Micky Epic: Die Macht der 2 im Gamezone-Test: Trotz liebevoller Aufmachung recht durchschnittlich ausgefallen

Test Patrick Büssecker

Mit Micky Epic erschien vor ziemlich genau genau zwei Jahren ein durchaus ungewöhnlicher Titel exklusiv für die Wii, in dem wir endlich mal wieder in die Rolle von Micky Maus schlüpfen durften. Das Abenteuer mit Micky Maus konnte dabei nicht nur sehr ordentliche Wertungen bei der Fachpresse ergattern (in unserem Review bekam der Wii-Titel ganze 8,4 von 10 Punkten), sondern kam auch bei den Zockern sehr gut an und konnte gute Verkaufszahlen vorweisen. Nun erschien mit Micky Epic: Die Macht der 2 ein Nachfolger, der uns wieder einmal in eine verzauberte Welt entführen möchte.

Micky Epic: Die Macht der 2 (9) Quelle: Disney Micky Epic: Die Macht der 2 (9) Dieses Mal dürfen jedoch nicht nur Wii-Spieler ans Werk gehen, denn der zweite Ableger kam jetzt zusätzlich auch noch für den Computer, die Xbox 360 und PlayStation 3 in den Handel. Damit nicht genug dürfen auch Wii U-Käufer gleich zum Launch den neuen Titel genießen. Grund genug also, dass wir uns die 360-Fassung einmal näher angeschaut haben.

Warum mal wieder Koop?

Micky Epic: Die Macht der 2 (7) Quelle: Disney Micky Epic: Die Macht der 2 (7) Wie der Name schon vermuten lässt, ist auch im zweiten Teil neben Micky Maus wieder Oswald der lustige Hase mit von der Partie, der in diesem Ableger eine noch größere Rolle spielt. Bei Micky Epic 2 erwartet uns dieses Mal schließlich im Gegensatz zum Vorgänger, ein waschechter Koop-Titel, bei dem wir zu zweit ans Werk gehen können und entsprechend ein Spieler in die Rolle von Micky Maus schlüpft, während der zweite Spieler die Kontrolle von Oswald übernimmt. Allerdings handelt es sich hierbei um einen lokalen Koop-Modus und so können wir gemeinsam an einer Konsole, nicht aber mit Freunden über das Internet spielen, was sicherlich für manche Spieler ein Kritikpunkt sein dürfte. Leider gibt es an dem Koop-Gameplay so oder so einen großen Kritikpunkt, denn was mit Freunden noch ziemlich unterhaltsam ist, macht alleine weniger Spaß. Dies liegt vor allem daran, dass der computergesteuerte Oswald nicht immer so agiert, wie wir es gerne hätten und das ist gerade bei einem Koop-Titel, bei dem wir mitunter auf gute Leistungen des Mitspielers angewiesen sind, eben nicht einfach zu verschmerzen. Hier kommt erschwerend hinzu, dass wir nicht zwischen den beiden Charaktere wechseln und nicht in entscheidenden Situationen kurzzeitig die Kontrolle über Oswald übernehmen können. Wer das Spiel alleine startet, der spielt von nun an als Micky und muss sich auf den von der KI gesteuerten Oswald verlassen. Wirklich schade, denn zumindest ein jederzeit mögliches Wechseln zwischen unseren beiden Charakteren hätte es schon sein dürfen und dem Einzelspieler-Part ohne Zweifel gut getan.

Gut oder Böse? Farbe oder Verdünner?

Micky Epic: Die Macht der 2 (4) Quelle: Disney Micky Epic: Die Macht der 2 (4) Abgesehen von diesem Koop-Gameplay, erwartet uns aber beim zweiten Ableger im Grunde wieder die bekannte Kost. Wir steuern unseren Helden in üblicher Jump 'n' Run-Manier durch die Level und können wieder mit Hilfe unseres Pinsels bzw. dem Verdünner die Umgebungen beeinflussen. Während wir mit der Tinte verschwundene Objekte wieder herbeizaubern können, können wir mit dem Verdünner allerlei Objekte ausradieren. In der Praxis ist dies eine herrlich ungewöhnliche, zugleich aber auch unheimlich spaßige Angelegenheit, die wir nicht nur immer wieder in Rätseln einsetzen müssen, sondern auch im Kampf gegen die Gegner verwenden können. Allerdings sollte man die beiden Hilfsmittel durchaus mit Bedacht einsetzten, denn das Spiel verfügt über ein kleines Moralsystem, welches unser Handeln bewertet. Das Auslöschen von Objekten mit dem Verdünner wird in diesem System böse gewertet, während natürlich das Wiederherstellen von Gegenständen als gute Tat verstanden wird. Daher kann man unterschiedlich an die verschiedenen Probleme herangehen und oft genug kann man so Rätsel auf eine gute Art mit dem Pinsel oder auf eine schlechte Art mit dem Verdünner lösen. Wirkliche Auswirkungen auf das Spiel hat diese Entscheidung in der Praxis aber leider kaum, was dieses prinzipiell ziemlich interessante System letztlich doch etwas unspektakulär erscheinen lässt. Manch ein Spieler wird also womöglich einfach nach Lust und Laune die beiden Varianten einsetzen und nicht gezielt einen Weg gehen. Schade, dass dieses Karma-Systeme nicht etwas stärker ins Spiel eingebunden wurde.

Auch schade ist, dass die Steuerung etwas hakelig ausfiel, was man insbesondere bei Sprungpassagen merkt und bei schwierigen Sprüngen schnell für Frust sorgen kann. Dies gilt auch für die Kamera, die in hektischen Situationen manchmal etwas ungenau positioniert ist und somit per Hand nachjustiert werden muss.

Es gibt viel zu entdecken

Micky Epic: Die Macht der 2 (10) Quelle: Disney Micky Epic: Die Macht der 2 (10) Neben den genannten Kritikpunkten hat Micky Epic 2 aber am Ende noch vieles zu bieten. Die unheimlich liebevollen und zauberhaften Umgebungen, die tollen Charaktere, die vielen Herausforderungen und Quests, die lange an den Bildschirm fesseln können und eine spannende und interessante Geschichte. Gerade die Quests, die wir an allen möglichen Orten im Spiel von verschiedenen Figuren erhalten können, sind teilweise richtig motivierend und sorgen nicht nur für eine willkommene Abwechslung, sondern zudem für eine gewisse spielerische Freiheit und für einige Erkundungstouren in den offenen Gebieten. Hierfür sorgen auch die unzähligen und teilweise gut versteckten Sammelobjekte, die ein umfangreicheres Erkunden der Umgebungen erfordern. Wer sich für zusätzliche Quests, die Herausforderungen oder solche Sammelobjekte begeistern kann, der wird sicherlich einige Zeit beschäftigt sein.

Meinung

Wertung zu Micky Epic: Die Macht der 2 (X360)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Liebevolle AufmachungTolles Farbe- oder Verdünner-SystemQuests und HerausforderungenHübsche MusikGute deutsche Sprachausgabe
Alleine nur bedingt überzeugendSteuerung nicht immer idealKamera stellenweise ungünstigKoop nur offline
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