MindsEye: Crunch, Crypto-Zweitprojekt, falsche Entscheidungen - Report deckt Hintergründe des Flops auf
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Als eine Art eigenes GTA des ehemaligen Produzenten der Serie angekündigt wurde, waren alle begeistert. Das Ergebnis ließ dann sehr zu wünschen übrig. Was alles falschgelaufen ist, zeigt eine Reportage des Kanals Decode auf YouTube.
Für viele Spieler ist MindsEye der Flop des Jahres 2025 - doch wie ist das alles so gekommen? Der mittlerweile freiberufliche Journalist Sebastian Tyzak hatte schon während seiner Zeit bei Game Two mit der viel beachteten Reportage des Teams über die Entwicklung des Spiels Der Herr der Ringe: Gollum von Daedalic Entertainment für Aufsehen gesorgt.
Jetzt legt er für das Projekt Decode nach und hat gemeinsam mit Martin Dietrich in Sachen MindsEye (jetzt kaufen 31,90 € ) recherchiert. Alle Aussagen entsprechen dabei den Wahrnehmungen der Interviewpartner und waren nicht immer unabhängig verifizierbar. Die Reportage gibt trotzdem tiefe Einblicke in die Entwicklungsphasen des Spiels.
Was lief bei MindsEye alles falsch?
Das Team von Decode sprach für die investigative Reportage mit insgesamt sieben an der Entwicklung des Spiels beteiligten Personen des Entwicklerstudios Build a Rocket Boy des ehemaligen GTA-Produzenten Leslie Benzies. Diese gaben sie an, dass das Spiel vermutlich an den zu großen Ambitionen, Kontrollzwängen und falschen Versprechen gescheitert sei. Aus ihrer Sicht wussten sie etwa bis kurz vor Release eigentlich nicht so recht, was für eine Art Spiel MindsEye überhaupt werden sollte, da Benzies mittels sogenannter "Leslie-Tickets" immer wieder neue Aufgaben formulierte und umsetzen ließ.
Die befragten Mitarbeiter berichten von schwierigen Arbeitsbedingungen und hoher Belastung samt verpflichtenden Crunch-Zeiten. Wer sich negativ äußerte, wurde vor die Tür gesetzt. Die stark kritisierten Minispiele in MindsEye, wie eine Nebenmission im Tower-Defense-Stil oder ein Spiel, bei dem der eigene Charakter sein Grab schaufeln muss, seien trotz massiver Kritik des Teams von der Führungsebene beibehalten worden. Obendrein sei die Story teilweise stark verändert worden und der Free-Roam-Modus, der ursprünglich für einen DLC geplant gewesen sei, wurde einfach ins Basisspiel integriert, jedoch nach kurzer Zeit wieder herausgepatcht.
Wie hingen Everywhere und MindsEye zusammen?
Interne Unterlagen würden belegen, dass Build A Rocket Boy mit der Roblox/Fortnite-ähnlichen Spiele-Plattform Everywhere, die zunächst als Minispiel für MindsEye in Form einer Stadt mit Racingstrecke, Battle-Royale-Arena, Essen-Bestell-Services und Konzertbühnen entwickelt wurde, eine Art "YouTube für Gaming und eine Alternative zu Steam und EGS" entwickeln wollte. Mitte 2022 wurde es daraus losgelöst und priorisiert, dann gab es Ideen für eine große Integration von NFTs und Blockchain-/Krypto-Technologien samt Pay-to-Earn-Mechaniken, die beim Team und in der Community auf wenig Gegenliebe stießen. Daher wurden diese schnell wieder entfernt.
Doch das Projekt war am Ende so groß geplant, dass es seine vollmundigen Versprechen gegenüber Spielern und Investoren nicht einhalten konnte. Nach einer Beta-Version, die laut der interviewten Mitarbeiter nur sehr wenige Spieler anzog, wurde der Fokus der Entwicklung wieder auf MindsEye gelegt. Die Quellen gehen mittlerweile davon aus, dass Everywhere eingestellt worden ist.
Quelle: Decode, via YouTube
