Was passiert, wenn einer der erfolgreichsten Action-Game-Entwickler jemals eine der erfolgreichsten Action-Serien jemals in die Hände bekommt? Richtig, Ninja Gaiden 4. Ob Platinum Games die Serie wiederbeleben konnte, verraten wir euch!
Endlich ist es da, Ninja Gaiden 4. Ich warte schon seit Langem darauf, dass Entwickler Platinum Games wieder zeigen darf, was sie eigentlich alles können. Das ist nämlich nichts Geringeres, als mitunter die besten Hack & Slashs auf dem Markt zu kreieren!
In diesem Artikel
Dieses Mal ohne Limitierungen der Switch, wie bei Bayonetta 2 & 3. Aber auch ohne Mastermind Hideki Kamiya - Gründer von Platinum Games und Director fast aller erfolgreichen Spiele der Firma. Der kümmert sich jetzt in seinem eigenen Studio um Okami 2.
Mir haben sich also zwei Fragen gestellt: Fetzt Ninja Gaiden so brutal rein, wie damals Bayonetta 1, Metal Gear Rising: Revengeance und natürlich auch die alten Ninja-Gaiden-Titel?
Und die zweite Frage: Bekommt der Entwickler das Spiel glatt über die Bühne - ohne Papa Kamiya?
Ja, genau. Das ergibt sehr viel Sinn!
Als allererstes besprechen wir die Story. Anfangs spielen wir Yakumo, einen Ninja des Raben-Clans. Der arbeitet zusammen mit dem Hayabusa-Clan - ihr wisst schon. Der Clan, aus dem Ninja-Legende Ryu Hayabusa stammt, den wir in den älteren Ninja Gaiden gespielt haben. Die Aufgabe der Clans? Die Welt in Ordnung halten, damit nicht wieder so was wie ein großer böser Drache aufersteht und die ganze Welt terrorisiert. Merkt euch das.
Auf Yakumos erster Mission soll er Priesterin Seori ermorden. Die wurde von der Organisation O.G.D gefangen genommen, weil sie dazu fähig ist, den dunklen Drachen wiederzubeleben. Nach ein bisschen Blutvergießen kommt Yakumo dann bei Seori an, diese überredet den eigentlich skrupellosen Ninja aber, sie zu retten.
Sie erklärt Yakumo, dass es nicht möglich ist, den Drachen ohne ihre Hilfe für immer zu töten. Wie wir später erfahren, hat die Dame den Drachen nämlich versiegelt und erst wenn die Siegel gebrochen sind, kann der Drache ein für alle Mal getötet werden. Und diese Siegel kann natürlich nur Seori selbst brechen.
Klingt ... irgendwie einleuchtend? Schätze ich? Jedenfalls habe ich jetzt meine Mission: Die Siegel brechen, den Drachen wiederbeleben, nur um ihn dann letztendlich wieder zu töten.
Klingt simpel, ist es auch. Ab hier ist nämlich fast alles, was so in der Handlung passiert, ziemlich egal. Am Ende gibts zwar noch einige - mehr oder minder - unerwartete Plot-Twists, aber weil ich sowieso kaum irgendetwas von irgendeinem Charakter weiß, haben die mich auch größtenteils kaltgelassen.
Über Funksprüche bekomme ich während der Missionen wenigstens immer mal wieder mit, was die Charaktere um Yakumo so tun und wie sie drauf sind. Dabei sticht aber eigentlich nur Seori heraus, die immer wieder für lockere Stimmung sorgt und gerne mal einen frechen Spruch parat hat. Sie ist dabei öfter mit Blondschopf Misaki unterwegs. Das weiß ich aber auch nur, weil der einen deutschen Akzent hat und sich das ganz lustig anhört.
Quelle: PC Games
Reden ist nicht Yakumos Stärke.
Wie seine Persönlichkeit jetzt wirklich ist? Keine Ahnung. Dasselbe gilt für den Helden Yakumo, der sagt eigentlich immer nur so etwas wie "Verstanden", "Verpiss dich" oder "Ziel ausgeschaltet". Im späteren Verlauf des Spiels zeigt der junge Ninja dann plötzlich so etwas wie Emotionen, aber bis dahin ist er einfach nur ein eiskalter Killer - weswegen ich ihm das große Geheule dann auch nicht mehr abkaufen kann.
Immerhin sind die Charakterdesigns - meistens - ziemlich gelungen und auch die Zwischensequenzen machen immer wieder was her.
Insgesamt ist die Story aber ... existent. Sie hat mich nicht wirklich gefangen, fast alle Charaktere sind mir egal und eigentlich habe ich immer nur darauf gewartet, weitere Gegnerwellen in eine Million Einzelteile zerteilen zu dürfen. Im Gegensatz zum Unterhaltungenführen kann Yakumo das zum Glück richtig gut!
