Das Duo verzaubert in einem märchenhaften Abenteuer Fans klassischer Action-Rätselkost.
Das relativ junge Entwicklerstudio Game Republic (seit Mitte 2003) kann auf einige weniger glanzvolle, aber auch einige gelungene Werke zurückblicken. Folklore wäre hier als positives Beispiel erwähnenswert. Mit Majin and the Forsaken Kingdom verzaubern sie abermals mit Hilfe geheimnisvoller Mythen, das sogar vorzeitig vor Release in Amerika oder gar Japan. Warum wir Europäer in diesen ehrenhaften Genuss kommen, bleibt wohl ein Marketing-Geheimnis ihres Publishers, doch aufgrund des hohen Potenzials wollen wir uns auch gar nicht darüber beschweren. Doch kann Majin das halten, was es uns vorab auf zahlreichen Präsentationen schon versprochen hatte?
Majin and The Forsaken Kingdom
Wie vorab schon berichtet, ist eine klare Linie und Ausrichtung unverkennbar. Das Entwicklerteam orientierte sich an europäischen Mythen und Märchen und versuchte die farbenfrohen Bilder aus den Büchern in einem hübsch inszenierten Abenteuer zu verwirklichen. Die Geschichte handelt von einem namenlosen Strauchdieb, der als Mensch im Wald von Tieren aufgezogen wurde. Das hagere Bürschlein erinnert aber eher an den persischen Prinzen, als an den muskelbepackten Tarzan und hat vor allem im Kampf noch so seine Schwierigkeiten. Seine kluge Denkweise führt ihn aber in den einst schillernden Palast des Königs, in welchem die Dunkelheit ein mystisches Wesen gefangen hält, den Majin. Die Tiere flüstern sich, dass er einst der Beschützer der Menschen war und unglaubliche Kräfte besitzt - daher ist es die Aufgabe des Helden, diesen ausfindig zu machen und zusammen mit Majin das Böse aufzuhalten, dass sich ungehindert ausbreitet und Wälder wie auch Bewohner gnadenlos ins Verderben stürzt.
Majin and The Forsaken Kingdom
Das Märchen ist von Beginn an zauberhaft inszeniert. Die Vorgeschichte sowie einige Zwischenstücke werden in herrlichen 2D-Scherenschnitten präsentiert, in denen man einiges aus der Vergangenheit erfährt und somit das Wesen des Majins kennenlernt. Der Koloss ist ein riesenhaftes und ein bisweilen ogergleiches Wesen mit merkwürdigen Pflanzen auf dem Rücken. Trotz seiner Größe ist der wahrhaftig gutmütige Kerl nicht gerade mit Intelligenz gesegnet, was uns auch die zum Teil gute deutsche Sprachausgabe zu hören gibt. Manch einen mag das dümmliche Geschwafel alsbald auf die Nerven gehen, andere fassen sich ein Herz und bestreiten mit dem Hünen ein zauberhaftes Abenteuer. Tepeu dagegen, so nennt der Majin seinen hageren Retter später, ist klein und flink, intelligent und ideenreich, aber schmächtig und schwach - zusammen geben sie aber ein unbeugsames Team ab, welches kooperativ äußerst abwechslungsreiche Welten bereisen muss.
Das unschlagbare Duo
Majin and The Forsaken Kingdom
In der Rolle des Prinzen, ähhh ... des Wald-Menschen Tepeu macht man sich auf die Suche nach der bösen Macht, um dieser den Garaus zu machen und die wunderschöne Flora & Fauna zu retten, die von schwarzem, klebrigen Zeugs verunreinigt wird. Der Koloss Majin trottet wie ein Dackel hinter euch her, lässt sich mittels einiger Kommandos indirekt aber auch in geringem Maße dirigieren. Wie uns die Entwickler verraten hatten, wollten sie anfänglich den Majin ebenfalls spielbar machen, doch dadurch kam die enge Bindung zwischen dem Menschen und dem mystischen Wesen nicht ganz so gut zur Geltung. Dem geben wir vollkommen Recht, denn so verspürt man ein gewisses Freundschaftsband zwischen den beiden Hauptdarstellern und ist vor allem aufeinander angewiesen. Möchte Tepeu höher gelegene Plattformen erreichen, muss er über den pflanzenüberwucherten Rücken des Majin klettern oder lässt sich per Katapult durch die Luft schleudern. Gerät der Majin trotz seiner unglaublichen Kraft in Gefahr, ist es an Tepeu, mit Steinen für Ablenkung zu sorgen oder die wilden Bestien vom Rücken des Freundes zu stoßen. Denn unsterblich ist keiner der beiden!
