Auch auf der PSP ein Kleinod oder sollte man doch lieber zum großen Bruder greifen? Wir stellen Sonys Funracer auf den Prüfstand!
Wenn das Spiel zu wenig Inhalt liefert, dann müssen eben die Spieler neuen Inhalt nachreichen! Ein Konzept, welches schon in "Littel Big Planet" hervorragend funktionierte und uns endlos viele sowie spaßige Welten lieferte. Aus derselben Schmiede kommt nun "ModNation Racers" und versucht im Schatten des großen Vorbildes "Mario Kart" zu glänzen. Dank gelungenem Baukasten, einer bereits hervorragend funktionierenden Online-Community und dem Fingerspitzengefühl von Sony könnte der Versuch tatsächlich gelingen. Ob die "kleine" Variante ähnlich gut abschneiden wird, wie die "große", erfahrt ihr in den folgenden Zeilen!
ModNation Racers
Schon im Bezug auf Abmaßen verliert die kleine UMD den Größenvergleich mit der Blu-Ray Disc, doch auch bezüglich der Datenmenge mussten die Entwickler ganz offensichtlich in die Trickkiste greifen, um den umfangreichen Spielspaß auch unterwegs zugänglich zu machen. Anstatt eines üppigen Zuhauses inklusive eines Parcours und sämtlichen nötigen Örtlichkeiten für den keinen Rennmeister sorgen nur schlichte Kreismenüs für eine optimale Übersicht und eine intuitive Menüführung. Einfach und schlicht, aber dennoch ansprechend und schön umgesetzt und soweit auch vollkommen in Ordnung.
Willkommen in Mini-ModNation!
ModNation Racers
Auch im Bus oder Zug steht die Karriere zunächst im Vordergrund, vor allem aufgrund oftmals mangelndem Internetanschlusses unterwegs. Bis zum Finale sorgen insgesamt fünf umfangreiche Wettbewerbe für ausdauernde Rennen und grobschlächtige Pistenduelle, welche gekonnt mit aufwendig inszenierten Videosequenzen garniert wurden. Nicht nur der wortkarge Held der Geschichte zusammen mit einem legendären Fahrer als Meister sorgen für die eine oder andere Reizung der Lachmuskeln, vor allem die Kommentatoren haben es in sich. Bill & Gary geben ein derart ungleiches Duo vor der Kamera ab, dass uns die herzhaften und meist verbal recht amüsanten Raufereien der beiden Moderatoren mit reichlich Unterhaltung versorgten. Die Geschichte ist dabei Nebensache und so banal wie eh und je bei einem Rennspiel.
ModNation Racers
Innerhalb der Karriere muss nur selten die Goldmedaille in Form des ersten Platzes errungen werden, zumeist reicht der dritte Platz zum Weiterkommen schon aus. Doch spezielle Herausforderungen motivieren, diverse Rennen nochmals anzugehen. Es gilt für freischaltbare Extras und Objekte zum Beispiel für den Charaktereditor zusätzliche Bedingungen wie einen erfolgreichen ersten Platz und eine bestimmte Anzahl attackierter Gegner über die Ziellinie zu retten. Somit ist den Anfängern geholfen, welche sich mitunter eines ausführlichen Tutorials gemächlich an den Schwierigkeitsgrad gewöhnen können und nicht von null auf hundert Bestleistungen von sich geben müssen. Aer auch Profis sehen sich in gewisser Weise gefordert. Vor allem die letzteren Events sorgen mitunter für Hochspannung aber auch viel Frust, denn die KI-Rennfahrer greifen nicht selten zu den unfairsten Mitteln und hauen den Protagonisten nicht nur einmal oder zweimal, sondern pausenlos mit diversen Gegenständen von der Piste. Geduld, Glück und ein wenig Fingerspitzengefühl ist durchaus angebracht, um bei "ModNation Racers", zumindest auf der PSP, bestehen zu können.
Etwas schwammig und unausgeglichen
ModNation Racers
Die Rennen stellen natürlich den Kern eines jeden Racers dar, auch wenn es sich bei "ModNation Racers" ganz augenscheinlich um einen "Mario Kart" Klon handelt und der Titel somit extrem viel Wert auf Spaß und Schadenfreude legt. Auf die Plätze, fertig, los! Schon schießt man mit unglaublichen Tempo zusammen mit fünf weiteren Freaks über bis zu 27 sehr abwechslungsreiche Pisten zum Beispiel in der Stadt, am Strand oder im Wald. Diverse natürliche Hindernisse wie Bäume oder Springbrunnen sorgen für gemeine Fallen, an denen man bei vernachlässigter Sorgfalt durchaus gerne mal hängen bleiben kann. Nicht selten kommt es aber auch vor, dass man neben der Strecke landet und dummerweise nicht mehr zum Fahrerfeld zurückkehren kann. Das Fahrverhalten der kleinen Karts mit den putzigen, knuddeligen aber bisweilen auch gar kitschigen Figuren ist leider alles andere als gelungen. Schwammig rutscht man über den Asphalt und benötigt nicht selten den Rückwärtsgang, um wieder aus der Pampa zu kommen. Vor allem das eigentlich essentielle Driften will so gar nicht funktionieren. Kaum die X-Taste betätigt und in die gewünschte Richtung gelenkt, schlittert das Gefährt unweigerlich der Randbebauung entgegen, ohne dass man in irgend einer Form noch akzeptabel in Gegenrichtung steuern kann.
ModNation Racers
Anstatt den Turbo mit dem Drift aufzuladen, sollte man jegliche Schanze für Tricks und Stunts nutzen, um den Boost für die letzte Runde aufzubauen oder das Schutzschild nutzen zu können. Letzteres ist ganz praktisch gegen offensive Angriffe der Gegner und somit ein nicht zu unterschätzender Begleiter in den letzten Events der Karriere. Typisch für Funracer finden sich an ausgewählten Orten der Strecken unterschiedliche Items, welche je nach Einsatz den Ausgang eines Rennen stark beeinflussen können. Mit Raketen werden die Kontrahenten rigoros eliminiert, während die Schallwelle alle Gefahren rings um das eigenen Kart beseitigt und der Blitz manchem Feuer unter dem Hintern macht. Dazu gesellen sich unter anderem noch fiese Mienen und zu guter Letzt ein Tempo-Item, welches dank Lachgaseinspritzung nicht nur nette grafische Effekte auf den Bildschirm zaubert, sondern auch Zeit wieder gut machen kann.
ModNation Racers
Wirklich abwechslungsreich fallen die Gegenstände trotz manch mehrstufiger Möglichkeiten nicht gerade aus. So gibt es zum Beispiel einfache Raketen und zielsuchende Kalieber, während der dreifach Schuss die fordere Mannschaft so ordentlich einheizt. Der taktische Aspekt der "großen" Variante durch mehrfaches Aufstufen der Waffen fiel dem Rotstift gnadenlos zum Opfer und man muss auch ganz ehrlich sagen, dass die Abmischung der Zufallsgegenstände irgendwie nicht ganz stimmig ausfällt. Vor allem in den Endrunden der Karriere zeigt sich, wie unfair das Verhalten der KI-Gegner doch sein kann - ordentlich Frust anstatt der obligatorischen Schadenfreude kommt auf. Kombiniert mit der nicht gerade zugänglichen und gelungenen Steuerung ergibt sich ein Rennen, was zwar in gewissen Maßen Spaß macht, aber doch wesentlich angenehmer hätte ausfallen können. Wie es optimal funktioniert, zeigte uns ja bereits die Playstation 3 Variante!