Mass Effect 3 im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Wir finden: Mass Effect 3 ist zwar der schwächste Teil der Serie, bringt die epische Geschichte aber zu einem würdigen Ende.

Grafik und Technik

Mass Effect 3 Mass Effect 3 An der Grafik hat sich im Vergleich zum Vorgänger eigentlich nicht viel getan, man fühlt sich zuweilen sogar, als würde man Mass Effect 2 einfach weiterspielen. Das heißt: In Zwischensequenzen glänzt das Spiel mit filmreifen Szenen, gelungenen Perspektivwechseln und knackscharfer Detailoptik, in den Missionen gibt es immerhin hübsch designte Umgebungen. Der Unterschied zwischen Sequenz und Spiel ist aber kolossal. Einzig die Animationen sind bei Kämpfen nicht immer optimal.

Mass Effect 3 Mass Effect 3 Bei Mass Effect 2 wussten wir den Soundtrack und die musikalische Untermalung noch besonders zu würdigen, im dritten Teil nun eher nicht mehr. Bis auf ein paar wichtige Kernszenen, mangelt es vielen Sequenzen einfach an passender musikalischer Untermalung. Das ist mitunter auch ein Grund, weshalb ich mich zwar von der Story jederzeit total angefixt gefühlt habe, atmosphärisch aber nie richtig ins Spiel fand. Dafür sind gerade die Schlüsselmomente viel zu emotionslos erzählt und ohne passende Hintergrundgeräusche auch sehr statisch. Dazu trägt aber auch die schreckliche deutsche Synchronisierung bei. Nicht nur, dass sie zum Teil mehrere Sekunden Lippen asynchron ist, ein Gros der Sprecher ist beim Job auch total emotionslos! Ein Tipp für alle, die des Englischen mächtig sind: Die Original-Tonspur kann kostenlos im Spiele-Marktplatz heruntergeladen werden. Es lohnt sich! Wenn mich das Spiel dann atmosphärisch doch packt, dann meist nach schweren Entscheidungen. Lasse ich A oder B sterben, können beide überleben? Das sind Fragen, die mich wirklich nachdenklich machen.

Mass Effect 3 Quelle: Bioware Mass Effect 3 Ein weiteres Problem machen wir übrigens bei Zwischensequenzen aus. Ob es daran liegt, dass wir uns an die Erzählweise mittlerweile so als Standard gewöhnt haben, oder es tatsächlich häufiger als in den Vorgängern vorkommt, wissen wir nicht. Aber gerade in Dialogen gibt es fast ständig Anschlussfehler, kaputte Animationen (Hand ist in der einen Sekunde noch links, dann plötzlich wo anders im Gesicht) und immer wieder fehlen sogar ganze Videos! Als wir durch den Boden eines Levels brechen, sehen wir ungefähr zehn Sekunden lang Shepards Rücken, sind dann plötzlich ganz wo anders als gerade noch. Dass der Boden unter uns zusammenkrachte, erfahren wir durch Zufall per Funk. Solche Fehler sind schade, vor allem weil sie durch Polishing vermeidbar wären. Ein Indiz, dass BioWare vielleicht einfach schnell fertig werden musste?

Mass Effect 3 Quelle: Electronic Arts Mass Effect 3 Die Steuerung fällt nicht großartig anders aus, als zuvor. Sie wirkt sehr actionlastig, Mass Effect spielt sich so fast schon wie ein Gears of War: Durchs Level rennen, Gegner spotten, in Deckung hechten und von dort aus niederballern, mit Unterstützung einiger Spezialfähigkeiten wie Biotik und Co. Eine Frage bleibt aber, gerade im Multiplayer: Wer ist denn bitte auf die Idee gekommen, Wiederbelebungen auf dieselbe Taste zu legen, wie "in Deckung gehen"? Wenn man darin wieder mal in Richtung Wand hechtet, statt seine Mitspieler zu heilen ist ein wirklich nerviges Phänomen. Wenn man dann auch noch getötet wird beim Versuch, jemanden zurückzuholen und dadurch ein Game Over erzwingt, ist einem der Hass der Mitspieler gewiss. Gut gelöst ist das nicht!

Wer Kinect zu Hause hat, kann Befehle an die Begleiter übrigens auch einfach seinem Fernseher entgegenbrüllen. Oder Aktionen selbst triggern. Wer nicht A drücken will, sagt beispielsweise "Tür öffnen" oder "Untersuchen", aber mal ehrlich... Da macht es schon fast mehr Sinn, einfach A zu drücken.

Dieses externe Embedding ist leider nicht mehr verfügbar.

Meinung

Wertung zu Mass Effect 3 (PS3)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
gelungenes Ende einer epischen Trilogieso viele alte und bekannte Gesichter!cineastisch inszenierte Dialogepersönlichen Momente Shepards als emotionale Höhepunkte4-Spieler-MultiplayerNebenquests annehmen, indem man Gespräche „mithört“ ist viel nachvollziehbarer, als angesprochen zu werdenimmer eine Quantifizierung des Fortschritts durch Kriegsaktivpostenmassig Sidequests, die unterschiedlich gelöst werden wollenWaffen können unterschiedlich angepasst und upgegradet werdenHetero-, Homo- und Aliensex. Wer es braucht
allein betrachtet der schwächste Titel der Seriedurch leichte Änderungen in der Story würde das Spiel so viel glaubhafter werdenschrecklich emotionslose deutsche Lokavom Erzählstil her nicht so bombig wie die Vorgängernervige und Atmosphäre tötende Grafikfehler, Anschlussfehler und manchmal gar komplett fehlende Videosequenzen bei Dialogennicht ausgereiftes Deckungssystemrecht dümmliche KI, die durch Masse statt Klasse auftrumpftOffline-Spielern bleibt mindestens ein Ende verwehrtbis auf wenige Momente nicht atmosphärisch genug für diesen Serien-Abschluss
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk