Mittelerde: Schatten des Krieges-Test - Motivationsschrauben, Technik, Wertung und Fazit
Test
Die dritte und letzte Seite des Reviews zu Mittelerde: Schatten des Krieges verrät euch die Wertung von PC Games für Monoliths Action-Adventure.
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Mittelerde 2-Test: Weiter, weiter, immer weit... Stopp!
Wie schon der Vorgänger Mordors Schatten adaptiert das Sequel Mittelerde: Schatten des Krieges die gängigen Open-World-Mechaniken wie Levelaufstieg und Sammelgegenstände auf fachmännische Art und Weise. Besonders die RPG-Elemente motivieren: Für erledigte Aufträge und niedergemetzelte Gegner hagelt es Erfahrungspunkte. Bei jedem der insgesamt 60 Stufenaufstiege gibt es einen Skillpunkt, den ihr völlig frei in eine von gut zwei Dutzend Fähigkeiten investiert. Zudem hat jede davon noch bis zu drei Modifikatoren, von denen jedoch nur jeweils einer gleichzeitig aktiv sein kann.
Was Talion und sein Geisterbegleiter Celebrimbor im Spielverlauf so alles anstellen können, sucht seinesgleichen: Stealth-Takedowns und Kettenangriffe aus dem Vorgänger kehren zurück, dazu darf der Held auf Reittieren von klein (Caragor) bis groß (Graug) reiten - sogar Drachenflüge sind diesmal möglich. Um in den fünf großen Regionen schnell von A nach B zu kommen, hat Monolith neue Bewegungsmuster eingebaut. Der Doppelsprung, eine neue Rennenfunktion und ein Beschleunigungs-Boost beim Klettern sind allesamt willkommene Neuerungen. Die Fähigkeiten sehen dann auch noch richtig cool aus, das stete Voranschreiten erzeugt ein Gefühl des Machtzuwaches, der einen immer weiter antreibt, selbst wenn die Nebenmissionen in alte, bekannte Muster verfallen. Jedenfalls solange, bis der Fortschritt im Upgrade-System plötzlich ins Stocken kommt.
Hat man in Mittelerde: Schatten des Krieges ungefähr die Mitte der Level-Leiter, also Stufe 30 erreicht (was bei einer Spielzeit von gut 30 Stunden etwa 15 Stunden entspricht), weiß man plötzlich nicht mehr, wohin mit den Skillpunkten. Denn dann hat man alle Fähigkeiten und mindestens einen Modifikator dafür freigeschaltet - und das ist ja dann logischerweise derjenige, den man sich am ehesten gewünscht hat. Was bleibt, sind nur noch bis zu zwei andere Effekte, die einen schon vorher nicht interessiert haben, die man aber nun der 100%-Komplettierung zuliebe auch noch kauft. Lediglich einige an den Missionsfortschritt gekoppelte Skills locken einen dann noch hinter dem Ofen hervor, davon abgesehen gehen aber gut 50 % der Charakterentwicklung ins Leere. Ein kurioser Design-Fehler, den Monolith da in Schatten des Krieges eingebaut hat!
Quelle: PC Games
Mittelerde: Schatten des Krieges-Review mit Testvideo für PC, PS4, Xbox One - Machen Mikrotransaktionen das Spiel kaputt? (13)
Review: Loot-Spirale und Item-Sucht
Quelle: PC Games
Mittelerde: Schatten des Krieges-Review mit Testvideo für PC, PS4, Xbox One - Machen Mikrotransaktionen das Spiel kaputt? (5)
Deutlich durchdachter wirken die Diablo-Anleihen im Inventar: Statt nur noch Runen zu sammeln, sackt ihr bei den Hinterlassenschaften der Feinde jetzt vollwertige Ausrüstungsgegenstände ein. Die zufällig mit Effekten versehenen Items gibt's in verschiedenen Qualitätsstufen wie selten oder episch, auch Set-Boni für mehrere gleichzeitig angelegte Gegenstände sind vorhanden. Der regelmäßige Austausch der Ausrüstung macht Spaß, auch weil durch das Erledigen kleiner Herausforderungen (Beispiel: "Töte einen brennenden Gegner.") ein zusätzliches Upgrade aktiv wird, das den fraglichen Gegenstand noch weiter aufrüstet. Die in Levels unterteilten Gegenstände Mantel, Bogen, Schwert, Dolch, Rüstung und Ringrune verbesseren Talions Gesundheit oder seinen Schaden.
