Mainboards für AMD und Intel: Formate, Ausstattung und Coffee Lake
Special
In unserem Special erklären wir, wofür ein Mainboard da ist und was ihr beim Kauf beachten solltet: Sockel, Chipsätze und Bauformate sind dabei die Kernpunkte unserer Kaufberatung. Zudem haben wir 100 Mainboards in einer Marktübersicht vorbereitet - jeweils 50 Modelle für Intels Coffee Lake-CPU (Sockel 1151) und AMDs Sockel AM4 für Ryzen-Prozessoren.
Eine Frage des Formates
Damit man sich keine Sorgen zu machen braucht, ob ein Mainboard in ein Gehäuse hineinpasst, gibt es ATX-Normen. Bei Mainboards findet ihr vor allem bei den Baugrößen ATX und µATX (auch als mATX zu finden) eine große Auswahl sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
In diesem Artikel
Mini-ITX-Mainboards sind wiederum nur für besonders kleine Gehäuse gedacht und in Relation zur Ausstattung teuer. Die großen E-ATX-Mainboards wiederum sind nur für besonders große Tower geeignet - solche Mainboards finden sich aber kaum im Mainstream-Segment, sie sind eher im Bereich von Server-Mainboards zu finden, da dort oftmals mehr RAM-Slots und Sata-Anschlüsse Platz finden müssen als bei einem normalen Büro- oder Spiele-PC.
Quelle: Asus
Die µATX oder auch mATX-Baugröße ist gut am eher quadratischen Format zu erkennen - hier ein Asus TUF B350M-Plus Gaming
Wichtig zu wissen ist nur: das von euch verwendete Gehäuse gibt die maximal mögliche Mainboardgröße an. In einen ATX-Tower könnt ihr also ein Mainboard mit Mini-ITX-, µATX- oder ATX-Format einbauen. In ein µATX-Gehäuse passt aber ein ATX-Mainboard nicht hinein. Ein Kauftipp: da alle wichtigen Komponenten und Anschlüsse auch auf einem µATX-Modell Platz finden und man heutzutage auch selten mehr als zwei Steckkarten verwendet (Grafikkarte und eventuell noch eine Soundkarte), spricht nichts dagegen, wenn ihr zu einem µATX-Mainboard greift, sofern dieses günstiger als ein vergleichbares ATX-Modell ist. Lediglich auf die Anzahl an RAM-Slots solltet ihr achten, hier haben einige µATX-Mainboards nur zwei Stück statt der beim ATX-Format üblichen vier Stück.
Was muss ein Mainboard bieten?
Für die meisten Spieler reicht selbst ein Modell für ab 60 Euro heutzutage völlig aus. So gut wie jedes moderne Mainboard für die aktuellen relevanten Sockel von AMD und Intel bietet jeweils mindestens einen vollwertigen PCIe-Slot für Grafikkarten, mindestens vier Sata-Anschlüsse, Onboardsound, LAN und mindestens jeweils sechs USB-Anschlüsse für die PC-Rückseite und sowie einen zum Anschluss eines Gehäuse-Frontpanels. Mehr Ausstattung brauchen nur wenige Nutzer.
Nur wenn ihr also sicher wisst, dass ihr mehr Ausstattung benötigt, müsst ihr euch etwas genauer umsehen. Ansonsten lohnen sich teurere Mainboards für mehr als 120 Euro nur dann, wenn ihr die CPU übertakten wollt oder auch wenn ihr mehr als eine Grafikkarte gleichzeitig im PC betreiben möchtet (AMD: Crossfire; Nvidia: SLI). Bei Intels Sockel 1151 lassen sich nur CPUs übertakten, die ein K hinter der Modellnummer stehen haben. Zudem ist ein Chipsatz mit einem Z im Namen nötig. Worauf aber selbst Nutzer, die nicht übertakten und auch nur eine einzige Grafikkarte betreiben wollen, achten könnten: die Anzahl an Anschlüssen für Lüfter.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte Z370 Aorus Gaming 5 für Intel Coffee Lake-Prozessoren.
Denn es kann nicht schaden, wenn man mehr als nur zwei Lüfter direkt am Mainboard anschließen kann, da man diese dann per Software oder BIOS-Funktion gut ansteuern kann und in der Summe später einen leiseren PC hat als mit Lüftern, die man direkt mit dem Netzteil verbinden muss.
Intel Sockel 1151: Das Coffee Lake-Dilemma
Auf der ersten Seite hatten wir euch bereits erklärt, was es mit dem Sockel und Chipsätzen auf sich hat. Beim Sockel 1151 von Intel gibt es einen Sonderfall: obwohl die noch relativ neuen Coffee Lake-Prozessoren wie der Core i5-8400 oder Core i7-8700K für den Sockel 1151 gedacht sind, könnt ihr viele Sockel 1151-Mainboards nicht für die neuen CPUs verwenden, und zwar die Mainboards, die einen 100er- oder 200er-Chipsatz wie H170 oder Z270 bieten. Bis vor kurzem war ausschließlich der zusammen mit den Coffee Lake-CPUs veröffentlichte Chipsatz Z370 kompatibel zu den neuen Prozessoren, inzwischen gibt es auch die weitere kompatiblen Chipsätze der 300er-Familie. Doch das ist noch nicht alles: die neueren 300er-Chipsätze sind wiederum inkompatibel zu den Sockel 1151-CPUs der Familien Skylake und Kaby Lake (zum Beispiel Core i5-6000er- oder Core i7-7000er-Serie). Wer also eine Sockel 1151-CPU kauft oder bereits besitzt, muss genau darauf achten, welches Sockel 1151-Mainboard er sich besorgt. Hinzu kommt noch die bereits zuvor genannte Einschränkung: nur K-CPUs sind bei Intels Sockel 1151 übertaktbar, zudem wird ein Mainboard mit Z-Chipsatz benötigt.
