Das Duo verzaubert in einem märchenhaften Abenteuer Fans klassischer Action-Rätselkost.
Majin and The Forsaken Kingdom
Von der ersten Minute an beweist der Titel eine sehr abwechslungsreiche Art. Ist der gute Tepeu ohne seinen Beschützer in den Tempelanlagen unterwegs, sollte der nicht gerade schlagkräftige Kerl auch tunlichst gefährliche Auseinandersetzungen mit der Dunkelheit meiden. Die schwarz sabbernden, dennoch in ihrer Vielfalt und in ihrem Verhalten sehr kreativen Gegner sind stark, meist sogar so mächtig, dass er alleine nicht wirklich viel ausrichten kann. Es sei denn, dem flinken Dieb Tepeu gelingt ein Angriff aus dem Hinterhalt! Mit einem einzigen Schlag in den Rücken werden die ekelhaften Kreaturen dorthin zurück geschickt, wo sie herkamen. In bester Metal Gear Solid Manier - wenn auch ohne Kiste nur getarnt durch Säulen und Mauern - schleichen wir ganz leise und unbemerkt um die teils schwerhörigen Feinde herum.
Majin and The Forsaken Kingdom
Kann man sich stattdessen auf die schlagkräftige Hand des großen Kumpels verlassen, artet es in einen meist sehr wilden, bisweilen leider auch gar unübersichtlichen Kampf aus. Der Majin mag zwar tollpatschig sein und hin und wieder die Nase lang auf die Schnauze fallen, doch wenn es um das Beschützen seiner Freunde geht, kann er ziemlich rasend die Sau raus lassen. Dank schlagkräftiger Arme und Fäuste fliegen die dunklen Kreaturen im hohen Bogen durch die Luft und bisweilen müssen sie, am Boden liegend und Sterne sehend, erst mal eine Verschnaufpause einlegen - genau der richtige Zeitpunkt, um diesen Biestern ein paar Hiebe mit dem mystischen Zepter über die Birne zu ziehen. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, sollte man zudem einen kooperativen finalen Schlag ansetzen und dem Pulk an Feinden effektiv sowie meist endgültig den Garaus zu machen. Die Kämpfe machen durchaus Laune, spielerisch haben sie aber nicht ganz so viel Gehalt wie die aufkommende Rätselkost.
Wie komm ich denn hier weiter?
Majin and The Forsaken Kingdom
Wer einmal in The Forsaken Kingdom eintaucht, verliert sich in einem abwechslungsreichen Land der einstigen Menschheit, deren Reich nicht nur prächtige Tempelbauten zierten, sondern auch so manch mechanische und technische Errungenschaft verzeichnen konnte. Das schillernde Königreich musste einer sich üppig ausbreitenden Vegetation und den Dunklen weichen, bietet aber abwechslungsreiche Landschaften. Mal durchwandert man einen verregneten Wald, dann führt euch der Weg durch eine unbewohnte Stadt in der Aschewüste oder aber die Farbenpracht der Kristallhöhle weiß zu begeistern und untermauert das Bilderbuchszenario.
Majin and The Forsaken Kingdom
Ihr bewegt euch, einzig allein aufgrund natürlicher Hindernisse eingeschränkt, völlig frei durch eine riesige, zauberhafte Welt mit zahlreichen Gefahren, aber auch reichlich Dingen, die es zu entdecken gilt. Dieses Spiel nimmt euch, ausnahmsweise und für zahlreiche ältere Spieler gar erfreulicherweise mal nicht an die Hand und führt euch völlig linear durch die Ebenen - nein, ihr werdet nicht selten durch eine vermeintliche Sackgasse in eurem Tatendrang ausgebremst. Mal lässt sich eine schwere Türe einfach nicht öffnen, auch wenn Majin noch so seine Muskeln spielen lässt, ein anderes mal fragt man sich, wie denn diese Zugbrücke herunter gelassen wird, wenn man doch nicht einmal die andere Seite erreichen kann - meist ohne zunächst Antworten auf die zahlreichen Fragen zu bekommen. Trübsal blasend muss man sich schlussendlich halt doch erst einmal geschlagen geben und an anderer Stelle weiterforschen.
Majin and The Forsaken Kingdom
Es ist einzig allein der Entdeckerdrang, welcher euch durch die zahlreichen Hindernisse und einer Handvoll Endgegnern in die Hände führen wird. Dabei ist ein wachsames Auge und eine clevere Herangehensweise gefragt, um die teils mehrstufigen Knobelaufgaben zu lösen. Ganz rudimentär müht sich der Koloss auf Befehl mit schweren Türen ab, während der hagere Held um die Ecke flitzt und hier und dort einen Schalter umlegt. Damit werden aber nicht nur Eisenstangen von den Türen genommen, manchmal auch Plattformen in Bewegung gesetzt. Natürlich darf auch simples Kistenschieben nicht fehlen bzw. die Möglichkeit, mit explosiven Fässern Öffnungen in eine Wand zu sprengen, doch meist wird doch wesentlich mehr von euch abverlangt, manchmal sogar über einige Ebenen verteilt. So plappern die Tiere schon von Beginn an von Maschinen und Elektrizität, die es nicht mehr gibt. Erlangt der Majin aber seine alten Kräfte, so kann man mit Wind oder Blitz nicht nur die dunklen Kreaturen beeindrucken, sondern zahlreiche Knobelaufgaben lösen. Bringt von der Decke hängende Fässer mit Wind in Schwung, baut mit Spannung fördernde Dinge eine elektrische Leitung für den Blitz, um einen Fahrstuhl in Bewegung zu setzen oder nutzt die Größe des Majin aus, um sonst unerreichbare Passagen zu erklimmen.
Majin and The Forsaken Kingdom
Die Wegfindung durch die wirklich genial angelegten Passagen macht einen Großteil des etwa 15-20 Stunden umfassenden - je nachdem wie ausführlich man jeden Abschnitt nach Extras absucht - Abenteuers aus und lässt so manches Köpfchen rauchen. Was anfangs recht leicht ist, wird mit der Zeit ziemlich knifflig und immer haben die Entwickler versucht, die neuen Fähigkeiten des Majin auch für die Rätsel einzusetzen. So kommt definitiv keine Langeweile auf - viel besser noch - man kann in schon durchlaufenen Passagen nochmals nach verpassten Dingen Ausschau halten oder neue Wege entdecken. Ärgerlich nur, dass man dadurch langwierige und repetitive Laufwege in Kauf nimmt. Zur späteren Spielstunde kommen zwar noch Teleporter hinzu, können das bisweilen aufkommende Déjà-vu mit immer wiederkehrenden Feinden aber nicht verhindern. Ebenfalls gelungen, um nicht ganz den negativen Eindruck stehen zu lassen, sind die vielen Kletter- und Sprungpassagen, die auch einiges an Geschick abverlangen.
