Menace ist XCOM aus Deutschland - aber ist es auch so gut?

Special Viktor Eippert
Menace ist XCOM aus Deutschland - aber ist es auch so gut?
Quelle: Overhype Studios; Bildmontage: PC Games

Menace spielt sich grundsätzlich ähnlich wie XCOM, hebt sich aber in einigen Punkten davon ab. So funktionieren die Taktik-Kämpfe im deutschen Indiespiel.

XCOM lässt grüßen

Aber Moment mal, wieso einschüchtern und was hat es mit dem Sperrfeuer auf sich? Das sind verschiedene Aspekte, die in den Kämpfen zum Tragen kommen. Und damit sind wir beim schon jetzt gelungenen Kern von Menace angekommen: den rundenbasierten Taktik-Kämpfen. Grundsätzlich spielt sich Menace wie eine Mischung aus den neuen und den alten XCOMs. Wir ziehen der Reihe nach unsere Squads über eine in Quadrate aufgeteilte Karte und müssen dabei stets auf die Aktionspunkte unserer Leute achten. Wollen wir nicht, dass unsere Leute wie die Fliegen sterben, verschanzen wir sie so oft wie möglich an leichten oder schweren Deckungen. Soweit kennt man das ja vom immer noch großartigen XCOM 2.

Menace hebt sich aber auch in einigen Punkten vom Genre-König ab. So ist auf einer Karte in Menace absolut alles zerstörbar, bis auf die Levelgeometrie an sich. Wenn sich also unsere Gegner hinter einem Gastank verstecken, kann das böse ins Auge gehen, beziehungsweise das Gas im Tank in die Luft. Wo ein Zaun für unsere Infanterie ein Hindernis darstellt, brettern Truppentransporter und andere Fahrzeuge einfach durch und bahnen uns so neue Wege. Gleichzeitig pflügen sie auch durch kleine Bäume, die den Soldaten dagegen als leichte Deckung dienen.

Spannende Kämpfe

Die Umgebung zu seinem Vorteil zu nutzen, ist also immer ein wichtiger Punkt während einer Mission. Zumal Sicht auch ein zentraler Faktor ist. Hinter einem massiven Gebäude sind unsere Einheiten zwar sicher, doch sie können nicht um die Ecke schauen und damit auch keine Gegner anvisieren.

Und dann kommen noch die Witterungsverhältnisse dazu. Wenn wir auf einem Wüsten- oder Eisplaneten kämpfen, kann es zu Sand- und Schneestürmen kommen. Da sehen unsere Jungs und Mädels natürlich nicht sehr weit. Das Gleiche ist nachts der Fall, außer wir statten sie mit Nachtsichtgeräten aus.

Super gefällt uns, dass wir immer alle relevanten Infos im Kampf bekommen. Planen wir etwa einen Vorstoß mit einem Trupp, zeigt uns das Spiel direkt an, wie viele Aktionspunkte danach noch übrig sind und welche Aktionen wir noch machen könnten. Auch unsere aktuelle Waffenreichweite lässt sich mit einem kurzen Mouseover prüfen, ebenso eine Einschätzung, wie viel Schadenspotenzial eine Kugelsalve auf die Gegner haben wird.

In den Missionen spielen Witterungsverhältnisse auch eine Rolle. Während eines Sandsturms sehen unsere Truppen zum Beispiel nicht so weit. Quelle: PC Games In den Missionen spielen Witterungsverhältnisse auch eine Rolle. Während eines Sandsturms sehen unsere Truppen zum Beispiel nicht so weit. Spannend ist auch, dass wir selbst wählen können, mit welcher Einheit wir als Nächstes ziehen - ein Initiativsystem gibt's in Menace nicht. Jede Fraktion darf der Reihe nach einen Trupp befehligen. Dadurch können wir dort priorisiert ziehen, wo die Kacke am stärksten dampft - wobei man oft das Problem hat, dass es an mehreren Stellen gleichzeitig heikel ist. Aber das macht die Taktik-Kämpfe nur umso spannender.

Kampfdisziplin und Taktikvielfalt

Wie vorhin erwähnt, lassen sich die Menace-Cyborgs von Nichts aus der Ruhe bringen. Für unsere Truppen und die allermeisten Gegner sieht das aber anders aus. Gerät eine Einheit unter heftigen Beschuss oder verliert sie Teile ihres Squads, wird sie stufenweise zunehmend eingeschüchtert. Das wirkt sich auf die Werte wie Genauigkeit, aber auch auf die verfügbaren Aktionspunkte aus. Im schlimmsten Fall nimmt Panik die Überhand und wir können das Squad gar nicht mehr steuern. Dann versuchen sie einfach nur noch, heil wegzukommen. Wie schnell Einheiten die Nerven verlieren, hängt vor allem mit deren Disziplin-Wert zusammen.

Das können wir aber natürlich auch zu unserem Vorteil nutzen. Ist ein Gegner zu stark verschanzt und ein Manöver über die Flanke keine gute Option, können wir unseren Feind auch so stark mit Kugeln eindecken, dass er sich nicht mehr rühren kann. Vorausgesetzt, wir haben die richtigen Waffen mit hoher Schussrate und gutem Sperrfeuerwert dabei.

Besondere Gegner wie diesen Flammenpanzer treffen wir aktuell noch zu selten im Spiel. Stattdessen haben wir es ständig mit den immer gleichen Gegnern zu tun. Quelle: PC Games Besondere Gegner wie diesen Flammenpanzer treffen wir aktuell noch zu selten im Spiel. Stattdessen haben wir es ständig mit den immer gleichen Gegnern zu tun. Überhaupt bietet Menace durch seine vielschichtigen Systeme durchaus verschiedene Taktiken. Haben wir es mit schwer gepanzerten Feinden zu tun, können wir auf panzerbrechende Waffen setzen. Oder wir nutzen Knarren mit hohem Schaden gegen Rüstung und zerfleddern sie stückweise, um so an die Lebenspunkte heranzukommen. Und mit Plasmawaffen können wir Rüstungen sogar direkt schmelzen, wenn wir ein paar gute Treffer landen.

Und dann kommen noch die Fahrzeuge ins Spiel. Die können mit ihren starken Waffen und der hohen Bewegungsreichweite einen deutlichen Unterschied machen. Sperrfeuer spielt für die Fahrzeuge auch keine Rolle, stattdessen können aber einzelne Systeme wie der Motor oder die Waffen mit einem guten Treffer ausgeschaltet werden. Konkret anvisieren können wir bestimmte Bauteile allerdings nicht, das würde noch für etwas mehr Tiefe sorgen.

  1. Seite 1 Menace gespielt: Sternenkarte, Operationen, Abwechslungsarmut
  2. Seite 2 Menace gespielt: Kämpfe, Taktikvielfalt
  3. Seite 3 Menace gespielt: Versorgung, Fortschrittsgefühl und Fazit
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