Mittelerde: Schatten des Krieges-Test - Ingame-Shop und Lootboxen
Test
Auf Seite 2 des Tests zu Mittelerde: Schatten des Krieges beleuchten wir ganz genau die Mikrotransaktionen für echtes Geld.
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Mittelerde: Schatten des Krieges - Wahres Ende oder Ware Ende?
Die vermeintliche Schlusssequenz nach dem Abschluss des letzten Story-Einsatzes ist merkwürdig: Das Cliffhanger-Ende lässt Talions weiteres Schicksal unbeleuchtet, alles riecht nach einem Nachfolger, der die vermeintliche Trilogie abschließt. Doch dann starten die sogenannten Schattenkriege: Ein letzter, gut sechs Stunden langer Akt, der in zehn Episoden aufgeteilt ist. Komplett ohne weitere Zwischensequenzen, bekannte Figuren oder Dialoge müsst ihr nunmehr insgesamt 20 Verteidigungsmissionen absolvieren, um das wahre Ende von Mittelerde: Schatten des Krieges zu sehen. Der Epilog beantwortet offene Fragen und ist die Arbeit definitiv wert - aber die davor gestellten, ewig gleichen Abwehrschlachten in den gerade einmal vier ewig gleichen Festungen arten in pures Grinding mit geringem Spaßfaktor aus.
Weil die angreifenden Ork-Heere im Lauf der zehnteiligen Schattenkriege immer stärker werden und schlussendlich sogar Talions Maximalstufe von Level 60 übersteigen, braucht ihr eine ebenso schlagkräftige Armee von Ork-Verteidigern. Die rekrutiert ihr dank Nemesis-System direkt aus den Reihen der Widersacher; geschwächten Ork-Hauptmännern kann Talion wie im Vorgänger Mordors Schatten eine Gehirnwäsche verpassen. Angesichts der Masse an Belagerungsmissionen und dem langwierigen Leveln von niedrigstufigen Orks per zufällig generierter Aufträge oder vom Spieler passiv beobachteter Arenakämpfe waren wir im Schatten des Krieges-Test jedoch das ein oder andere Mal versucht, von der wohl umstrittensten Neuerung Gebrauch zu machen: dem Kauf von Lootboxen.
Quelle: PC Games
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Es gibt zwei Währungen in Mittelerde: Schatten des Krieges, Mirian und Gold. Gold ist extrem selten und soll nach dem Wunsch von Publisher Warner Bros. Interactive mit echtem Geld erworben werden - zu Preisen zwischen fünf und 100 (!) Euro. Die meisten Mikrotransaktionen benötigen das rare Gold und umfassen normale, epische oder legendäre Ork-Verbündete, Erfahrungspunkte-Booster sowie Verbrauchsgegenstände, mit denen ihr einzelnen Hauptmännern besondere Boni wie eine Feuerwaffe verleiht. Die billigsten Lootboxen enthalten ebenfalls diese Items (wenn auch weniger) und sind - ein wichtiger Punkt - auch für Mirian zu kaufen.
Quelle: PC Games
Mittelerde: Schatten des Krieges-Review mit Testvideo für PC, PS4, Xbox One - Machen Mikrotransaktionen das Spiel kaputt? (7)
Von den Silberstücken findet ihr im Spielverlauf viele zehntausend Stück. Wer die Lootboxen niedriger Wertigkeit kaufen möchte, kann sich also mit Dutzenden davon eindecken - und muss beim Öffnen jedes Mal störende, mehrsekündige Wartezeiten ertragen. Aber das ergeht Gold-Käufern mit dickem Portemonnaie nicht anders. Allerdings können die sich mit dieser Art von gewerblichem Cheat-Code so einige Vorteile erkaufen - wenn auch stets Talions Charakterstufe bestimmt, wie hochklassig Ausrüstung und Orks in einem kostenpflichtigen Paket sind. Ihr könnt bei Mittelerde: Schatten des Krieges also trotz Mikrotransaktionen nicht mit viel Geld sofort Stufe-60-Items kaufen und anschließend in einer Art Gott-Modus durch die Ork-Horden pflügen.
Auch wenn die Inklusion dieses Shops in einem reinen Singleplayer-Spiel für viele potenzielle Käufer ein K.O-Kritierum sein dürfte (siehe Dead Space 3 und die Mikrotransaktionen): Im Test fühlten wir uns nie dazu genötigt, Geld auszugeben. Oder besser: fast nie. Denn die erwähnten Schattenkriege und der stetig gleiche Grind auf dem Weg zur Endsequenz brachten unseren Geduldsfaden mehrmals an die Grenze der Belastbarkeit. Warum also nicht einfach ein paar hochstufige, epische Orks im Shop kaufen, damit die eigene Festung bestücken und so die auf Dauer immer gleichen Abwehrschlachten schneller hinter sich bringen?
Quelle: PC Games
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Dass Monolith und Warner Bros. Interactive diesen Schlussakt so gestaltet haben, ist eine bedenkliche Entwicklung. Denn hier wird ganz eindeutig aus wirtschaftlichen Gründen in Gameplay-Mechaniken eingegriffen und gerade die treuesten Fans (die natürlich die echte Schlusssequenz sehen wollen) werden auf die Folter gespannt und dazu verführt, vielleicht doch mal im Shop vorbeizuschauen. Dabei sei noch einmal betont: Das Kaufen von Lootboxen, egal ob mit echtem Geld oder der (reichlich vorhandenen) Ingame-Währung, geschieht auf komplett freiwilliger Basis. Wer den Grind nicht scheut und sich die Verbündeten lieber auf, sagen wir "ehrliche" Weise besorgt, erlebt das komplette Spiel, ihm wird nichts weggenommen. Außer vielleicht seine Zeit, das Free2Play-Konzept lässt grüßen.
Nur gut, dass das Nemesis-System von Mittelerde: Schatten des Krieges so viele spannende Momente erzeugt - das macht den schnöden Kauf von Orks-Gefolgsleuten im Vergleich gleich wieder unattraktiv.
