Meridian: New World in der Vorschau: Blick auf Makro-Management und Fazit

Special Sandro Odak

Meridian: New World ist der Newcomer-Überraschungshit der Gamescom: Seit zwei Jahren entwickelt Ede Tarsoly das Sci-Fi-Strategiespiel allein und ohne fremde Hilfe. Seit sieben Jahren schreibt er schon das Drehbuch dazu. Nun steht es kurz vor der Vollendung: Wir haben einen Indie-Entwickler getroffen, der wirklich sein Hobby und seinen Traum zum Beruf gemacht hat.

Entschlackt und ohne Micro-Management

Meridian: New World in der Gamescom-Vorschau (6) Quelle: Headup Games Meridian: New World in der Gamescom-Vorschau (6) Vom Gameplay her bietet Meridian: New World alles, was auch ein Star Craft einem bietet. In manchen Missionen kommen wir komplett ohne Nachschub aus und müssen mit dem überleben, was Hanson vom Schiff mitbringt, in anderen wiederum baut man sich eine Basis auf und erkundet die Karte Schritt für Schritt. "Keine Mission soll sich wie die davor spielen", erzählt Tarsoly. "Ich arbeite wirklich hart daran, jede Karte so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten." Die Map, die er uns zeigt, startet beispielsweise mit dem einfachen Ziel, eine feindliche Basis lahmzulegen. Doch hat man das geschafft, wandeln sich die Ziele, alternative und optionale kommen hinzu. An einer Stelle müssen wir uns beispielsweise an Wachen vorbeischleichen, die einen Sichtradius haben. In solchen Momenten erinnert Meridian: New World fast schon an den Strategie-Schleich-Hit Commandos.

Die Spielerkommandos sind dabei aber stets kleingehalten und entschlackt. Einheiten greifen im Kampf selbstständig Feinde an. Nur wenn man sein Feuer auf einen Feind bündelt, schießen alle auf denselben. Micro-Management von Einheiten entfällt komplett. Sie können laufen und schießen – mehr Einstellungen muss man nicht vornehmen. So kann man sich, um mal in Star-Ctraft-Sprache zu bleiben, voll aufs "Makro" konzentrieren.

Meridian: New World in der Gamescom-Vorschau (1) Quelle: Headup Games Meridian: New World in der Gamescom-Vorschau (1) Ein paar Sonderfähigkeiten hat man in Merdian: New World dann aber doch. Anstatt sie einzelnen Einheiten zu geben, nennt Tarsoly sie Comander-Fähigkeiten und schreibt sie dem persistent mitwachsenden Commander-Konto gut. Mit diesen Fähigkeiten können Spieler beispielsweise einzelne Feinde paralysieren oder "überladen".

Selbst im Basisbau ist Meridian: New World überraschend unaufgeregt: Drei Ressourcen muss man im Auge behalten: Shardiium ist eine Art Geld, das in Shardium-Minen unterirdisch abgebaut wird, Strom und Bevölkerung. Strom soll in Meridian ähnlich wichtig sein, wie in Command & Conquer: Wenn der Feind die Versorgung zerstört, ist man ihm ausgeliefert. Und das wird er tun: Die KI-Gegner sind schlau genug und lernen mit der Zeit dazu. Zu Beginn einer Runde schicken sie beispielsweise noch Scouts voraus, aber sobald sie wissen, wo ihre Feinde sind, werden sie unaufhörlich Einheiten hinschicken. Wenn die KI feststellt, dass man Luftfahrzeuge baut, wird sie entsprechend mit Luftabwehr kontern. Tarsoly berichtet, dass die KI im schwierigsten Modus zeitweise sogar ihn schlägt – dabei sollte es keinen besseren Spieler geben, der die Mechaniken von Meridian besser kennt.

Meinung

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