Hat sich Microsoft mit dem Game Pass verzockt? - Analyst kommentiert die Entlassungswelle

News Marc Zander
Hat sich Microsoft mit dem Game Pass verzockt? - Analyst kommentiert die Entlassungswelle
Quelle: Microsoft

Der Game Pass bietet augenscheinlich viel fürs Geld, scheint jedoch für viele Spieler uninteressant zu sein. Warum das so ist, und was der Game Pass sogar mit der jüngsten Entlassungswelle bei Microsoft zu tun haben könnte, erklärt ein Marktanalyst.

Der Game Pass klingt doch nach einer guten Idee. Angespornt vom Erfolg von Netflix und Spotify, bei denen man so viele Serien, Filme oder Songs wie man möchte für einen monatlichen Pauschalpreis bekommt, verkündete Microsoft-CEO Satya Nadella schon 2017, dass dann doch auch ein Abonnement für Videospiele ein großer Erfolg werden müsste. Wie sieht das acht Jahre später aus?

Wie wollte Microsoft den Game Pass erfolgreich machen?

Zunächst sollte sich alles um Exklusivtitel drehen, schließlich haben diese auch die Playstation groß gemacht. Microsoft kaufte schon kurz nach der Ankündigung des Game Pass diverse Entwicklerstudios, um eigene Titel produzieren zu können, darunter inXile Entertainment, Obsidian Entertainment, Ninja Theory, Undead Labs und viele weitere.

Da sich jedoch viele Millionen Nutzer für den Game Pass entscheiden müssten, um den Abo-Dienst erfolgreich zu machen, folgte der Deal des Jahrhunderts in der Spielebranche: Microsoft wollte für mehr als 76 Milliarden US-Dollar den Branchenriesen Activision Blizzard samt ZeniMax Media übernehmen.

Was folgte, war ein langer Prozess, der Microsoft zwang, Spiele wie Call Of Duty weiterhin für andere Plattformen zu veröffentlichen. Dabei wäre es ohne andere Plattformen gar nicht möglich, die namhaften Marken finanziell erfolgreich am Laufen zu halten. Die Konsequenz war die vielmals kritisierte Multi-Plattform-Strategie der Xbox, die im Jahre 2025 viele ehemals exklusive Xbox-Spiele auch auf Playstation und Switch brachte. Die Abonnementzahlen des Game Pass stagnieren unterdessen. Also lautet die aktuelle Lösung: Alles ist eine Xbox. So möchte Microsoft vor allem mit Game Pass Cloud-Spielen neue Geräte wie Smart-TV und damit auch weitere Zielgruppen erschließen.

Was sagt Analyst Rhys Elliott zur Game Pass-Strategie von Microsoft?

Der Marktanalyst von Alinea, Rhys Elliott, hat im Interview mit wccftech seine Gedanken rund um den Game Pass geteilt. Er sieht zunächst die zu stark gestiegenen Wachstumsraten während der Covid19-Pandemie als Ursache. Viele Unternehmen dachten, es ginge nach den Lockdowns, bei dem die Menschen zu Hause saßen, Spiele spielten und Konsolen kauften, noch jahrelang weiter mit den guten Zuwachsraten. Dem ist schon aufgrund der aktuellen Inflation und Teuerungsraten jedoch nicht so. Daher auch so viele Entlassungen, zuletzt erst vor wenigen Tagen.

Dazu kommt, dass der Vergleich mit Netflix und Spotify nicht auf Spiele zutreffen würde. Während man bei ersteren aufgrund der Kürze der Musikstücke und Serien viele pro Monat konsumieren könne, sei das bei Spielen nicht möglich, da selbst eifrigste Spieler nur sehr wenige Titel pro Monat spielen, und das ginge vor allem nicht mal eben nebenbei.

Casual-Spieler würden von vornherein eher auf Free-To-Play-Titel setzen und manche der Kern-Zielgruppe lieber wenige Premium-Spiele im Jahr kaufen und besitzen, statt diese im Abo zu spielen. Die Tag-Eins-Veröffentlichungen im Game Pass würden zudem die Spiele-Verkäufe auf PC und Xbox reduzieren und Service-Games, die noch Jahre nach der Veröffentlichung neue Inhalte erhalten, von Neuveröffentlichungen ablenken.

Insgesamt zeigt sich der Analyst wenig optimistisch, was den Game Pass und die Xbox als Hardware betrifft - die Verluste seien einfach zu hoch. Er könne sich vorstellen, dass Xbox in Zukunft eher zum plattformunabhängigen Third-Party-Hersteller/-Publisher von qualitativ hochwertigeren und höherpreisigen Spielen wird. Zusammengefasst könnte man sagen: "It's The End Of The Xbox As We Know It...".

Quelle: via wccftech

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