daher nicht ganz ernst zu nehmen ist. Die wilden Tiere werfen sich Bienenstöcke um die Ohren, lassen Bananenschalen fallen oder halten ihre Kontrahenten mit klebrigen Spinnennetzen auf. Ein Faires Spiel wird definitiv nicht gespielt und genau das macht eine solch unterhaltsame Gaudi schließlich aus.

Doch es gehört wesentlich mehr dazu, als witzige Charaktere mit teilweise flotten Sprüchen in winzige Fahrzeuge zu stecken und diese über mehr oder weniger einfallsreiche Piste inklusiver zahlreicher Geheimwaffen zu jagen. Das Gesamtkonzept muss spielerisch feinfühlig aufgehen, um auch den letzten Muffel hinterm Ofen hervorlocken zu können. Grundsätzlich gefallen die Helden aus dem Kinofilm. Melman kann seine Maniküre nach wie vor nicht vergessen und hat bei jeder Berührung mit seinen Kontrahenten Angst davor, irgend eine gefährliche Krankheit abzubekommen. Die witzigen Pinguine schmieden einen kriegerischen Schlachtplan und Alex kann ab und an gar feinfühlig argumentieren, wenn er seinen besten Freund Marty Kokosnüsse um die Ohren haut. Sowohl jung als auch alt werden sich über die tierischen Helden freuen, wobei zusätzliche Gasstars aus "Monsters vs. Aliens" sowie der tollkühne Oger Shrek ebenfalls ihr Stelldichein geben.

Mit Schmackes der Zielgerade entgegen

Madagascar Kartz Madagascar Kartz Die Pisten wurden natürlich an die Filme angelehnt und erinnern somit an einige Szenen, aber unweigerlich auch an "Mario Kart". Es geht meist über Stock und Stein durch sandige Furten, wobei sowohl der Dschungel, die Steppe und der Strand optisch einiges an Abwechslung mit sich bringen. Oftmals sorgen scharfe Kurven, natürliche Hindernisse wie Baumstämme oder bisswütige Krokodile und gewiefte Abkürzungen für spielerische Vielfalt, da man den Kurs zunächst erkunden muss, um Rekordzeiten abliefern zu können. Doch hier zeigt sich im Zusammenspiel mit dem Schwierigkeitsgrad die erste Krux: Anfänger müssen mit der 50ccm Klasse beginnen, wo die CPU-Fahrer noch gemächlich über die Pisten heizen und jedem Neuling den Sieg nahezu gönnen. Doch schon hier zeigt sich, dass alle Fahrer sofort jegliche Abkürzung nehmen und alle auf Lager befindliche Tricks auf Lager tatsächlich schon anwenden. Die Steigerung über die 100ccm, 150ccm und bis hin zur 200ccm Klasse zeigt sich ausschließlich in der Aggressivität der Kontrahenten, die euch irgendwann ständig mit unfairen Mitteln kurz vor Zielgerade aus der Bahn werfen und somit die Chance auf einen Treppenplatz fast gar zunichte machen!

Letzteres ist aber auch auf die Items zurückzuführen, die in Fragezeichenkisten auf der Strecke aufgesammelt werden können. Da man stets einen müden Start hinlegt und das Feld von hinten aufräumen darf, geht man meist in den ersten Abschnitten leer aus. Die Kontrahenten bemühen sich auf den hohen Schwierigkeitsgraden zumindest, euch alles vor der Nase wegzuschnappen, so dass man mit Turbo, Stunts und Driften sämtliche Kniffe anwenden muss, um überhaupt Land zu gewinnen. Mit etwas Glück ergattert man dennoch einige der begehrten Fragezeichenkisten und kann sich ordentlich zur Wehr setzen. Die meisten Gegenstände gehören der Offensive an und versuchen, vorausfahrende Pistenkollegen das Leben schwer zu machen oder mit Bomben bzw. Bananenschalen auch mal den Hintermann zu erschrecken. Doch die Items wirken sich meist recht ähnlich aus: Sie machen den Gegner langsamer oder werfen ihn aus der Bahn, ohne aber wirklich viel Schaden anzurichten. Es mangelt letztendlich am feinfühligen Abgleich sowie einer Berechenbarkeit. Zudem fehlen mehr oder weniger defensive Möglichkeiten fast gänzlich. Der Raketenantrieb mag ja ganz nett sein, doch verliert man jegliche Kontrolle über das Fahrzeug und kann schlussendlich die Kurven nicht mehr ordentlich nehmen. Der Schuss geht daher meist nach hinten los und man verliert Plätze, anstatt etwas gut gemacht zu haben. Letztendlich zeigt sich aufgrund er Itemverteilung, das auch mit fahrerischem Können nicht viel herausgeholt werden kann - so was macht unterm Strich dann natürlich kaum mehr Spaß und verdirbt vor allem Anfängern die Laune.

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