Tüftler und Werteoptimierer dürfen zusätzlich noch Juwelen einsetzen; jeder Waffentyp hat einen Slot frei. Aus drei Edelsteinen macht ihr einen Klunker der nächsthöheren Stufe, das funktioniert genau wie beim Horadrimwürfel aus Diablo 2+3. Die Folge sind noch mächtigere Effekte, das motiviert zum Absuchen der Karten nach den farbigen Steinchen.
Überhaupt hatten wir im Test von Mittelere: Schatten des Krieges viel Vergnügen damit, all die kleinen Nebenaufgaben zu erledigen und die versteckten Sammelgegenstände einzusacken. Denn die kommen jeweils mit einem Eintrag in der Lore-Datenbank daher und verleihen der Welt von Elben und Zwergen so zusätzliche Substanz. Dass man, um sie auf der Karte zu markieren, erst einmal wie in Assassin's Creed einen Turm hinaufklettern und dort oben nach interessanten Stellen in der Umgebung scannen muss, das ist ein Open-World-Klischee, siehe Mad Max, ebenfalls von Warner Bros. Interactive.
Mittelerde: Schatten des Krieges - PC, PS4 und Xbox One im Technik-Check
Konsolenspieler dürfen sich darüber freuen, dass Mittelerde: Schatten des Krieges sehr flüssig mit über 30 Fps läuft. Kein Wunder, schließlich hat Monolith an der drei Jahre alten Engine nur Detailänderungen vorgenommen. Daher kommt die Optik dann auch etwas angestaubt daher, von den schnieken Animationen und einigen Effekten mal abgesehen. Immerhin gibt's für Mittelerde: Schatten des Krieges auf der PS4 Pro 4K-Support und auch die Zwischensequenzen liegen zum optionalen Download in 4K-Auflösung bereit.
Die PC-Version von Mittelerde: Schatten des Krieges steht dem tollen Port des Vorgängers aus dem Jahr 2014 in nichts nach und läuft auf einer großen Bandbreite an Konfigurationen mit hoher Performance. Die optionalen Ultra-Texturen im HD-Paket könnt ihr euch aber sparen - die Unterschiede zu "Sehr hoch"-Variante sind marginal und stehen in keinem Verhältnis zum Leistungshunger. Ohne 8 GB Video-RAM wird's eng. Mit der dynamischen Auflösungsskalierung lässt sich die gewünschte Bildrate von 30 bis 240 Fps festlegen, das Spiel verändert dann intern die Renderauflösung. Auf unserem Testsystem mit einer GTX 1080 Ti waren am UHD-Display sogar bis zu 16.384 × 9.216 Pixel möglich. Solch wahnsinnige Auflösungen sind natürlich auch mit einer aktuellen High-End-GPU nicht zu stemmen, selbst 8K ist zu viel des Guten.
