Die PS2-Fassung kann nicht überzeugen und sticht mit ihrer superniedrigen Framerate und der miesen Grafik negativ hervor.
Die Rennen in der Praxis
Need for Speed ProStreet
Wie schon erwähnt, gibt es in ProStreet vier grundverschiedene Herausforderungen, welche allesamt mit einer spezialisierten Physik daher kommen. Das bedeutet, dass sich ein und derselbe Wagen im Drift-Mode ganz anders fährt als im Grip-Mode beispielsweise. Das für sich alleine stellt keine Sensation dar, das Experiment, welches EA in Sachen Physik gewagt hat aber sehr wohl. Denn schon bei den ersten Grip-Rennen, das sind ganz normale Rennen mit maximal acht Teilnehmern bei denen der erste siegt der durchs Ziel fährt, macht man Bekanntschaft mit der superseltsamen Physik der Fahrzeuge, welche wirkt, als hätte man aus allen vier Reifen die Luft gelassen und die Autos zusätzlich um einige Tonnen beschwert. Dazu gesellt sich der Umstand, dass die unteren Klassen so langsam fahren, dass man meint an einem Schneckenrennen teilzunehmen. Kommt natürlich seltsam, wenn die Motoren brüllen wie verwundete Raubtiere, und sich das Auto dann im Zeitlupentempo bewegt. Bei den schnelleren Fahrzeugen kommt dann aber doch so was wie ein Geschwindigkeitseindruck auf, der durch einen unnatürlich starken Zoom noch verstärkt wird, der weder das auftretende Ruckeln noch das grässliche Pumpen übertünchen kann.
Need for Speed ProStreet
Denn das ist der Hauptkritikpunkt an ProStreet, welches im Grunde recht gelungen ist und viele gute Ideen beherbergt, aber technisch noch nicht ausgereift scheint. Auf der PS2 bekommen wir eine Grafik geboten für die man sich schämen muss, bei einer Framerate die einem die Augen tropfen lässt, die Xbox 360 und PS3-Varianten laufen zwar flüssiger, verlieren trotzdem immer wieder mal paar Frames und pumpen sich besonders auffällig durch jede Kurve. Einzig am PC, entsprechende Power vorausgesetzt, kann man ProStreet flüssig spielen. Doch auch hier pumpen die Videos und laufen nicht flüssig, was man aber verschmerzen kann. Dagegen müssen Spieler auf der Xbox 360 mit regelmäßig auftauchenden Rucklern leben, welche PS3-Spieler nicht so oft zu Gesicht bekommen, dafür fallen dort gleich mal ein ganzes Dutzend Bilder aus, wenn die PS3 irgendwas im Hintergrund macht. Ist natürlich toll, wenn einem mitten im Rennen plötzlich eine Viertelsekunde fehlt. Wirklich Augenkrebsfördernd aber ist die PS2-Version, die mit gefühlten 12 bis 15 Frames läuft und dabei aussieht wie ein Spiel von vorgestern. Erstaunlicherweise wirkt die Wii-Version deutlich knackiger, die zwar auch nicht mehr Details bietet, aber ein schärferes Bild mit kräftigeren Farben und deutlich weniger Kanten- und Texturflimmern.
Mit dem gleichen Problem kämpfen auch dir Drift-Rennen, welche uns zusätzlich vor die Aufgabe stellen eine Drift-Mechanik zu erlernen die man bis ins Extreme überzogen hat. Einmal den Halt unter dem Gummi verloren ist es kaum mehr möglich die Drift-Autos geradeaus fahren zu lassen. Total überzogen reagieren sie auf jegliche Steuerbefehle und lassen so Tricks zu die jeder Physik wiedersprechen. Mit etwas Übung ist man in der Lage die Autos querstehend über den Asphalt fegen zu lassen, was gar nicht schlecht aussähe, würde es mehr Details besitzen und flüssig laufen.
Bei den Drag und Wheelie-Rennen hingegen bemerkt man das Ruckeln und Pumpen praktisch nicht, was wahrscheinlich daran liegt, dass man nur geradeaus fährt. Zudem haften die Augen sowieso auf dem Drehzahlmesser, so dass man kaum mitbekommt ob da was Ruckelt oder nicht. Sehr schön hierbei ist, dass man auch bei den Drag-Rennen neue Ideen eingebracht hat und so müssen wir neuerdings vor den Drag-Rennen unsere Reifen aufwärmen. Dabei führen wir einen Burnout im Stehen aus und versuchen die Drehzahl im angegebenen Bereich zu halten. Je besser wir das machen, desto mehr Grip besitzen die Reifen dann.
Der Multiplayer
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Auch hier haben sich die Entwickler offensichtlich viel Gedanken gemacht und sie präsentieren uns ein Online-System welches sich nahtlos in das Offline-Spiel einbindet. Denn auch online gibt's die schon erwähnten Renntage, wo sich mehrere Spieler treffen um sodann gemeinsam eine bestimmte Anzahl an Rennen zu fahren, um zu sehen wer es schafft den Renntag zu dominieren. Dabei kann man vorgefertigte Renntage für bewertete Ranglistenspiele ebenso zocken wie unbewertete Renntage eröffnen, bei denen man dann selbst festlegen kann welche Rennen gefahren werden. Das tolle an dem System ist, dass man über mehrere Spiele mit den gleichen Spielern verbunden bleibt, trotzdem aber jederzeit aussteigen kann wenn man will. Das ist auch nötig, denn eine spezielle Funktion einfach nur schnell irgendein Rennen zu fahren gibt es nicht, alles wird über die Renntage abgefrühstückt, die man Solo, lokal im LAN oder gleich online austrägt.
Leider aber setzt sich die Tragödie um ProStreet auch online fort. Praktisch kein einziges Rennen läuft wirklich flüssig, ganz im Gegenteil treten online noch schlimmere Ruckler auf als offline, zusätzlich geschmückt mit einer Kollisionskontrolle die ihresgleichen sucht. Nicht selten passiert es, dass sich die Fahrzeuge gegenseitig durchdringen, bis sich die Engine plötzlich entschließt einen von beiden das Fliegen beizubringen. So viel Spaß beispielsweise die Drag-Rennen online machen, so schrecklich fahren sich die Grip- und Drift-Rennen. Kann man die seltsame Physik mit etwas Übung durchaus in den Griff bekommen, geht das mit der katastrophalen Kollisionskontrolle und den zuckenden Gegnerfahrzeugen, die wie Presslufthämmer über den Asphalt fetzen, oder der Kamera die online plötzlich superaktiv wird und durch die Gegend springt, nicht mehr.
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Wirklich loben hingegen kann man die Soundkulisse selbst. Die Motoren hören sich angenehm stark an und scheinen nun sogar noch etwas "dreckiger" zu klingen, es gibt viele Umgebungsgeräusche wenn wir verschiedene Untergründe überfahren und die Berührungen selbst hören sich auch ganz gut an. Dazu gesellt sich der umfangreiche Soundtrack, den man sich EA-typisch selbst zusammenstellen kann und der für jede Geschmacksrichtung etwas dabei haben sollte. Sehr schön auch, dass das komplette Spiel deutsch synchronisiert wurde, auch die jeweiligen Veranstalter sprechen in astreinem Deutsch. Zwar oft recht sinnfrei, aber wenigstens in Deutsch.
