Mainboards für AMD und Intel: Kaufberatung und Marktübersicht
Special
In unserem Special erklären wir, wofür ein Mainboard da ist und was ihr beim Kauf beachten solltet: Sockel, Chipsätze und Bauformate sind dabei die Kernpunkte unserer Kaufberatung. Zudem haben wir 100 Mainboards in einer Marktübersicht vorbereitet - jeweils 50 Modelle für Intels Coffee Lake-CPU (Sockel 1151) und AMDs Sockel AM4 für Ryzen-Prozessoren.
Das Mainboard ist die Schaltzentrale eines PCs - die deutsche Übersetzung "Hauptplatine" macht dies auch für Englisch-Laien deutlich. Wir erklären Euch in unserem Special einiges über Mainboards, vor allem geht es dabei um Dinge, die für die Kaufentscheidung wichtig sind. Zudem bieten wir euch auch auf der dritten Seite unseres Features drei tabellarische Übersichten mit einer Auswahl von 100 Mainboards für die beliebten Mainstream-Sockel AMD AM4 und Intel 1151. Wir beginnen mit allgemeinen sowie für den Kauf wichtigen Informationen zu Mainboards.
In diesem Artikel
Schaltzentrale Mainboard
Für diejenigen, die nicht genau wissen, was ein Mainboard ist, wollen wir dieses Bauteil eines PCs kurz erklären. Beim Mainboard handelt es sich um eine große Platine, die im PC sitzt und viele wichtige Funktionen übernimmt. Je nach dem, für welches Gehäuse das Mainboard gedacht ist, kann es unterschiedlich groß sein - für Laptops werden beispielsweise spezielle, nicht einzeln in gängigen Internetshops verfügbare Hauptplatinen verwendet.
Für normale Desktop-PCs gibt es Normgrößen, zu denen wir später noch kommen. Auch für einige Positionen und Maße von wichtigen Elementen gibt es Vorgaben, zum Beispiel für die externen Anschlüsse, die später hinten am PC-Gehäuse zu sehen und dort zugänglich sind. Ein Mainboard sorgt vor allem dafür, dass die einzelnen Hardwarekomponenten miteinander kommunizieren können, zum Beispiel CPU, Grafikkarte, Arbeitsspeicher und Laufwerke. Diese Komponenten werden über Slots oder Steckverbindungen an das Mainboard angeschlossen.
Quelle: MSI
MSI H370 Gaming Pro Carbon: Der Sockel ist hier gut mittig im oberen Breich zu erkennen, direkt rechts vom Sockel ist ein Haken zur Arretierung.
Einige Dinge, die früher nur per separater Steckkarte verfügbar waren, sind inzwischen auf Mainboards standardmäßig in Form von Chips eingebaut - hier sind vor allem eine Netzwerkfunktion (LAN inklusive entsprechendem LAN-Anschluss) sowie Sound (per Onboardsoundchip) zu nennen. Ebenso bietet das Mainboard die wichtigen Schnittstellen wie USB und SATA. All dies verwaltet das Mainboard durch eine Art eigenes kleines Betriebssystem, das BIOS (oder auch UEFI), und sorgt dafür, dass die Daten und Aufgaben zwischen den einzelnen Komponenten korrekt verteilt werden. Die Wahl eines passenden Mainboards hängt dabei von einigen wichtigen Faktoren ab, die wir nun besprechen wollen.
Sockel
Wichtig ist bei einem Mainboard vor allem, dass der so genannte Sockel zum Prozessor passt. Der Sockel ist vereinfacht gesagt die Fassung für die CPU und stellt über zahlreiche Kontakte die Verbindung zur CPU her. Denn auf der Unterseite einer CPU befinden sich etliche Pins, die jeweils eigene kleine Datenströme senden oder empfangen. Bei Intel tragen die Sockelnamen stets eine Ziffer, die für die Anzahl Kontaktstellen steht, zum Beispiel der Sockel 1151 mit 1151 Kontaktpins. Auch rein mechanisch unterscheiden sich die Sockel, um zu vermeiden, dass man eine falsche CPU einsetzt. Trotzdem schaffen es immer wieder einige Nutzer, die CPU irgendwie in einen falschen Sockel zu quetschen. Wer sich also für einen bestimmten Prozessor entscheidet, muss wissen, welchen Sockel er nutzt. Nur Mainboards mit dem gleichen Sockel sind kompatibel und zum Kauf geeignet. In einigen wenigen Fällen können Mainboards Probleme machen, obwohl der Sockel der CPU und des Mainboards eigentlich identisch sind. Dies kann vor allem dann vorkommen, wenn für einen bereits länger verfügbaren Sockel neue Prozessormodelle erscheinen und das Mainboard daher die neue CPU nicht erkennt.
Quelle: Biostar
Biostar Racing X370GT5 mit dem AMD-Chipsatz X370. Nicht zu verwechseln mit dem Intel-Chipsatz Z370!
Ein BIOS-Update hilft in diesen Fällen in aller Regel. Einen Spezialfall gibt es aktuell beim Sockel 1151 von Intel und den neuen Coffee Lake-Prozessoren, denn hier muss nicht nur der Sockel, sondern auch der so genannte Chipsatz zu den neuen CPUs kompatibel sein - das Coffee Lake-Dilemma werden wir später noch genauer erläutern.
Chipsätze
Der Chipsatz ist eine Art Standardfunktions-Paket, das ein Mainboard bietet. Für jeden Sockel gibt es Mainboards mit unterschiedlichen Chipsätzen zur Auswahl. Hat ein Mainboard einen bestimmten Chipsatz, dann unterstützt es bestimmte Funktionen per Standard, andere Funktionen sind wiederum möglicherweise bei dem entsprechenden Chipsatz nicht möglich. Der Chipsatz kann beispielsweise dafür verantwortlich sein, ob und in welchem Maße eine CPU-Übertaktung möglich ist. Auch die Zahl von nativ verfügbaren USB-Anschlüssen kann vom Chipsatz abhängen, wobei der Hersteller durch Zusatzchips freilich weitere oder andere USB-Ports hinzufügen kann. Meistens unterscheidet man bei den Chipsätzen zwischen Einsteiger-Chipsätzen, die sich nur auf das Nötigste konzentrieren, Mittelklasse-Chipsätzen, die mehr Features bieten, sowie Chipsätzen für anspruchsvollere Nutzer, die übertakten oder vielleicht auch besonders viele Laufwerke betreiben wollen. Bei modernen Mainboards könnt ihr aber beruhigt die Chipsatz-Wahl außen vor lassen, denn alle Chipsätze bieten das, was ihr für einen ordentlichen Spiele-PC benötigt. Lediglich wer besonders viele Features braucht, mehr als eine Grafikkarte betreiben oder seine CPU übertakten will muss eventuell auch auf den Chipsatz achten.