Grafikvergleich PC-Texturen
Das Optionsmenü ist vorbildlich, zwei Balken zeigen die zu erwartende Belegung von System und Grafikspeicher an, dazu wird die Fähigkeit der Hardware eingeschätzt. In Sachen Kantenglättung ist ein sehr effektives TAA verfügbar, welches weniger Unschärfe als FXAA mit sich bringt. Die Benchmarks von PC Games Hardware zeigen: Mit einer 2-GB-Grafikkarte wie der Geforce GTX 680/770 oder Radeon R9 270(X)/HD 78x0 müsst ihr Abstriche bei den Texturdetails machen, damit das Spiel ordentlich läuft. Bereits eine Grafikstufe unter "Ultra", beim "Sehr hoch"-Preset, sinkt der Speicherbedarf laut spielinterner Aussage von 8 auf 2,5 GB, wobei die Texturen den größten Anteil daran haben. Setzt ihr alles auf Ultra und nur die Texturen auf Sehr hoch, werden 3,5 GB benötigt.
Bei der Prozessorauslastung sind zwei Dinge offensichtlich. Erstens läuft Mittelerde: Schatten des Krieges selbst auf einem Zweikerner mit tadellosen Bildraten, zweitens ist das Multithreading der Engine ausbaufähig. Der Sprung von zwei auf vier Prozessorkerne steigert die durchschnittliche Bildrate um rund 21 Prozent, davon ausgehend bringen sechs oder acht Kerne jedoch kein fühlbares Plus mehr.
Quelle: PC Games
Mittelerde: Schatten des Krieges-Review mit Testvideo für PC, PS4, Xbox One - Machen Mikrotransaktionen das Spiel kaputt? (2)
Die Steuerung mit dem Gamepad ist intiuitiv wie eh und je, mit Maus und Tastatur braucht es unnötig viele Tasten für jede einzelne Funktion in Talions Arsenal. Ohnehin spielen sich die Kämpfe immer wieder arg chaotisch. Daran hat auch das enge, nicht veränderbare Sichtfeld seinen Anteil. Zudem passt die Balance auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad nicht immer: Ab und zu muss der Spieler in einer Tour auf dem Boden herumrollen, um nicht parierbaren Angriffen zu entgehen. Dass die Action dabei gerade bei Belagerungen mit vielen Ork-Hauptmännern immer wieder von deren (nicht abbrechbaren!) Monologen und kurzen Zwischensequenzen unterbrochen wird, geht einem nach einer Weile ganz schön gegen den Strich.
Dafür gibt's im Menü viele Einstellungsmöglichkeiten für Mittelerde: Schatten des Krieges, das Interface lässt sich komplett abschalten und es gibt einen optionalen Fotomodus zum Erstellen schicker Screenshots samt Filtern und Rahmen.
Middle-Earth: Shadow of War Review - Der Pseudo-Online-Modus
Mittelerde: Schatten des Krieges hat einen ordentlichen Umfang, die Spielzeit von über 30 Stunden für den Story-Modus lässt sich beliebig verlängern. Denn nach der Schlusssequenz könnt ihr einfach weiterspielen und noch offene Aufgaben abschließen - oder aber euch an den stetig nachrückenden Community-Herausforderungen und Online-Missionen versuchen. Mittelerde: Schatten des Krieges bietet Online-Vendettas und Festungskämpfe. Für den Conquest-Modus stellt ihr dabei eure im Singleplayer-Modus mit Orks bestückten Burgen anderen Spielern zur Verfügung, die dann gegen die KI-Haudegen antreten - ohne eure Beteiligung.
Das Mittelerde-Sequel mit dem Untertitel Schatten des Krieges bietet keinen echten Multiplayer-Modus. Ihr trefft nie auf andere Spieler, sondern könnt lediglich deren Tod rächen und euch an ihren Nemesis-Erzfeinden versuchen. Das ist eine nette Ergänzung, mehr nicht. Weil es keinen PvP-Modus gibt, können sich Spieler im Ingame-Shop auch keine direkten Vorteile erkaufen - sie verderben sich durch den Geldeinsatz allenfalls selbst den Spaß.
Mittelerde: Schatten des Krieges steht zum Release am 10. Oktober 2017 im Laden - für PC, PS4 und Xbox One. Die PC-Version setzt auf Steam als Kopierschutz. (Mittelerde: Schatten des Krieges in der Wikipedia.)
